Archive for the 'Virtuelles Leben' Category

Tipp: Parallels Desktop 8 und Windows 8 bei kleiner Auflösung

Auf dem Mac gibt es neben dem bekannten VMware Fusion auch Parallels als sehr häufig genutzte Virtualisierungssoftware. Dabei kann es im Zusammenspiel mit Windows 8 – gerade auf den 13 Zoll MacBook Pro – vorkommen, dass die Auflösung der virtuellen Maschine zu niedrig für alle Features von Windows 8 Metro Windows Store-Apps wird.

Sollte dem so sein, schlägt dann ein Feature von Parallels 8 in Zusammenspiel mit Windows 8 VMs zu: Parallels passt die Auflösung nicht mehr an die Größe des VM-Fensters an, sondern skaliert die Darstellung – die VM arbeitet also auf einer 1.366er Auflösung, angezeigt wird es aber auf der tatsächlich kleineren physischen Auflösung, was einerseits zu verwaschenen Schriften und einer unsaubereren Darstellung führt, andererseits aber eben erlaubt, dass die VM auch alle Windows Store Apps ausführen kann.

Wer dieses Verhalten nicht wünscht, kann es sehr einfach ändern: Die VM herunterfahren und in den Einstellungen dann als Typ nicht “automatisch” oder “Windows 8″, sondern “Windows 7″ festlegen.

Nach dem Neustart der VM wird nun nicht mehr skaliert.

Problem gelöst.

Alles wech

Krass, wenn man sich anschaut, wie schnell das ganze virtuelle Leben weg und kompromittiert sein kann – und wie einfach es Firmen wie Apple oder Amazon machen, sowas durch zu ziehen:

http://www.taz.de/!99088/

Unbedingt empfehlenswert ist es, sich den Artikel des Betroffenen zu Gemüte zu führen – es sind Kombinationen aus eigener Fahrlässigkeit und sperrangelweit offenen Sicherheitsproblemen der beteiligtren Firmen im sozialen Bereich:

http://www.wired.com/gadgetlab/2012/08/apple-amazon-mat-honan-hacking/all/

Und – ganz wichtiger Nebeneffekt – die Bilder und andere Daten lagen alle in der Cloud: Da schlägt dann die Bequemlichkeit direkt ins Gegenteil um, wenn die Daten am Ende überall im virtuellen Nirvana verschwunden sind.

Nacktfoto? Konto gesperrt.

Das ist der Nachteil, wenn man alles nur noch der Cloud anvertraut – da reicht schlimmstenfalls ein Nacktfoto aus, um das Konto gesperrt zu bekommen.

http://www.welt.de/wirtschaft/webwelt/article108348396/Microsoft-sperrt-unangekuendigt-Nutzer-Konten.html

Geht aber bei anderen Anbietern auch, keine Sorge.

Wenn ich mich demnächst von FB abmelde, …

…dann sind ziemlich sicher auch diese ständigen “kopiere blafasel an Dein Pinnwand”- oder “Wer blabluff, der blablabla”-Aufforderungspostings dafür mit verantwortlich.

Ich glaube, ich mag diesen Schwachsinn wirklich nicht.

Mich interessieren die Leute, ihre Meinungen und Dinge, die meine engeren Freunde spannend finden, aber weder will ich ständig zu irgendwas aufgefordert werden, noch virtuell als Feigling oder Assi bezeichnet werden.

Ohnehin überlege ich, Facebook zukünftig wesentlich selektiver zu nutzen – die Datensammelwut und die immer weiter reichenden Eingriffe darin, wie ich mich und die Dinge, die mich interessieren, organisiere, stören mich ganz enorm. Wenn es nicht eine feine Möglichkeit wäre, mit vielen vielen Leuten aktiv in Kontakt zu bleiben, wäre ich eh schon weg.

Generell poste ich jetzt wieder mehr auf meinen Blogs, da bleibt es wenigstens mein Inhalt. Kommentieren kann man da auch. Und kein Konzern schreibt mir vor, was oben zu stehen hat.

Und so muss es auch sein. :-)

Anonymous: Facebook ist am 5. November dran

Wir wissen alle, dass es natürlich nicht richtig ist, was Anonymous da vorhat, aber sie nehmen sich auf der anderen Seite ein Netzwerk vor, das tatsächlich meint, dass Privacy etwas von gestern sei:

http://de.engadget.com/2011/08/10/anonymous-facebook-soll-am-5-november-dran-glauben-video/

Insofern: Mögen die Spiele gewinnen. Ich befürchte, ich weiß, wer gewinnt, drücke aber meinem Favoriten die Daumen.

#Virtuelles Leben: …Nö!

Ähm, ob ich Software von Sun und Oracle immer vertrauen möchte? Wie meinen? Zwinkerndes Smiley

Windows-Sicherheit

Drücken wir es mal so aus: Ich habe diesen Dialog mehrfach präsentiert bekommen… Smiley

#Virtuelles Leben: Real vs. virtuell

Mein MacBook Pro verfügt seit kurzem wieder über eine Bootcamp-Partition, die ich innerhalb von Parallels auf dem OS X auch nutze, was interessanterweise subjektiv schneller läuft, als die zuvor eingesetzte Virtuelle Maschine. Das ist aber gar nicht der interessante Punkt, sondern man sehe sich einmal die Leistungsbewertung von Bootcamp-Windows und der virtuellen Bootcamp-Parallels-VM an.

Hier die reale Maschine:

Leistungsinformationen und -tools (3)

Logisch, das ist ein MacBook Pro von 2008 mit 6 GB RAM, der sollte schon angemessen Power haben.

Dazu im Vergleich die virtuelle Maschine (die reale Bootcamp-Partition innerhalb von Parallels Desktop 5 ausgeführt):

Leistungsinformationen und -tools

Die sieht auch nicht schlecht aus, fällt aber natürlich in jedem Bereich ab.

Ähm, Stop.

Die fällt gar nicht in jedem Bereich ab: Die primäre Festplatte hat hier einen Leistungsindex von 6,3. In der realen Umgebung hat sie “lediglich” einen Leistungsindex von 5,9. Irgendwie verwirrend.

Auf der anderen Seite muss man aber auch festhalten: Für das, was ich mache (Entwicklung mit .NET und Java), ist der Unterschied in den verschiedenen Leistungsbereichen zu vernachlässigen. Klar, die VM ist definitiv etwas langsamer, aber beschweren kann man sich nicht.

Insofern bestätigt sich mal wieder die Aussage, dass bei modernen Virtualisierern und einem ausreichend gutem Systemausbau (SSD oder zumindest 7.200er Festplatte, viel RAM) auch in einer VM genügend Leistung zur Verfügung steht.

Dennoch bleiben die 6,3 gegenüber den 5,9 durchaus verwirrend.

#Facepalm: Facebook-Hoax (#fb)

Nein, sowas gab es ja noch nieeeee, deshalb darf man da ruhig drauf reinfallen: Ein süßes kleines Hoaxchen macht die Runde, und Tausende, Hunderttausende oder Millionen leiten ihn geflissentlich weiter.

Folgender Text geht momentan um:

Facebook ist seit kurzem zu sehr überbevölkert, es gibt viele Mitglieder die darüber klagen, dass Facebook sehr langsam ist. Die Daten zeigen als Grund an, dass zu viele nicht-aktive Mitglieder auf der einen und viele neue Facebook-Mitglieder auf der anderen Seite sind.

Wir senden diese Nachricht, um zu sehen, wer die Mitglieder sind, die aktiv sind und wer nicht. Wenn Sie aktiv sind, schicken Sie bitte diese Nachricht an mindestens 15 andere Nutzer (copy + paste), um zu zeigen, dass Sie noch aktiv sind. * Diejenigen, die diese Nachricht nicht versenden, werdeninnerhalb von 2 Wochen entfernt, ohne zu zögern, um mehr Platz zu schaffen .*

Senden Sie diese Nachricht an alle ihre Freunde, um mir zu zeigen, dass Sie noch aktiv sind, und Sie werden nicht entfernt.

Gründer von Facebook,

Mark Zuckerberg

Und wer diesen Text liest, hat die offizielle Erlaubnis, seine Birne abzuschalten und selbstverständlich der Aufforderung Folge zu leisten.

Ich könnte vor soviel Blauäugigkeit manchmal einfach nur mit dem Kopf auf den Tisch schlagen – allein schon, weil Facebook inaktive (oder scheinbar inaktive) Mitglieder nicht löscht, nicht löschen will und auch nicht löschen wird, die sind schließlich Grundlage des Geschäftsmodells.

*Klatsch*

(das war der Kopf auf dem Tisch)

#Virtuelles Leben: Now in private

Ich habs mir überlegt: Social Networking ja, aber privat. Es muss nicht sein, dass Googles neue Echtzeitsuche in genau dieser Minute den privaten Mist findet, den ich in meiner geistigen Umnachtung gerade bei Twitter absondere.

Aus diesem Grund habe ich das gemacht, was eigentlich Jeder bei Twitter tun sollte: Die Tweets geschützt. Das kann man ganz einfach unter Settings > Account > Protect my tweets erledigen.

Twitter  Settings - Opera 

Danach müssen neue Follower bestätigt werden, für alte Follower ändert sich nix. Aber es findet eben nicht mehr jeder sofort jeden Mist über mich.

#Virtuelles Leben: …und morgen schon wieder vergessen

Die virtuelle Welt ist kurzlebig: Heute haben wir noch unseren Spaß dran, morgen ist es schon wieder vergessen.

Neuester Kandidat für diesen ewigen Zyklus des virtuellen Daseins ist FormSpring.Me – wobei hier auch nicht zwingend ein Geschäftsmodell dahinter stehen muss, denn diese Seite dient wohl mehr als Demonstration für ein webbasierendes Formularframework.

Karsten Samaschke  formspring.me - Opera

Meine Seite findet man unter der Adresse http://formspring.me/0700.

#Virtuelles Leben: #Kaputt gemacht

Oh je, wenn es geschieht, merkt man erst mal, wie sehr man sich in kurzer Zeit daran gewöhnen kann: Twitter ist gerade nicht erreichbar – nicht per WLAN, nicht über das T-Mobile-Netz. Und schon fühlt man sich abgeschnitten vom Rest der Welt.

Es ist faszinierend zu beobachten, wie sehr sich die Kommunikation auf soziale Netzwerke ausrichten kann. Zwar habe ich – wie auch Andere – noch diverse Messenger-Accounts, aber die dienen eher der bidirektionalen Kommunikation und sind ungeeignet, um einfach nur mal "in die Masse" zu kommunizieren, also einen Spruch zu machen, Dampf abzulassen oder sich schnell mal für ein paar Sekunden abzulenken. Interessant, wie sehr dieses Massenkommunizieren zur Gewohnheit wird und wie schnell dabei das gute Gefühl wächst, mit Menschen in unverbindlichem aber (wenn gewünscht) ständigem Kontakt zu stehen, die man sonst nur alle paar Jahre mal trifft oder denen man eben auch nie über den Weg läuft.

Gleiches gilt für – das zumindest bei mir vorhandene – Informationsbedürfnis. Ich nutze intensiv meine RSS-Abonnements von Webseiten und empfand das in der Vergangenheit als schnellsten und effektivsten Weg, informiert zu bleiben. Das hat sich mit Twitter geändert – hier kann ich bei bestimmten Nachrichtenkanälen noch schneller informiert sein, nur über einen kurzen Anreißer und einen Link. Wohlgemerkt, ich meine nicht den ganzen Krempel, der ständig retweetet wird, sondern meine "normalen" Nachrichtenquellen, die so eben nicht stündlich, sondern fünfmenütlich aktualisiert werden. Das hat was von Live-Ticker.

Inzwischen habe ich mich an diese Form der Kommunikation gewöhnt – knapp 2.000 Tweets sprechen eine deutliche Sprache. Sie ist nicht unverzichtbar (wenn ich Stress habe, ist Twitter das erste Medium, das ich nicht mehr beachte), aber sie entspricht meinen Kommunikationsgewohnheiten (mich im Schnellüberblick informieren und dann in Ruhe lesen, kurz mal einen Spruch machen oder mich eben mal für ein paar Minuten auch nur unterhalten lassen). Insofern wäre es jetzt ein guter Zeitpunkt, Twitter wieder anzuschalten.

Bitte.

Update (07.08.2009, 18:27 Uhr): Danke.

#Witzig: #Panic Button

Sollte es einem zu denken geben, wenn einen der Newsreader des Vertrauens nach zwei Tagen des Nicht-Lesens von Feeds mit dieser Meldung begrüßt?

Panic Button

Selbstverständlich habe ich den Panic Button nicht gedrückt.

#Virtuelles Leben: Sync for Dummies

Manchmal stellen sich selbst gestandene IT-Professionals sehr doof dumm dämlich unglücklich an. Aber meistens lernen sie dann daraus. Hier mal ein freies Gedächtnisprotokoll eines IM-Chats:

User: Kannst Du mir bitte Deine Kontaktdaten nochmal als vcf schicken? Ich habe nämlich alle meine Kontakte geschrottet.

KS: Mache ich. Aber warum mietest Du dir nicht mal einen Exchange und packst die Daten dann dort drauf?

User: Ich habe hier MobileMe, das funktioniert perfekt. Aber: Am Dienstag habe ich das iPhone-OS 3 installiert und eingerichtet. Danach habe ich mir gedacht, ich könnte ein wenig aufräumen und habe mal alle Kontakte auf dem iPhone gelöscht – ich hatte sie ja noch auf dem Rechner. Woran ich nicht gedacht hatte, war: Auch der Rechner war direkt an MobileMe angebunden und jetzt geschah folgendes:

iPhone an MobileMe: Daten gelöscht!
MobileMe an iPhone: Okay!
MobileMe an Rechner: Daten löschen!
Rechner an MobileMe: Okay!
User an Rechner: Grrrrrrmph!

KS: Und, was lernst Du daraus?

User: Datensicherung ist für Weicheier. Ich werde es zukünftig lieben, ein Weichei zu sein.

So gut hat noch selten jemand Synchronisierung erklärt. Und Datensicherung haben wir auch gleich noch mitgenommen. :-)

#Politik: So wird das nichts mit uns, liebe #Piraten

Ich habe ernsthaft mit dem Gedanken gespielt, zur Piratenpartei zu gehen, mich dort zu engagieren und den etablierten Parteien die Hölle heiß zu machen. Aber es gibt eine Stelle, an der wir definitiv nicht zusammen kommen, leider.

Der Punkt, der gar nicht passt, ist das Urheberrecht. Ihr schreibt in http://www.piratenpartei.de/navigation/politik/urheberrecht-und-nicht-kommerzielle-vervielfaeltigung:

Die Rückführung von Werken in den öffentlichen Raum ist daher nicht nur berechtigt, sondern im Sinne der Nachhaltigkeit der menschlichen Schöpfungsfähigkeiten von essentieller Wichtigkeit. Es sind daher Rahmenbedingungen zu schaffen, welche eine faire Rückführung in den öffentlichen Raum ermöglichen. Dies schließt insbesondere eine drastische Verkürzung der Dauer von Rechtsansprüchen auf urheberrechtliche Werke unter die im TRIPS-Abkommen vorgegebenen Fristen ein.

Ich folge euch, das Wissen und Inhalte nach einiger Zeit wieder allen Menschen zugänglich gemacht werden müssen. Das ist enorm wichtig. Aber daraus abzuleiten, das Rechtsansprüche nur sehr kurzfristig gelten dürfen, das sehe ich nicht. Was es geben sollte, ist eine Lizensierungspflicht bzw. ein Lizensierungsgebot nach einer bestimmten Frist, um einfach zu verhindern, das Entwicklungen unterbunden werden können – aber nicht das Abschaffen aller Rechte an einem Werk. Das sollte es nicht geben.

Warum sollte man es nicht wie bei den offenen Lizenzen halten? Wer auf Dinge zurückgreift, die unter einer öffnenden Lizenz oder als OpenSource (bzw. analoge Lizensierungen) veröffentlicht worden sind, muss entsprechend dieser Lizenzen auch sein Werk offenlegen. Das bedeutet aber nicht, das er alle Rechte an seinem Werk abgibt.

Ich verstehe – wenn ich ehrlich bin – nicht, warum ihr euch auf so dünnes Eis begebt. Ihr wisst es besser, ihr könnt es besser. Wenn ich wissen würde, das auch andere in euren Reihen so denken, wie ich es tue, dann könnte es doch was mit uns werden.

So aber, Stand jetzt, wird das wohl noch nichts.

#VIRTUELLES LEBEN: Keine Sorge, es dauert nicht mehr lange

Manchmal fragt man sich doch, ob man nicht irgendwie diesen Planeten mit einer Spezies teilt, die zwar so aussieht, wie wir, aber dennoch komplett anders tickt. Nein, die Rede ist nicht von Frauen, nicht dieses Mal.

Es geht um Menschen, die mit dem Web nichts anfangen können, Leute, die wir als “Internetausdrucker” bezeichnen oder “Alte Männer mit Kugelschreibern” nennen. Soll es geben, darf es geben, muss es auch geben – keine Frage. Das Schlimme ist nur, das diese Menschen über uns urteilen möchten und uns Vorschriften machen wollen. Und das können sie nicht, damit machen sie sich lächerlich.

Kristian Köhntopp spricht mir dabei in seinem ungemein lesenswerten Blogbeitrag aus der Seele. Recht hat der Mann.

Das Schlimme ist, das sie denken, das sie noch gewinnen könnten. Das können sie nicht. Sie können das Rad nicht mehr zurück drehen. Die Büchse der Pandora ist geöffnet — und ihnen bleibt nichts mehr übrig, als ohnmächtig und ängstlich dabei zu stehen und zu warten. Warten, bis sie endgültig und unwiderbringlich bedeutungslos und irrelevant geworden sind.

Sie müssen zum Glück nicht lange mehr warten.

#Politik: Internetausdrucker

Ich weiß, ich hatte es bereits vor Jahren schon mal irgendwo in der Hand, aber ich bin zu blöde, es wieder zu finden, deshalb poste ich es jetzt noch einmal.

Das Stichwort “blöde” trifft es auch ganz gut, denn es geht um die Internetausdrucker – unsere gewählten Volksvertreter und Politiker-Darsteller. Man sehe sich einfach kurz diesen Beitrag aus dem ARD-Morgenmagazin an:


Am 27.09. ist Bundestagswahl.

#VIRTUELLES LEBEN: Neues Blog

Direkt nach dem neuen Twitter-Account habe ich auch ein neues Blog eingerichtet. Dieses Blog erfüllt die gleiche Aufgabe, wie der Twitter-Account, nämlich auf spannende, interessante und lesenwerte Links, Webseiten und Artikel aufmerksam zu machen. Natürlich persönlich kommentiert.

Das Blog ist unter der Adresse http://unbedingtlesen.wordpress.com erreichbar. Sollte ein Artikel oder ein Link fehlen, dann bitte einfach per E-Mail oder per Twitter Bescheid geben!

#VIRTUELLES LEBEN: Zweiter Twitter-Account

Ich weiß, ich habe erst letzte Woche angefangen, zu twittern – und schon habe ich einen zweiten Account. Offensichtlich bekomme ich nicht genug, oder?

Naja, ganz so ist es nicht. Ich stelle nur fest, das ich bestimmte Dinge trennen möchte – persönliche Dinge, Politik und Entwicklerkram sollen über https://twitter.com/samaschke laufen, aber Empfehlungen von Webseiten und anderen Dingen möchte ich getrennt halten. Deshalb gibt es ab sofort den Account

https://twitter.com/unbedingtlesen

in dem ich interessante Links posten werde. Follow me! :-)

#POLITIK: Brief an Dr. h.c. Thierse

Herr Dr. h.c. Thierse ist mein Wahlkreisabgeordneter, ich habe ihn auch 2004 gewählt. Er ist ehemaliger Bürgerrechtler in der DDR und hat beim Gesetz zur Einführung der Internetsperren für den Gesetzesvorschlag der Bundesregierung gestimmt. Ich habe ihm gerade eben eine kurze E-Mail geschrieben, erwarte jedoch – wenn ich ehrlich bin – keine brauchbare Reaktion.

Lieber Herr Dr. Thierse,

Mit größter Verwunderung musste ich am gestrigen Abend zur Kenntnis nehmen, dass Sie als mein Wahlkreisabgeordneter (und Parteigenosse) dem Gesetzesentwurf zur Einführung von Internet-Sperren Ihre Zustimmung gegeben haben.

Ich erwarte von Ihnen selbstverständlich nicht, dass Sie sich in den neuen, elektronischen Medien blind auskennen oder gar die technische Umsetzbarkeit der Vorschläge von Frau von der Leyen beurteilen können oder sich darüber hätten angemessen informieren lassen.

Ich hätte jedoch von Ihnen – gerade als ehemaliger Bürgerrechtler in der DDR – erwartet, dass Sie erkennen können, wenn Infrastrukturen und Mechanismen geschaffen werden, die der Einführung einer Zensur Vorschub leisten können und sich dagegen wenden. Ebenfalls hätte ich erwartet, dass Sie die Einwände, die die – von einigen Ihrer Parlamentarier-Kollegen abschätzig so genannte – “Internet-Community” geltend gemacht hat, die auch Ihre Parteigenossen (u.a. Thorsten Schäfer-Gümbel) vorgebracht haben, zumindest zur Kenntnis nehmen und dementsprechend eine gründlichere Untersuchung des Sachverhaltes und der gewünschten Lösungsansätze befürwortet hätten, statt sich vor den Karren der CDU und der (Springer- bzw. CDU-nahen-) Presse spannen zu lassen. Ebenfalls hätten Ihnen mehr als 134.000 Unterzeichner der Online-Petition gegen dieses Gesetzesvorhaben genügend Gründe liefern sollen, deren Belange und Einwände entsprechend zur Kenntnis zu nehmen.

Mit Entsetzen habe ich jedoch registrieren müssen, dass dies alles nicht der Fall gewesen ist. Ich bedaure dies – speziell auch als SPD-Mitglied – ganz enorm, denn letztlich zeigt es mir sehr deutlich auf, dass die SPD in der derzeitigen Verfassung schlichtweg den Kontakt zu den jüngeren Menschen verloren hat und die aktuellen Entwicklungen auch in technischer Hinsicht nicht mehr genügen widerspiegeln kann.

Somit ist es für mich auch äußerst schwer zu begreifen (geschweige denn zu vermitteln), warum ich Sie und die SPD weiterhin als meine Interessenvertreter begreifen soll. Können Sie mir diese Fragen abseits des üblichen Geschwafels (verzeihen Sie bitte diesen Ausdruck) beantworten? Können Sie mir erklären, warum ich – als Pankower, als Vater zweier Söhne, als SPD-Mitglied, als Autor, als Mitglied der “Internet-Community” – Sie am 27.09.2009 erneut wählen soll?

Für einen Dialog stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Gruessen / Best regards,

Karsten Samaschke

POLITIK: KiPo-Gesetz ist beschlossen worden

Der Bundestag hat abgestimmt: 389 Mitglieder des Bundestages haben für Zensur und Netzsperren gestimmt. Widerworte gab es nur von der Opposition und von Jörg Tauss, der seinerseits allerdings als potentieller Kinderschänder und KiPo-Nutzer gebrandmarkt ist.

Was für eine Schande für Deutschland: Das Kinderporno-Gesetz ist angenommen worden. Dabei war die Ursula von der Leyen als Initiatorin noch nicht mal anwesend. Insgesamt war die Grenzziehung deutlich: Die Opposition war einhellig dagegen, die Koalition nahezu geschlossen dafür. Die Debatte verlief dabei durchaus lebhaft, allerdings wurden auf beiden Seiten mehr oder weniger nur die bekannten Argumente ausgetauscht.

Ganz interessant: Jörg Tauss (gegen den wegen des Verdachts des Besitzes von Kinderpornographie ermittelt wird und der deshalb auch nicht mehr wieder für den Bundestag kandidiert) durfte nach der Abstimmung seine persönlichen Anmerkungen vorbringen – und die waren deutlich:

  • Ursula von der Leyen hat keine Erkenntnisse, die ihre Aussagen stützen
  • Erstmals seit 1949 werden echte Überwachungsstrukturen gegen die Bürger eingerichtet
  • Sachverständige und Experten wurden nicht ausreichend berücksichtigt
  • Das Stopsignal hilft nur den Tätern, nicht den Opfern
  • Das Gesetz versucht, dem BKA neue Kompetenzen zuzuweisen, die das BKA nicht haben dürfte (Kinderpornographie ist kein internationaler Terrorismus)
  • Deutschland wird international mittlerweile in einem Atemzug mit China und dem Iran genannt
  • Die Einrichtung der Überwachungsinfrastruktur ist äußerst gefährlich, da so die Technik geschaffen wird, die international zur Unterdrückung von Demokratie und Meinungsfreiheit genutzt werden kann
  • Die Unterzeichner der Petition wurden einfach ignoriert
  • Wir als Betroffene sollen gegen die Zensurvorwürfe vorgehen

Diesen Aussagen kann man – unabhängig von der rechtlichen Situation und dem Wahrheitsgehalt der Anschuldigungen gegen Jörg Tauss – inhaltlich nur voll und ganz zustimmen.

Tja. Sieht so aus, als sollten wir unsere Hoffnungen auf das Bundesverfassungsgericht konzentrieren. Die Chancen scheinen so schlecht nicht zu sein, dass das Gesetz dort gekippt wird.

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