Ihr werdet es sicher schon mitbekommen haben: In diesem Blog dreht es sich in letzter Zeit deutlich mehr um Politik, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Das spiegelt sich jetzt auch im Untertitel wieder – der lautet ab sofort: “Coffeeshops, IT und Politik”.
Der Grund ist klar: Ich ertrage diese unsäglichen Versuche, eine Internetzensur einzuführen und uns alle für doof und blöd zu verkaufen nicht mehr. Ich ertrage es auch nicht mehr, von den Medien ständig die eine und reine Wahrheit vorgekaut zu bekommen – ich bilde mir lieber selbst mein Urteil und werde das auch äußern. Ich habe eine politische Meinung, ich habe einen politischen Standpunkt und beides möchte ich auch vertreten können.
Insgesamt habe ich mich in den letzten Wochen darauf besonnen, wo ich herkomme: Ich bin ein Ostkind, durch 1989 und 1990 geprägt – ich war damals dreizehn bzw. vierzehn Jahre alt, also gerade so alt, um mitzubekommen, wie es im Osten für einen Jugendlichen war und mitzuerleben, wie sich die Welt in diesen beiden Jahren änderte und alles möglich schien. Und mitzubekommen, wie kurze Zeit danach alles wieder erstarrte und wie aus einem zivilen Umsturz, einem Aufbegehren, einem Alles-Ändern-Wollen in den Medien eine Revolution gemacht worden ist. Und das nicht grundlos, wie ich anmerken möchte (ich werde darauf in einem späteren Posting mal eingehen). Ich habe erlebt, wie ich im Osten manipuliert worden bin (ich war damals schon politisch sehr interessiert, allerdings nur im Rahmen dessen, was Schule und Elternhaus vorgaben) und ich “darf” momentan erleben, wie ich im gemeinsamen Deutschland manipuliert werden soll. Die Mechanismen sind subtiler, nichts desto trotz enorm wirkungsvoll und durchschlagend: Statt Gewalt geht es um Geld. So einfach kann es sein, und so gut funktioniert es.
Lange Rede, kurzer Sinn: Ich schäme mich nicht für meine politischen Ansichten. Ich stehe eher links, ich weiß wo ich herkomme, ich mag mich nicht unterordnen. Ich werde das in Zukunft deutlicher vertreten, ich freue mich über eure konträren Meinungen, ich freue mich über den Streit, ich hoffe, dass wir alle alt genug und reif genug sind, um meine politischen Ansichten zu ertragen. Und ich wünsche mir, dass ihr mir Contra gebt und mir eure Meinung sagt – ich finde es nämlich fürchterlich, wie sehr dieser Aspekt in der Gesellschaft in den Hintergrund getreten und teilweise sogar verpönt ist. Nur aus diesem Austausch heraus – so finde ich – lässt sich etwas bewegen.
Ach so, IT wird es dennoch weiterhin geben. Da sind ebenfalls ein paar Sachen geplant.