Archive for the 'Wahres Leben' Category

Das Projektvermittler-Elend

Wenn man im IT-Umfeld als Freiberufler oder kleine Firma unterwegs ist, dann stellt man schnell fest, dass viele größere potentielle Kunden nur noch mit Projektvermittlungsfirmen arbeiten. Deren Aufgabe besteht darin, dem Kunden die Suche nach einem geeigneten Kandidaten für ein Projekt abzunehmen und ihm letztlich eine handverlesene Kandidatenliste vorzulegen, bei denen sicher ist, dass sie verfügbar sind und dass sie über die geeigneten Qualifikationen verfügen. Der letztlich ausgewählte Kandidat erhält einen (je nach Projekt) geringfügig bis deutlich geringeren Stundensatz, dafür aber die Gewähr, dass Stunden und Zahlungen korrekt und zeitnah abgewickelt werden, denn sein Vertragspartner ist die Projektvermittlung. Die Projektvermittlungsfirma lebt von der Differenz beim Stundensatz gegenüber Auftraggeber und Auftragnehmer. Eine durchaus komfortable Situation für alle Seiten also.

Die Probleme treten im Vorfeld vor dem Vertragsabschluss auf: Kunden beauftragen häufig mehr als eine Projektvermittlungsfirma, nach dem geeigneten Kandidaten zu suchen und die Projektvermittlungsfirmen erwarten vom potentiellen Auftragnehmer, dass der sich erstens exklusiv über die jeweilige Firma vermitteln lässt und zweitens während des Vermittlungsprozesses keine anderen Projektvermittlungen für sonstige Projekte wahr nimmt. Problematisch sind beide Dinge, da manche Kunden eine Entscheidung für oder wider einen Kandidaten vom Stundensatz abhängig machen, den die Projektvermittlung ihm gegenüber aufruft, was aber für den Kandidaten absolut intransparent ist und sich Kunden manchmal auch fünf, sechs Wochen Zeit für eine Entscheidungsfindung lassen und man – zumindest in Bezug auf Projektvermittlungen – in der Zeit letztlich unbezahlt herumsitzt und wartet, wenn man die geforderte Exklusivitätserklärung unterschrieben hat. Deshalb machen wir letzteres nicht mehr.

Das alles vorausgeschickt und erklärt, gab es gestern folgendes Szenario zu bestaunen:
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Die Samsung-Aussage

Liebe werbetreibende Industrie:

ICH WILL KEIN SAMSUNG GERÄT HABEN!

Mich interessiert diese Marke nicht, ich finde sie zweitklassig, ich mag das Design und die Features nicht, ich stehe nicht auf Billigplastik. Ich will kein Galaxy Note, ich will kein Galaxy S4, ich will keinen Samsung-Fernseher, ich will kein Samsung Notebook, kein Samsung Tablet und keinen Samsung Staublappen.

Ich mag Firmen nicht, die Features und Designs abkupfern, statt kreativ zu sein. Ich mag Firmen nicht, die Achtkern-Prozessoren anbieten müssen, weil ihre ach so modernen Betriebssysteme sonst nicht laufen würden. Ich mag Firmen nicht, die hemmungslos zweitklassig sind und das als Erstklassigkeit verkaufen.

Ich mag Samsung einfach nicht. Also bitte, lasst mich damit in Ruhe.

Das Zypern-Exempel

Zypern ist ein Land, in dem russische Oligarchen ihre Milliarden anlegen, eine Steueroase und der Hort der Undankbarkeit in Bezug auf das ESM-Hilfsangebot. Eindeutig und klar.

Jetzt echt? Ist das so eindeutig und klar?

Ja, in Zypern legen auch (nicht nur) russische Investoren (die NachDenkSeiten analysieren einmal den Unterschied zwischen Investoren und Oligarchen) ihr Geld an. Ja, Zypern hat vulgär niedrige Firmensteuersätze (10% statt 12,5% in Irland, letzteres gilt nicht als Steueroase, jedenfalls nicht in den Medien). Ja, Zypern hat ein (gewaltiges) Liquiditätsproblem. Ja, Zypern hat einen gewaltigen Bankensektor.

Das größere Problem aber ist das ESM-Hilfsangebot.

Inhaltlich geht es darum, dass Zypern mehr als 16 Mrd. EUR benötigt, um seine Liquidität und die Liquidität seiner Banken sicher zu stellen. Die europäischen Finanzminister bieten 10 Mrd. EUR als Hilfe an, die restlichen 6 Mrd. EUR muss Zypern selbst aufbringen. Dabei ist Zypern n i c h t freigestellt, wie es das macht, sondern es muss die Kunden der Banken daran beteiligen (bis 100.000 EUR Guthaben müssen 6,75% abgeführt werden, darüber hinaus 9,9%). Das gilt für alle Kunden, so ist es jedenfalls ursprünglich gefordert worden (siehe bei der Tagesschau). Darüber hinaus muss Zypern seine Firmensteuersätze auf 12,5% erhöhen und die Leistung des Bankensektors muss auf das 3,5fache der Wirtschaftsleistung begrenzt werden (aktuell ist es das 8fache).

Das ist in der Form kein Hilfsangebot, das ist ein Exempel. Dadurch würde der Bankenplatz Zypern in die Steinzeit zurückgebombt. Aber das ist eigentlich nebensächlich, denn es geht weniger um die Größe des Bankensektors, als um eine klare Ansage. Und um die Frage, wer davon profitiert.

Die Finanzminister der Euro-Zone haben bewusst ein Exempel statuiert, bei dem der Euro-Raum (ohne Zypern) in jedem Fall der Gewinner ist. Es ist offensichtlich, dass Otto Normalsparer in Zypern einen durchaus spürbaren Teil seiner – bestenfalls – Ersparnisse abgeben soll. Was wäre denn die Reaktion der Betroffenen, wenn das so umgesetzt werden würde? Proteste? Bürgerkrieg? Irgendwas dazwischen? In jedem Fall hätte es heftigste Unruhen gegeben, denn 6,75% eines kleinen Guthabens bemerkt der Betroffene viel unmittelbarer, als 9,9% von hunderten Millionen EUR. Effektiv hätte also der Durchschnittsbürger die Zeche zu bezahlen gehabt, Großanleger hätten sich zwar geärgert, aber bis auf eine recht kurzfristige Zins-Gewinndelle eher nichts gemerkt. Das kann Politik nicht mehr vermitteln, das ist bestenfalls politischer Selbstmord.

Der Gedanke hinter den genannten Konditionen war deshalb auch nicht, ein ernstgemeintes und annehmbares Hilfsangebot zu unterbreiten (was die Reaktionen der zypriotischen Bevölkerung auch deutlich gezeigt haben), sondern es ging um ein Exempel. Zypern dient hier nur als Beispiel. Man versetze sich einmal in die Rolle eines italienischen, griechischen, spanischen oder portugiesischen Regierungschefs, der ggf. auch (oder wieder) die Hilfe des ESM in Anspruch nehmen muss – welche Optionen hat der denn zukünftig (denn wer glaubt daran, dass bei den nächsten Angeboten grundsätzlich hinter eine derart gezogene Linie zurückgegangen wird)?

Entweder er verklickert seiner Bevölkerung, dass sie um mindestens 6-10% ihres Guthabens erleichtert wird (bzw. analoge Regelungen ertragen darf), oder … er tritt freiwillig aus dem Euro-Raum aus. Denn genau das ist die Message des Hilfsangebots – enteigne Deine Bevölkerung oder tritt aus. Regierungschefs, vor so eine Wahl gestellt, würden sich wahrscheinlich für die Alternative des Austritts entscheiden, denn dann besteht wenigstens die vage Möglichkeit, irgendwie durch- und nach einiger Zeit wieder auf die Beine zu kommen.

Das ist dann letztlich eine Win-Win-Win-Situation für alle Anderen:

  • Entweder die Bedingungen des Hilfsangebots werden angenommen (Win)
  • Oder das Land tritt aus dem Euro-Raum aus, führt eine eigene Währung ein und sieht, wie es zurecht kommt (Win, denn das Problem ist kein eigenes Problem mehr, der EUR wird gestärkt)
  • In jedem Fall muss das Land hinterher wirtschaftlich wieder aufgebaut werden – dank der eigenen stärkeren Wirtschaft kann man daran partizipieren (Win)

Bevorzugt wird – das hat man ESM-Angebot an Zypern gesehen – der Austritt, denn der kommt kurzfristig billiger, beruhigt die Börsen (ja, das ist auch ein Bonbon für die Finanzindustrie) und sorgt dafür, dass die eigene Kreditwürdigkeit keinesfalls ruiniert wird. Eine Sorge weniger also. Und genau das war die Intention des ESM-Angebots.

Dazu kommt, dass man das beispielsweise in einem deutschen Wahlkampf wunderbar verwenden kann (passt aber auch auf andere europäische Länder):

  • Man hat Härte gegenüber den “Sündern” gezeigt
  • Man hat kein gutes deutsches Geld den nichtsnutzigen Südländern hinterher geworfen
  • Die Sozis müssen entweder unsoziale Bedingungen tragen oder können als verantwortungslose Rettungsverhinderer hingestellt werden
  • Die aufkommende rechte bürgerliche und euroskeptische Konkurrenz (AfD) kann klein gehalten werden, schließlich sorgt man für Recht und Ordnung

Die anderen europäischen Länder ziehen mit, denn sie wissen, dass erstens ihre Bevölkerung kaum mehr Verständnis für einen weiteren Geldfluss gen Süden hätte und zweitens gegen Deutschland eh kaum mehr etwas läuft. Zudem ist es viel einfacher, mit dem Finger auf Deutschland zu zeigen – und unser GröFAZ (Größter Finanzminister aller Zeiten) nimmt die Rolle des harten Burschen gerne an.

Letztlich ist das dann deutscher Wahlkampf, ausgefochten auf dem Rücken der Zyprioten und mit der klaren Ansage gegenüber den anderen problembehafteten europäischen Staaten, dass sie entweder härteste Bedingungen zu ertragen hätten oder den Euro-Raum verlassen müssten.

Epic Win.

Schreibt mir lieber eine Mail!

Ich habe heute früh bei Twitter und bei Facebook folgendes Posting abgesetzt:

Telefonate, Chats und Skype nur dann, wenn ich will. Schreibt mir lieber eine Mail.

Das mag für den einen oder anderen Zeitgenossen etwas harsch klingen, aber ich will es kurz erklären:

  1. Telefonate: Ich habe ein Mobiltelefon. Das hat einen Anrufbeantworter. Da kann man drauf sprechen. Das Telefon selbst ist meist lautlos gestellt, weil es ungemein nervt, wenn Projektvermittler, Telefonaquisitöre oder Kundenbetreuer anrufen. Sie zwingen mir eine Kommunikation auf und reißen mich aus meiner Arbeit. Dafür haben wir einen Kollegen, der solche Telefonate gerne entgegen nimmt – und wenn es Leute aus meinem Adressbuch oder Kunden sind (und ich es sehe), dann gehe ich da auch ans Telefon bzw. rufe zurück, wenn es passt. Letztlich will ich aber meine Arbeit machen können, das hat Vorrang. Außerdem sind Absprachen, die am Telefon getroffen worden sind, im Zweifelsfall auf irgendeiner Seite nie verbindlich, weil es die andere Seite nicht belegen kann.
  2. Chats: Ich chatte, wenn ich Zeit habe oder es ins Leben passt – aber bei der Arbeit möchte ich arbeiten. Eine kurze Anfrage im Sinne von “Hey, bist Du da” ist ok, aber die wird ignoriert, wenn ich zu tun habe. Ich sehe nicht ein, mir von anderen Menschen diktieren zu lassen, wann ich für ihre Chats verfügbar bin. Für Skype-Telefonate gilt das Gleiche, wir für normale Telefonate: Es reißt einfach unheimlich raus. Ich möchte lieber meine Arbeit erledigt bekommen, deshalb findet sowas für mich nur nach Absprache statt.
  3. Mails: Ja, Mails sind sooooooo unzeitgemäß. Weil: Ich kann darauf asynchron antworten. Wenn es mir passt. Niemand kann mir eine Kommunikation aufzwingen, weil es ihm passt. Das ist natürlich uncool. Aber für mich die einzige Art, wie ich meine Arbeit erledigt bekomme – bei mir gibt es keine Mailbenachrichtigungen mehr, keine akustischen Signale, keine Desktop-Anzeige, nix auf dem Lockscreen meiner Smartphones. Ich checke meine Mails, wenn es mir passt und ich mich damit auseinander setzen kann. Dann gibt es auch eine Antwort. Das ist für mich ideal – und ich bin auch gerne bereit, dies meinem Kommunikationspartner zuzugestehen. Dazu kommt, dass ich bei Mails viel leichter Absprachen belegen kann. Nein, für mich führt absolut kein Weg an Mails vorbei.

Also, der Hintergrund ist, dass ich meine Arbeit geschafft bekommen möchte. Und es partout nicht mehr einsehe, 24/7 für Projekte und Kunden erreichbar zu sein – letztere haben ihre Bürozeiten und wollen am Wochenende ihre Ruhe haben, das gleiche Recht nehme ich für mich in Anspruch.

Deshalb: Schreibt mir lieber eine Mail.

Dafür haben Sie sicher Verständnis…

Manchmal könnte man nur noch wild um sich schlagen…

Die Vorgeschichte: Ich bin Kunde bei der Berliner Sparkasse, Geschäftskunde. Als solcher habe ich nicht mit der normalen Kundenbetreuung zu tun, sondern mit der Business Line, einer Hotline und Kundenbetreuern, die sich eben ausschließlich um Geschäftskunden und deren Konten (auch privaten Konten) kümmern. Dafür bezahle ich ein paar EUR mehr im Monat, habe aber deutlich besseren Service und Support. Letzte Woche habe ich mir über eben diese Business Line eine alte Prepaid-Kreditkarte durch eine neue Karte ersetzen lassen – gleiche Kartennummer, gleiche PIN, eben einfach nur das Ersetzen der alten Karte.

Gestern bekam ich dann um 9.01 Uhr folgende SMS:

“Ein auffälliger Umsatz Ihrer Kreditkarte hat zur vorsorglichen Kartensperre geführt. Bitte rufen Sie uns an: (030) 2355 6130. Berliner Sparkasse”

Also rief ich dort an, und nach ein paar Sekunden Wartezeit landete ich bei einer Sachbearbeiterin, die sich mir leider nicht mit Namen vorstellte. Es wurde dann anhand meiner Daten die korrekte Kreditkarte ermittelt und folgender Dialog entspann sich (aus dem Gedächtnis):

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Mein Arbeitsplatz ist mein Kampfplatz für den Frieden

Ja, bei einem derart ausgestatteten Arbeitsplatz bleibt auch noch Zeit für die wirklich wichtigen Dinge. :-)

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Rassistische Sprache in Kinderbüchern – aus Kindersicht

Ok, ich gebe zu, so habe ich es bisher nicht gesehen – aber es ist schon hilfreich, einmal die Debatte um bestimmte Begriffe in Kinderbüchern aus Sicht von betroffenen Kindern zu betrachten:

http://www.publikative.org/2013/01/23/neunjahrige-schreibt-brief-an-zeit/

Ich stand da argumentativ bisher eher auf der anderen Seite – ich sah es nicht ein, teilweise Jahrzehnte alte Kinderbücher aus Gründen der Political Correctness umzuschreiben. Und ich finde es nach wie vor schwierig, wenn Literatur nur umgeschrieben wird, um sie dem Zeitgeist anzupassen. Einerseits.

Andererseits, wenn ich mir die Argumente der kleinen Ishema anschaue, dann muss ich leider sagen, dass sie wohl die stärkeren Argumente auf ihrer Seite hat. Und “Pipi Langstrumpf” schadet es nix, wenn sie statt eines “Negerkönigs” einen “Südseekönig” kennen lernt, was eh treffender ist.

Was man nicht im Kopf hat…

…hat man im Kofferraum. Also raus aus der S-Bahn und zurück nach Wuhletal. Dort steht – auf halber Strecke zwischen Wuhletal und Biesdorf – das Auto.

Aber hey, jeder Gang macht schlank. Ich sollte ohnehin mehr Laufen.

Civilization im Real Life

Wie geil. Danke. :-)

#Politik: So muss das laufen!

So, Herrschaften, speziell Sie, die Sie im Politikumfeld tätig sind, halten Sie einfach mal die Fresse, setzen Sie sich hin und schauen Sie sich einfach mal ganz in Ruhe an, wie man es richtig macht.

Ich stelle vor: Die Herren Stewart und Colbert. Es fing als Gag an, hatte einen ernsthaften Hintergrund und mobilisierte am Ende mehr als 200.000 Menschen. So, Freunde, so muss das laufen.

The Daily Show With Jon Stewart Mon – Thurs 11p / 10c
Rally to Restore Sanity Announcement
www.thedailyshow.com
Daily Show Full Episodes Political Humor & Satire Blog</a> The Daily Show on Facebook
The Colbert Report Mon – Thurs 11:30pm / 10:30c
March to Keep Fear Alive Announcement
www.colbertnation.com
Colbert Report Full Episodes Political Humor & Satire Blog</a> March to Keep Fear Alive

Anschauen, überlegen, nachmachen.

#Wahres Leben: Der Neue ist da

Vor zwei Wochen hat mein geliebter BMW auf der Autobahn mit einem kapitalen Motorschaden das Zeitliche gesegnet. Eine Reparatur lohnte nicht mehr wirklich (das Auto war 15 Jahre alt, nach dem Austauschmotor wäre in kürzester Zeit das Differential fällig gewesen), also habe ich mich kurz entschlossen nach einem neuen Auto umgesehen.

Dabei standen mehrere Autos zur Auswahl:

  • KIA pro’ceed, der in den Maßen und von der sportlichen Gestaltung her dem BMW recht nahe kommt
  • Ford Kuga, Hyundai ix35 und Mitsubishi ASX, die allesamt zur Gattung der kleineren SUVs gehören und Platz mit Überblick kombinieren
  • Mercedes-Benz E220 CDI T-Modell, der die klassische Familien- und Reiselimousine repräsentiert

Ich bin in den letzten Tagen alle diese Autos Probe gefahren und muss grundsätzlich festhalten: Peinlich, hässlich oder schlecht verarbeitet ist von denen keiner.

KIA pro’ceed

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Der KIA war mein ursprünglicher Favorit, weil er meinem BMW von der Art her (klein, wendig, durchaus sportlich) sehr nahe kam. Die Probefahrt ergab, dass das Auto gut verarbeitet und nicht übermäßig sportlich ist, dabei aber mehr als genug Platz für die Passagiere bietet. War klasse, aber letztlich war mir das Auto dann doch etwas zu klein (ich will mit den Kindern gelegentlich auch mal in den Urlaub fahren) und der Radstand zu kurz, dadurch litt der Komfort auf den Autobahnen. Aber ein tolles Auto, jede Probefahrt wert!

Ford Kuga, Hyundai ix35 und Mitsubishi ASX

Diese Autos gehören zur derzeit boomenden Fahrzeugklasse der kleineren SUVs – in der Regel so um 4,30-4,50 Meter lang, recht hoch und etwas muskulöser ausschauend.

Ford Kuga

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Ich hatte einen Ford Kuga als Mietwagen und bin ihn etwa 1.300 Kilometer “Probe” gefahren – meine Jungs und ich waren wirklich angetan: Groß, viel Platz, tolles Panoramadach. In Testberichten steht, der Motor (140 PS Diesel) hätte mit dem Auto so seine Probleme, das konnte ich jedoch nicht verifizieren. Tolles Auto, aber in der Ausstattung, die mir vorschwebte (Automatik, etc.) deutlich zu teuer und auch als Gebrauchter kaum in meiner Wunschausstattung zu haben.

Mitsubishi ASX

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Den Mitsubishi ASX bin ich heute Probe gefahren und war wirklich angetan: Gute Verarbeitung, sportliches Fahrwerk, netter Dieselmotor, feines Raumgefühl. Aber: Keine Automatik derzeit lieferbar und der Kofferraum ist arg klein.

Hyundai ix35

ix35

Auch den Hyundai ix35 bin ich heute Probe gefahren – und auch das Auto könnte mir gefallen: Groß, gut verarbeitet, Platz genug, 5 Jahre Garantie, total unpeinliches und durchaus elegantes Design. Aber: Das Auto braucht dringend einen Diesel (der Benziner hat zwar 163 PS, aber wo er die lässt, erschließt sich mir nicht) und sehr straffes Fahrwerk (das macht echt Spaß, ich bezweifle aber, dass die Langstrecke so das perfekte Metier für das Auto ist).

Mercedes-Benz E220 CDI T-Modell (2007)

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Das war das letzte Auto, das ich mir angeschaut habe. Eigentlich ist mir diese Art von Auto zu groß und zu protzig, aber der hier hat es in sich: Vergleichsweise wenig Kilometer runter (quasi gerade eingefahren), coole Farbe (dadurch wirkt das Auto kleiner), sinnvolle Ausstattung, Platz in Hülle und Fülle, ein sehr komfortables Fahrwerk, Automatik, Navi, Sitzheizung, Telefon, … – und auch noch sofort lieferbar, unfallfrei, scheckheftgepflegt, TÜV / AU neu und etwa 4.000-5.000 EUR unter dem marktüblichen Preis (ich kenne den Verkäufer, weiß also, worauf ich mich einlasse). Das war tatsächlich Liebe auf die erste Probefahrt – ich bin mit einem fetten Grinsen aus dem Auto wieder ausgestiegen.

Tja, und so kommt es, dass ich seit heute offiziell Mercedes-Benz-Fahrer bin.

#Sport: WM und der Sack Reis

Ich muss es wohl für den einen oder anderen Fussball-Freund und dessen Toleranzschwelle übertrieben haben, als ich auf Twitter meinte: “4:0. Und in China ist ein Sack Reis umgekippt”. Das tut mir auch fast leid, ich wollte Fußball-Deutschland nicht ins Verderben stürzen.

Mich stört beim Thema Fußball-WM (oder –EM oder einfach nur Länderspiel) aber noch nicht mal, das Millionen und Abermillionen von Menschen Fußball schauen oder da mitgehen oder sich dabei amüsieren. Nein, was mich stört ist, das es eine Zwangsveranstaltung wird, der man sich weder entziehen kann, noch soll oder gar darf. Da wird man über Wochen hinweg mit Werbung beballackt beballert, in der es nur noch um Fußball geht, da ist die Verletzung von Michael Ballack das wichtigste Thema über Tage hinweg, da wird in epischer Breite diskutiert, wer wie wo wann spielt, da wird es fast eine patriotische Pflicht, das toll und wunderbar und interessant zu finden.

Das Dumme ist nur: Mich interessiert das nicht. Wohl interessiert mich das Spiel (oder zumindest das Ergebnis), aber nicht das Drumherum – dieser total überzogene Nationalstolz, dieses wichtigtuerische Gerede von zig selbsternannten Fußballexperten, diese Zwangsbeschallung mit Fußball, dieser kollektive Massenwahn und dieses Gejammere über die Vuvuzelas, dieses Ausblenden von wirklich wichtigen Themen.

Aber wehe, man folgt dem Hype nicht oder hält zumindest seine Klappe: Da wird man dann beschimpft, da ist man dann ein Ignorant, da solle man mal die Kirche im Dorf lassen, da würde man unpatriotisch sein (was ich wahrscheinlich sogar bin), da ist man ein Miesepeter und überhaupt ein ganz schlechter Mensch.

Argumente, wie etwa, dass man sich dem Lärm, dem Rumgeknalle, dem Gejohle, der Werbung, dem nationalen Taumel wohl schlecht entziehen könne, weil diese eben ÜBERALL sind, kann man für diesen Zeitraum nicht anbringen. Man wird zwangsweise kollektiviert, man darf gar keine andere Meinung haben und sie erst recht nicht äußern, sonst ist man unsozial, unpatriotisch und uninteressiert.

Aber wisst ihr was? Dann bin ich eben unsozial, unpatriotisch und uninteressiert.

Ich muss euch ertragen, also ertragt mich auch: Jubelt, aber nehmt es gefälligst hin, das ich nicht mitjubele. Feiert, aber ertragt es, wenn ich nicht mitfeiere. Regt euch über die Vuvuzelas, irgendwelche Karten und Herrn Klose auf, aber lebt damit, dass ich das einfach lächerlich finde.

Und erwartet bloß nicht, dass ich meine Fresse halte, nur weil es euch nicht gefällt.

#Leben: So schnell kann es gehen…

Ich bin heute arg durch den Wind, denn heute früh durfte ich etwas beobachten, was mich sicherlich noch ein paar Tage beschäftigen und nicht sonderlich gut schlafen lassen wird: Ein Radfahrerin wurde direkt vor meinen (und Johannes) Augen angefahren.

Ein Klassiker, den man jedem Kind beibringt: Schau nach links und rechts, bevor Du über die Straße gehst oder fährst. Wir Erwachsenen halten uns oft nicht dran, schauen nur kurz und gehen davon aus, dass schon nix passieren wird. Heute früh habe ich gesehen, wie schnell sowas schief laufen kann:

Es war gegen 7.45 Uhr, ich war gerade mit dem Großen auf dem Weg zur Schule und stehe an einer kleinen Kreuzung, wollte von mir aus gesehen nach links abbiegen. Ich kam von der Nebenstraße, gegenüber war ebenfalls eine Einmündung einer Nebenstraße und auf der Hauptstraße war etwas Verkehr. Mir gegenüber wartete eine Radfahrerin, um die Straße zu überqueren. Als die Straße frei war, schaute sie – von sich aus gesehen – kurz nach links und danach geradeaus auf mich, ob ich losfahren würde. Ich wartete, sie wartete noch einen kurzen Moment und fuhr dann los. Sie hatte jedoch nicht nach rechts geschaut und das Auto, das von dort mit etwa 30-40 km/h gefahren kam, nicht gesehen. Niemand konnte so schnell reagieren – das Auto konnte nicht mehr bremsen (wäre auch sinnlos gewesen, die Straße war feucht), sie war zu erschrocken und ich konnte auch weder hupen, noch sonst wie reagieren.

unfall

Es war wie in einem Film: Das Auto erwischte sie frontal, sie flog etwa zehn Meter durch die Luft und landete auf der Gegenfahrbahn, die zum Glück in diesem Moment leer war. Ich habe noch gesehen, dass sie offensichtlich mit dem Leben davon gekommen ist, denn sie konnte sich aufsetzen – mindestens ein paar Brüche dürfte sie aber davon getragen haben. Da sofort mehrere Personen bei ihr waren, habe ich mich um meinen Großen gekümmert, dem es aber besser als mir ging (man merkt an der Schreibe, dass ich immer noch ziemlich durch den Wind bin).

Ich nehme von dieser Sache mehrere Dinge mit:

  1. “Es” kann sehr viel schneller geschehen, als man denkt.
  2. Ein Fahrradhelm ist extrem sinnvoll (sie schlug hart mit dem Kopf auf und trug einen Helm).
  3. Die Wucht eines Autos bei 30 oder 40 Stundenkilometern ist brutal.
  4. Man sollte immer noch einmal mehr schauen, ob die Straße wirklich frei ist.

Ich wünsche der Radfahrerin, das ihr nix ernsthaftes passiert ist und mir und meinem Großen wünsche ich, das wir so etwas nie wieder erleben müssen. Ich denke, ich werde zukünftig etwas anders Auto fahren.

#Tipp: Datenzugriff und Kommunikation in den USA

Wer schon mal in den USA war, kennt das Problem: Datenzugriff ist sauteuer (mehrere EUR pro MB an Daten). Die billigste Möglichkeit, mit einer deutschen SIM-Karte in den USA zu vertretbaren Kosten online zu gehen, sind die Websessions von Vodafone, die aber auch 29,95 EUR je 50 MB und Tag kosten. Also auch nicht finanzierbar. Gleiches gilt für Sprache und SMS – Minutenpreise von 1,29 EUR und mehr (meist deutlich mehr) treiben einen schneller in die Pleite, als man denkt.

Die Lösung für dieses Dilemma besteht im Kauf einer US-Prepaid-Karte. Neben dem Ausnutzen irgendwelche T-Mobile-USA-Sicherheitslücken gibt es von AT&T eine Löung, die es zumindest erschwinglich und kalkulierbar macht, in den USA online zu gehen und nach Deutschland zu telefonieren: Die GoPhone-Prepaid-Karte.

Um diese sinnvoll zu nutzen, ist folgende Vorgehensweise notwendig:

  • Man kaufe sich die Karte bei einem deutschen Zwischenhändler oder über eBay (ich habe sie über SIM-Bee gekauft, da war sie in kürzester Zeit da).
  • Man aktiviere die Karte schon von Deutschland aus (http://www.wireless.att.com/activations/)
  • Man lade ein geeignetes Guthaben auf die Karte (wenn man Daten nutzen möchte, sollten es mindestens 25$ sein), das kann man unter http://www.myprepaidrefill.com/ erledigen.
  • In den USA angekommen, kann man direkt telefonieren und SMS schreiben.
  • Möchte man online gehen, benötigt man ein Datenpaket mit 100 MB, das mit 19,99$ nicht wirklich billig, aber zumindest kalkulierbar ist. Dieses kann man unter der Kurzwahl 611 direkt von seinem Telefon aus buchen, man muss einfach den Ansagen folgen ("Buy Features" > "Data packages" > "Right" > "100 Megabytes" > "Buy it")
  • In aller Regel muss man nix mehr einstellen, es kann jedoch sein, dass der APN gesetzt werden muss. Dieser muss wap.cingular sein (oder die Auswahl "dynamisch" muss getroffen werden), damit es funktioniert.
  • WICHTIG: Wenn das MediaNet-Guthaben erschöpft ist, wird per MB abgerechnet, und zwar so lange, bis das Guthaben alle ist. Eine Warnung erfolgt nicht.

Das war es dann aber auch. Sobald der APN gesetzt ist und das Paket zur Verfügung steht, ist man in den USA per AT&T online. Bei meinem Motorola Milestone geht nur EDGE als Geschwindigkeit, aber zum Surfen, Chatten, Mailen und für die diversen sozialen Netzwerke reicht die Geschwindigkeit allemal aus.

Kleiner Tipp für alle Milestone- (und Android-) Benutzer: Unter "Einstellungen" > "Drahtlos und Netzwerke" > "Mobile Netzwerke" > "Zugangspunkte"  einen neuen Zugangspunkt anlegen, keinen APN-Namen vergeben und das Menü anschließend einfach per Home-Taste verlassen.

Geschrieben über AT&T, das Motorola Milestone, mein Thinkpad X200 Tablet und Bluetooth-Tethering aus den USA. :-)

#Wahres Leben: Meine Bank(en)…

Als Selbstständiger verfüge ich über mehrere Konten, zu denen unter anderem ein Geschäftskonto bei der Postbank und ein Privatkonto bei der Berliner Sparkasse gehören. Beide Banken haben mir in den letzten Wochen deutlich gezeigt, warum ich seit Jahren dort Kunde bin und es auch bleiben möchte.

Postbank

Es geschieht mir alle paar Jahre mal wieder, dass ich zu blöde bin, Geld ans Finanzamt korrekt zu überweisen – einmal hing eine Null zu viel dran, diesmal habe ich aus eigenem Verschulden heraus eine sehr große Summe doppelt überwiesen. Bei einer Überweisung gilt: Weg ist weg, speziell dann, wenn es sich beim Zielkonto um ein Konto bei der eigenen Bank handelt. Doof nur, wenn man das macht und anschließend das Guthaben auf dem Konto nicht mehr ausreicht, um weitere Ausgaben abbuchen zu lassen, die recht kurzfristig anstehen. Also habe ich beim Geschäftskundenservice angerufen und innerhalb von weniger als 36 Stunden hatte ich einen ordentlichen Kontokorrentkredit eingerichtet und freigeschaltet. Ebenfalls wurden die bis dahin aufgelaufenen Abbuchungen geduldet und nicht eiskalt zurück überwiesen. Sehr angenehmes Handling, inklusive des Rückrufs der Betreuerin mit der Mitteilung, das nun alles eingerichtet sei. Und sind wir mal ehrlich: Innerhalb von 36 Stunden wäre mir das Geld bei einer Überweisung von einem Konto bei einer anderen Bank in aller Regel nicht gutgeschrieben worden. Hier also ganz klar: Schnell und unbürokratisch.

Berliner Sparkasse

Das die Sparkasse in jedem Fall schnell und vor allem unbürokratisch handelt, kann man leider nicht sagen. Aber – und das ist mir ebenso wichtig – sie sind total ehrlich und gestehen Fehler ein, wenn sie passieren. So geschehen heute früh, als ich nach einer Anfrage, warum eine Kreditkarte nicht mehr funktionieren würde, die offene Mitteilung bekam, dass man sich da vertan hätte, den Fehler bedauere und die Karte nun innerhalb weniger Stunden wieder freigeschaltet sei. Keine Ausreden, kein Abwälzen der Schuld, einfach die Wahrheit. Und das ist bei der Berliner Sparkasse nicht das erste Mal, das Fehler direkt eingestanden werden. Das finde ich wiederum enorm gut (nein, nicht das Fehler passieren, aber am anderen Ende sitzen auch Menschen) und das stärkt mein Vertrauen in diese wenig glamouröse Bank, die nicht umsonst schon die Hälfte meines Lebens meine private Hausbank ist – auch, wenn die Kontoführung Geld kostet.

Aus genau diesen Gründen beteilige ich mich nicht mehr an der Hatz nach dem günstigsten Girokonto, sondern bleibe – vom Kontostand abgesehen ;-) – Traumkunde meiner Banken: Treu und positiv ihnen gegenüber eingestellt. Ich habe es bei anderen Banken (Dresdner Bank) auch schon komplett anders herum erlebt.

#Wahres Leben: Warten…

Momentan sitze ich wie auf Kohlen. Ich warte. Ich habe vorhin eine E-Mail geschrieben, und zwar an eine bestimmte Person. Diese Person ist aber eher analog, was bedeutet, dass sie eben nicht ständig ihre Mails überprüft, und selbst wenn sie sie überprüft, antwortet sie nicht immer sofort.

Das ist ziemlich unfair, wenn ich das mal ein wenig selbstmitleidig anmerken darf, denn ich habe (im übertragenen Sinne) in der Mail mal wieder ziemlich die Hosen runter gelassen. Nein, keine Inhalte, die hier irgendwie veröffentlicht werden könnten und auch keine Inhalte, die in irgendeiner Form anstößig wären. Nur Gefühle, und solch ein Kram.

Und jetzt sitze ich da und warte.

Das ist so analog, so unfair, so nineties!