Windows Phone 7-Applikationen werden über den Marketplace vertrieben, alternativ kann man das XAP-Archiv anderen Leuten direkt schicken und diese können es auf ihr Entwickler-Gerät selbst aufspielen. Hat jemand das XAP-Archiv erhalten, lauert eine böse Falle: Der Code im XAP-Archiv kann mit gängigen Dekompilierungstools wieder in eine lesbare Form überführt werden. Dies kann man als Entwickler verhindern, wenn man einen Obfuskator einsetzt.
Obfuskatoren haben die Aufgabe, den Code voll ausführbar zu belassen, ihn aber in seiner Struktur so zu verändern, dass ein Dekompilierungstool scheitert oder zumindest unverständlichen und unlesbaren Quellcode zurück übersetzt. Microsoft hat bereits im November ein Angebot mit der Firma Preemptive aufgelegt, dass es WP7-Entwicklern erlaubt, einen Obfuskator zumindest bis Ende März 2011 kostenlos und anschließend zu einem sehr geringen monatlichen Satz – im Gespräch sind maximal 10,00$ / Monat – zu nutzen.
Um diesen Obfuskator verwenden zu können, muss man sich auf der Preemptive-Webseite unter der Adresse http://www.preemptive.com/windowsphone7.html für den Download des Dotfuscators für Windows Phone 7 registrieren.

Anschließend bekommt man eine E-Mail mit allen benötigten Informationen für Download und Lizensierung des Produkts zugesandt.
Nach der Installation kann der Dotfuscator entweder über das Tools-Menü im Visual Studio oder als alleinstehende Applikation über Start > PreEmptive Solutions > Dotfuscator Windows Phone Edition > Dotfuscator gestartet werden. Beim ersten Start gilt es, die Lizenzbedingungen anzunehmen.

Anschließend startet eine sehr aufgeräumte Oberfläche, in der man alle wesentlichen Einstellungen vornehmen kann. Es empfiehlt sich, zunächst im Reiter Settings das Ausgabeverzeichnis für das bearbeitete XAP-Archiv festzulegen.

Nun kann im Reiter Input das zu verschlüsselnde XAP-Archiv ausgewählt werden.

Dies geschieht, indem man auf das Öffnen-Symbol im Bereich Input Files klickt und im sich öffnenden Dialog das gewünschte XAP-Archiv auswählt.

Damit sind alle Einstellungen komplett und die Verschlüsselung kann vorgenommen werden. Zu diesem Zweck muss lediglich auf das kleine grüne Pfeil-Symbol in der oberen Toolbar geklickt werden, der Rest erfolgt komplett automatisch. Sobald der Build-Prozess abgeschlossen ist, befinden sich die obfuskierten Dateien im Ordner, der in den Einstellungen festgelegt worden ist.

Zuletzt sei noch erwähnt, dass man die Einstellungen für das aktuelle Projekt speichern kann – Dotfuscator ist dann in der Lage, diese beim nächsten Lauf wieder zu verwenden.
Also: Dotfuscator verwenden, Code verschlüsseln, beruhigt schlafen. 