Archive for the 'Nervend' Category

Das Projektvermittler-Elend

Wenn man im IT-Umfeld als Freiberufler oder kleine Firma unterwegs ist, dann stellt man schnell fest, dass viele größere potentielle Kunden nur noch mit Projektvermittlungsfirmen arbeiten. Deren Aufgabe besteht darin, dem Kunden die Suche nach einem geeigneten Kandidaten für ein Projekt abzunehmen und ihm letztlich eine handverlesene Kandidatenliste vorzulegen, bei denen sicher ist, dass sie verfügbar sind und dass sie über die geeigneten Qualifikationen verfügen. Der letztlich ausgewählte Kandidat erhält einen (je nach Projekt) geringfügig bis deutlich geringeren Stundensatz, dafür aber die Gewähr, dass Stunden und Zahlungen korrekt und zeitnah abgewickelt werden, denn sein Vertragspartner ist die Projektvermittlung. Die Projektvermittlungsfirma lebt von der Differenz beim Stundensatz gegenüber Auftraggeber und Auftragnehmer. Eine durchaus komfortable Situation für alle Seiten also.

Die Probleme treten im Vorfeld vor dem Vertragsabschluss auf: Kunden beauftragen häufig mehr als eine Projektvermittlungsfirma, nach dem geeigneten Kandidaten zu suchen und die Projektvermittlungsfirmen erwarten vom potentiellen Auftragnehmer, dass der sich erstens exklusiv über die jeweilige Firma vermitteln lässt und zweitens während des Vermittlungsprozesses keine anderen Projektvermittlungen für sonstige Projekte wahr nimmt. Problematisch sind beide Dinge, da manche Kunden eine Entscheidung für oder wider einen Kandidaten vom Stundensatz abhängig machen, den die Projektvermittlung ihm gegenüber aufruft, was aber für den Kandidaten absolut intransparent ist und sich Kunden manchmal auch fünf, sechs Wochen Zeit für eine Entscheidungsfindung lassen und man – zumindest in Bezug auf Projektvermittlungen – in der Zeit letztlich unbezahlt herumsitzt und wartet, wenn man die geforderte Exklusivitätserklärung unterschrieben hat. Deshalb machen wir letzteres nicht mehr.

Das alles vorausgeschickt und erklärt, gab es gestern folgendes Szenario zu bestaunen:
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#Medien: Klare Antwort: Ja!

Es gab vor einigen Jahren eine Webseite, die konnte man mit Fug und Recht als DIE deutsche Nachrichtenwebseite bezeichnen – die hatte Informationen rund um alle relevanten Themen, Sport, etwas Klatsch und eben einfach Nachrichten, alles durchaus kritisch und kritisierend betrachtet. Diese Nachrichtenwebseite gibt es leider nicht mehr.

An die Stelle der alten Webseite ist ein neues Angebot getreten – frecherweise unter der selben Adresse, mit dem gleichen Layout, aber eben anderen Inhalten. Hier werden C-Promis (wobei das Wort "Promi" für sich schon nicht zutreffend sind, die meisten dieser Menschen sind Öffentlichkeitsprostitutierte) ganz groß heraus gebracht. Hier bestimmen Yellow-Press-Themen den Inhalt. Hier wird nicht mehr recherchiert, sondern abgedruckt. Hier gibt es kilometerlange Klick-Strecken. Hier wird der breiten Masse nach dem Maul und dem Erkenntnissstand geredet. Quasi also eine Bild-Zeitung in etwas anderer Aufmachung, aber mit dem gleichen Habitus: Wir erklären Dir die Welt, wie unsere Anzeigenkunden und unsere Werbepartner sie sich wünschen. Wir sind unkritisch, weil es Geld kosten könnte. Wir machen Politik, wenn es unseren Interessen dient.

Die Rede ist vom ehemaligen Hamburger Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL (dessen Print-Ausgabe schon seit mehreren Jahren kaum mehr lesbar ist) und seinem Online-Ableger: SPIEGEL ONLINE.

Für mich ist hier Feierabend. Ich habe keine Lust mehr auf diese drittklassige Imitation eines Nachrichtenmagazins. Ich mag nichts mehr über Kader Loth, Michael Jackson und von der schicken neuen Brille vom Wirtschaftsminister lesen. Ich will nicht mehr abgestandene und abgeschriebene Pseudo-Informationen als Nachrichten verkauft haben. SPIEGEL ONLINE fliegt hiermit aus meinem RSS-Reader heraus.

Confirmation

Die Antwortet lautet: "Ja". Einfach "Ja".

#Medien: Get a life!

Ja, es ist traurig. Es ist total schade. Es ist wirklich tragisch: Michael Jackson ist tot. Er war doch erst fünfzig Jahre. Und er war doch der King of Pop. Und überhaupt.

Und irgendwie scheint es heute zu sein, als hätten sämtliche Medien kein anderes Thema mehr, als seinen Tod. Da werden Umfragen gestartet (hier), da werden riesige Klickstrecken zusammengezimmert (hier, hier), da wird seine Diskographie von vorne bis hinten gewälzt (hier).

Habt ihr keine anderen Probleme? Get a life!

POLITIK: Stasi-Hysterie

Der Fall Kurras ist momentan in den Medien eines der Top-Themen, denn Kurras war inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Diverse Medien rufen nun nach einer umfassenden Aufarbeitung der (west-) deutschen Geschichte oder wollen diese – speziell beim Thema Studentenunruhen – gleich komplett umschreiben.

Überall herrscht aktuell eine regelrechte Stasi-Hysterie – da wird gemunkelt, dass die Stasi ja quasi Auslöser der Studentenunruhen war, da wird überlegt, ob jetzt die Geschichte neu interpretiert werden müsse, da wird überlegt, ob die Spitzelaffären bei Telekom und Bahn nicht vielleicht auch das Werk von alten Stasi-Seilschaften gewesen seien.

Diese Aufregung zeigt jedoch nur an, dass die (alte) Bundesrepublik sich nach wie vor nicht mit ihrer Vergangenheit und den Hintergründen der Studentenunruhen 1967 auseinander gesetzt hat. Sie zeigt, dass diverse Medien (aus dem Springer-Konzern vorrangig) die Gelegenheit nutzen wollen, sich quasi im Vorbeigehen dieser alten Geschichten und der eigenen Mitschuld zu entledigen. Sie zeigt, dass auch heute noch alte Sündenböcke für die eigenen Fehler und Versäumnisse herhalten müssen. Sie zeigt, wo Deutschland 2009 geistig steht.

Zum Thema “Studentenunruhen” sei angemerkt, dass sich durch die Enttarnung von Kurras als Stasi-Zuträger nichts, aber auch überhaupt nichts im Rückblick ändert: Der Muff von 1000 Jahren war dennoch da, die brutalen Polizeiübergriffe beim Schah-Besuch waren davor geschehen, das Attentat auf Rudi Dutschke wäre höchstwahrscheinlich trotzdem passiert, die Hetze der Springer-Presse (anders kann man das wohl kaum bezeichnen) lief schon, die nicht wirklich erfolgte Aufarbeitung der Geschichte geschah in den zwanzig Jahren davor ja ohnehin. Also, was hätte sich an den Studentenunruhen geändert, wäre damals bekannt geworden, das Kurras Stasi-Spitzel war? Zumal er ja dennoch Polizist gewesen ist?

Die Springer-Presse (und andere, mit dem Springer-Konzern geschäftlich oder intellektuell verbandelte Unternehmungen, zu denen auch ein ehemaliges Hamburger Nachrichtenmagazin gehört, wie man schon deutlich bei der Rechtschreibungsdebatte beobachten durfte) hat damals ihren Teil (einen gewaltigen Teil!) dazu beigetragen, das die Situation so eskaliert ist. Die Verunglimpfungen und die einseitige, voreingenommene Berichterstattung waren und sind ja Unternehmenspolitik. Die Aufdeckung, das Kurras bei der Stasi war, wird jetzt allerdings nur zu gerne genutzt, um von der eigenen Schuld und den eigenen Verstrickungen abzulenken. Gleichzeitig kann man nolens volens die Studentenbewegungen ganz in Ruhe aus ihrer glorifizierten Widerstandsecke holen – nicht der Staat hat Ohnesorg erschossen, sondern die Stasi. Also kann die Schuldfrage anders gestellt werden, also können eigene Verstrickungen bagatellisiert werden.

Besonders genial fand ich in diesem Kontext übrigens die Frage im DLF an einen ehemaligen Studentenaktivisten: Ob er jetzt nicht seine Rolle ganz anders bewerten müsse, wenn Ohnesorg von der Stasi und nicht von der Polizei erschossen wurde… So wird es zukünftig wahrscheinlich häufiger geschehen.

Und die allgemeine Stasi-Debatte hat auch ihren Zweck: Viele, viele datenschutzrechtliche Verfehlungen und viele Verstöße gegen das Gesetz werden – zumindest in der Öffentlichkeit – mit alten Stasi-Kadern begründet. Das macht es für die Unternehmen vergleichsweise einfach, denn so müssen sie sich nur dafür rechtfertigen, das sie ehemalige Stasi-Mitarbeiter eingestellt haben (kann ja auch sein, dass man das gar nicht gewusst hat, die konnten sich ja so toll tarnen). Die Verstöße sind dann immer Verstöße Einzelner, also der Stasi-Mitarbeiter. Und wir glauben es.

Ja, so erfüllt die Stasi-Hysterie ihren Zweck. Und – da sie ja nicht in Ruhe und sachlich geführt wird – man kann gleich wieder hunderttausende oder Millionen von ehemaligen DDR-Bürgern in ihre Ecke weisen: Stasi-Mitarbeiter, Verbrecher, böse Menschen. Und im Zweifelsfall muss man es noch nicht mal beweisen können, der Verdacht reicht aus. Fehlt eigentlich nur noch, dass man feststellt, dass auch die Kinderpornosache von der Stasi aufgezogen worden ist. Dann würde sich der Kreis schließen.

Widerlich.

Disclaimer: Ich möchte nicht die Verbrechen und die Unterdrückung der / durch die Stasi relativieren, ich will nur darauf hinweisen, dass die aktuelle Debatte einen gewissen Zweck erfüllen könnte oder es bereits tut. In der heutigen Medienwelt geschieht nahezu nichts mehr ohne Hintergrund oder Intention. Dementsprechend sollte man sich auch seine Meinung bilden.

AUA: Rechnung nicht bezahlt?

Hmmm, seltsam: Seit etwa 16 Uhr kann man im T-Mobile-Netz nicht mehr telefonieren (und auch nicht mehr surfen, btw). Zunächst dachte ich, dass das meine Schuld wäre (wobei ich allein ja schon für die Hälfte des Jahresgewinnes von T-Mobile aufkomme), aber weit gefehlt…

Es sieht so aus, als ob das ganze T-Mobile-Netz zusammengebrochen wäre. Deutschlandweit, fast ohne Ausnahme. Grund: Unbekannt. Dauer: Unbekannt.

Man könnte jetzt unken: Vielleicht ein Hacker-Angriff auf die Zentralrechner? Oder die Rechnung(en) wurden nicht bezahlt? Wie auch immer, ich bezweifle, dass wir den tatsächlichen Grund erfahren werden (wenn es ein Hacker-Angriff war) und stattdessen die Auskunft erhalten, dass ein Server defekt war und sich anschließend eine USV nicht einschaltete oder sowas ähnliches.

E-Plus und Vodafone funktionieren übrigens. Und geben – nur mal am Rande erwähnt – meine Verbindungs- und Kundendaten auch nicht im vorauseilenden Gehorsam an den BND, das BKA oder die private Adresshandelsindustrie weiter.

Könnte man ja mal drüber nachdenken.

AUA: Berlin – Wiesbaden für nur 292,– EUR

Ja, super sowas: Ich muss morgen nach Wiesbaden fahren – Kundentermin, ggf. ein neuer Auftrag. Macht man ja gerne, und am Liebsten per Bahn. So von wegen Preis und Leistung und Umwelt.

Ein wenig unpässlich ist, dass ich erst gestern die genaue Zeit erfahren habe. Also konnte ich auch keinen Sparpreis o.ä. in Anspruch nehmen und eher buchen. Als ich heute früh die Preise online überprüft habe (Berlin – Wiesbaden, 1. Klasse, Bahncard 25 First), bin ich fast rückwärts vom Stuhl gekippt: 292,00 EUR will die Bahn für Hin- und Rückfahrt. Zuzuglich entweder Parken am Bahnhof für irgendwas um die 20 EUR am Tag oder Taxi für 2x 20 EUR. Da bin ich also im Bereich von 310-330 EUR. Man möchte sich das mal auf der Zunge zergehen lassen: 310 EUR für 1.200 Kilometer.

Nun mag man sich denken, dass man mit dem Flugzeug fliegen könne – klar, geht auch. Ab 380,00 EUR bei AirBerlin. Lufthansa will gepflegte 550,00 EUR. Dazu kommt dann nochmal die Bahn und 2x Taxi. WTF?

Nein, es wird wohl doch wieder so laufen: Ich werde mich in mein Auto setzen, etwa 150,00 EUR Sprit einplanen (die gehen in bar weg) und vielleicht nochmal 100,00 EUR für Reparaturkosten zurücklegen (die kommen vielleicht irgendwann mal dazu) und dann in kürzerer Zeit und ohne nervende Mitfahrer zu meinem Meeting fahren. Umwelttechnisch ist es Mist, aber die Preisunterschiede sind ernsthaft unglaublich.

Tsssss… :-(

WIDERLICH: Unsäglich

+++ UPDATE +++ UPDATE +++ UPDATE +++

Okay, die Wortwahl macht die Musik, da habe ich mich wohl vergriffen, das sehe ich ein. Ich schreibe den Artikel um, gebe trotzdem die Kommentare frei, die bisher eingegangen sind, und gehe auf die Punkte dann noch gesondert ein, die unabhängig von der Wortwahl offen sind. Okay?

Die Rede ist von diesem unsäglichen Marco W.-Typen, jenen Liebling von BILD-”Zeitung” und RTL, der uns jetzt schon seit geraumer Zeit immer wieder heimsucht. Der mit einer definitiv Minderjährigen (nach deutschem Gesetz, nach englischem Gesetz, nach türkischem Gesetz) im Bett gelandet und anschließend von deren Eltern voll und ganz zu Recht angezeigt worden ist. Wobei es für den weiteren Inhalt des Beitrags keine Rolle spielt, ob er mit ihr wirklich geschlafen hat, oder nicht.

Nun hat dieser junge Mann auch noch ein Buch veröffentlicht, nachdem er zuvor schon RTL und der BILD-”Zeitung” Interviews über seine Zeit im türkischen Knast (gegen gutes Geld, versteht sich) gegeben hat. Auch mit dem Buch wird natürlich fett Kohle gemacht, ist auch klar. Darüber kann ich mich endlos aufregen, und zwar aus zweierlei Gründen:

  • Ich finde es komplett daneben, von Anfang an eine eventuell oder tatsächlich vorhandene Unschuld mit Hilfe der Medien belegen zu wollen. Anders ausgedrückt: Natürlich kann man darüber streiten, ob er wirklich mit ihr geschlafen hat und natürlich kann man auch darüber streiten, ob es vertretbar ist, jemanden über Monate hinweg in Untersuchungshaft zu nehmen. Aber man muss genau so anmerken dürfen, dass in der Öffentlichkeit gleich vom ersten Tag an die Rollen ganz deutlich verteilt worden sind (und zwar mit durchaus rassistischem Unterton): Hier der arme deutsche Junge, der beim Urlaub von einer minderjährigen Britin verführt worden ist, dort eben jene minderjährige Britin, die es dem armen deutschen Jungen – warum auch immer – anhängen wollte. Und nicht zu vergessen der ungerechte, böse türkische Staat, der den armen deutschen Jungen einsperrt, obwohl der doch von der minderjährigen Britin verführt worden ist, und nix dafür kann. Man möge mir verzeihen, aber das ist nicht mehr lächerlich, das ist unangenehm, rassistisch und einfach nur schlecht. Wie gesagt: Ich sage hier nichts über Schuld, ich sage was über die Darstellung. Ach, und bitte, das ging sehr wohl von ihm mit aus. Komme mir bitte niemand mit der Aussage, die Medien hätten das alleine inszeniert.
  • Zweitens finde ich es sehr befremdlich (um es vorsichtig auszudrücken), wie dann aus diesem Fall eine Popularität konstruiert wird. Da verkauft sich der arme, deutsche Junge an die BILD-”Zeitung” und an RTL, kassiert dafür Honorare, es werden Spendenkonten eingerichtet, es wird echt Kohle gemacht. Der Prozess läuft noch, dann kommt ein Buch heraus – Titel: “Meine 247 Tage im türkischen Gefängnis”. Welchen Zweck soll das Buch denn haben, wenn nicht, Geld zu machen? Das türkische Gericht wird es wohl eher nicht lesen oder zumindest als nicht angemessen empfinden.

Okay, den nächsten Absatz (da ging es um Looser und Vollpfosten) nehme ich raus. Ich formuliere es wie folgt: Eigentlich kümmere ich mich ja um derartige Menschen nicht, aber ich finde das Verhalten dieses Menschen unerträglich, denn zum Einen verkauft er sich an die Medien, zum Anderen ist er sich noch nicht mal einer Teilschuld bewusst. Und die hat er (wenn auch nicht im juristischen Sinne, bzw. das muss halt erst noch bewiesen werden): Er hat mit einer definitiv Minderjährigen rumgemacht. Dadurch hat er sich angreifbar gemacht. Das war ganz definitiv sein Fehler. Er sieht das aber nicht ein, sondern redet sich damit heraus, dass das Mädchen ja so gut gebaut gewesen wäre. Abgesehen davon, dass der Mann (und das ist er ja) damit schlicht nicht sieht, dass man mit einer Minderjährigen nicht rum macht (egal, ob man es weiß oder nicht – Unwissenheit schützt…), er offenbart daneben noch ein in meinen Augen wirklich unerträgliches Frauenbild.

Und dann tut es mir einfach leid: Ich finde es total arm, wenn solche Menschen auch noch mediale Aufmerksamkeit und Vermarktungsmöglichkeiten bekommen. Und davon am Ende profitieren.

Sorry, da hört es einfach auf.

URSPRÜNGLICHES UPDATE

Thomas fand mein Posting widerlich. Ich habe den Eintrug zwar nicht, möchte aber zwei Dinge klarstellen:

  • Erstens vergreife ich mich absichtlich im Ton bezogen auf diesen Typen, denn ich kann diese mediale Selbstvermarktung schlicht nicht mehr ertragen
  • Zweitens finde ich es absolut richtig, das er vor Gericht gestellt und verurteilt wird, wenn er wirklich mit der Britin geschlafen hat. Hat er nicht mit ihr geschlafen, dann muss sich der türkische Staat entschuldigen. Nur bitte fürs Protokoll: Auch in Deutschland mit einer Deutschen hätte er sich strafbar gemacht – unabhängig davon, ob die Eltern ihn anzeigen, oder nicht.

Inhaltlich nehme ich nix zurück, auch wenn man mein Posting widerlich finden mag.

SYSTEMMITTEILUNG: Schwein gehabt!

Da häte ich doch beinahe hunderte von Euro für eine Anti-SPAM-Lösung für meinen Exchange-Server ausgegeben, die ich letztlich überhaupt nicht benötigt habe. Glück gehabt.

Was passiert ist?

Seit heute früh habe ich keine E-Mails mehr bekommen. Und zwar noch nicht mal die üblichen zweihundert Junk-Mails, die hier bis zum späten Vormittag für gewöhnlich aufschlagen. Stutzig geworden, habe ich mir über diverse Accounts selbst E-Mails gesendet – die kamen auch nicht an.

Okay, wird wohl der ASSP-Proxy sein, dachte ich. Also hab ich den Dienst beendet und neu gestartet – nix. Es gab aber auch keine Fehlermeldungen, es kamen schlicht keine Mails durch. Ein kurzes Umstellen auf den Exchange-Server hat auch nur bestätigt, dass es Exchange nicht sein kann – binnen Minuten kamen Mails.

Der nächste Schritt war dann, per Telnet zu versuchen, mir Mails zukommen zu lassen. Hat funktioniert, es ist alles angekommen. Das war der Moment, in dem ich seeeehr nachdenklich wurde – wieso kommen Mails per Telnet durch, per externem Mailserver aber nicht? Also hab ich den Operator! angerufen – bei dem kamen dann nicht mal die Telnet-Mails durch. Er jedoch erhielt eine Fehlermeldung, die inhaltlich besagte, dass keine Ressourcen frei wären.

WTF? Auf dem Systemlaufwerk waren mehr als 1 GB frei, auf der Datenpartition sanfte 280 GB?! Unverständlich, aber auch durch das irritierte und nervöse Augenrollen änderte sich nix. Aus einem unerfindlichen Grund schien ASSP komplett zerschossen zu sein.

In dem Moment erinnerte ich mich an ein Posting des Kollegen Wille über eine Anti-SPAM-Lösung für den Exchange. Also hab ich mir die Testversion geladen, installiert und konfiguriert und wurde innerhalb von Sekunden mit E-Mails überschüttet. Und eine nette Administrationsoberfläche hatte das Teil! Herrlich! Nur SPAM- / Anti-SPAM-technisch ist es grauenvoll zu konfigurieren, was mich dann nicht wirklich in Ruhe ruhen ließ.

Also hab ich mir die neueste ASSP-Lösung geladen, über die scheinbar kaputte Lösung drüber installiert – und plötzlich lief auch mein gewohnter Anti-SPAM-Proxy wieder.

Hach, es sind die kleinen Dinge im Leben, die mich glücklich machen. :-)

ASP.NET: Handarbeit statt DataSource!

Achtung: Polemik, Zuspitzung, Gemeinheit!

Das ASP.NET-Framework bietet diverse datengebundene Controls an, die der Visualisierung von Listen dienen. Die bekanntesten sind Repeater, DataGrid und GridView, gefolgt von einigen Exoten, etwa der DataList. Dazu gibt es wundervolle DataSource-Steuerelemente, die es erlauben, komplett ohne eine einzige Zeile an .NET-Code, Datenbanken an diese Steuerelemente zu binden.

Wenn man sich nun den Spaß macht, mal durch die Foren zu hirschen, dann bekommt man das kalte Grausen, denn die Kombination DataSource-Steuerelement + GridView-Steuerelement beherrscht seit .NET 2.0 quasi die Programmierung im ASP.NET-Umfeld. Was auch letztlich kein Wunder ist, denn sie sind idiotensicher einzusetzen und bringen Ergebnisse in wenigen Sekunden. Mit dabei sind dann gleich Features, wie etwa Paging und Sorting. Geil.

Nur leider ist es totaler Mumpitz und absoluter Schwachsinn, diese Controls extensiv und in Kombination miteinander einzusetzen. Denn sie räumen gründlich auf mit allem, was gemeinhin als Schichtentrennung, Wartbarkeit, Skalierbarkeit oder Qualität bekannt ist.

Die Gründe liegen auf der Hand:

Schichtentrennung ist nicht mehr gegeben, da der Code zum Abrufen von Daten – samt SQL-Statements! – speziell bei Verwendung vom SqlDataSource-Steuerelement in der WebForm selbst liegt. Statt also eine dedizierte Geschäftslogik damit zu beauftragen, Daten zu laden (zu cachen, aufzubereiten, zu analysieren, …), wird hier direkt auf die Datenquelle zugegriffen. Die komplette Verarbeitungslogik wandert dann in irgendwelche Ereignisbehandlungsmethoden im Code-Bereich der WebForm, statt in einer eigenen Verarbeitungsschicht zu liegen, wo sie ggf. auch gegen andere Implementierungen, Weiterentwicklungen oder sonstwas ausgetauscht werden könnte. Einzige akzeptierbare Ausnahme hier: Das ObjectDataSource-Steuerelement, das es erlaubt, gegen statische Methoden von Geschäftsobjekten zu arbeiten. Doof nur, dass mir dann dabei quasi vorgegeben wird, dass ich eben eine statische Methode brauche. Was ist mit meiner Factory (Provider, Builder, Broker, …), die ich ggf. habe?

Wartbarkeit? Gibts nicht mehr. Wie auch? Ein Beispiel: Es gibt zwanzig WebForms in einer Applikation, die auf diese Art arbeiten – also GridView + DataSource-Steuerelement. Jetzt wird das Datenmodell geändert, was im Rahmen von Weiterentwicklungen durchaus vorkommen soll. Das Ergebnis? Ich darf an mindestens zwanzig WebForms Änderungen vornehmen, statt es an nur einer Stelle in meiner Geschäfts- oder Datenlogik zu haben. Klasse. Nicht zu reden von der quasi nicht mehr vorhandenen Lesbarkeit des Codes. Neee, Wartbarkeit gibt es damit nicht.

Die Skalierbarkeit verschwindet ebenfalls hinter dem Horizont, denn ich habe schlicht keine brauchbare Möglichkeit mehr, in Datenhaltungs- und Caching-Prozesse einzugreifen. Geht nicht, ist ja alles inline. Klar, die SqlDataSource kann auch cachen – aber das kann ich im Code über das Application Data Caching viel zielgerichteter und genauer umsetzen. Wie also soll es skalieren? Zumal ich ja nicht mal in der Lage bin, einfach per Konfiguration etwa auf eine Web-Service-basierende Lösung umzustellen – ich müsste es halt überall ändern, wo ich auf die Daten zugreife. Oder eben eine andere Implementierung der Geschäfts- oder Datenhaltungslogik zu verwenden. Klar, es gibt die ObjectDataSource, aber… siehe oben. Dazu kommt: DataGrid und GridView sind zwar mächtig, aber eben auch langsam, denn die ganzen Funktionalitäten müssen ja irgendwo eingebunden werden. Auch, wenn man sie unter Umständen nicht benötigt. Und Tschüss, Skalierbarkeit!

Qualität? ROTFL! Wie denn, wo denn? Wie soll denn mit solch einem Gewurschtel, mit nicht mehr vorhandenen anerkannten Entwurfs- und Design-Patterns noch sowas wie Qualität erzeugt werden? Wenn man auch nur einen kurzen Moment mal nicht nur an die persönliche Bequemlichkeit denkt, dann muss man eigentlich zwangsläufig erkennen, dass man so ganz sicher alles baut, aber keine qualitativ hochwertige Software.

Die Lösung?

Back to the roots! Wenn datengebundene Listensteuerelemente, dann einen Repeater, keine komplett überdimensionierten GridViews und DataGrids. Und aus dem Code heraus die Daten binden. Kontrolle zurück gewinnen! Weiß denn eigentlich überhaupt noch jemand, wie man händisch die Daten binden lässt? Nein? Na, dann hier ein wenig Beispielcode:

protected override void OnPreRender(EventArgs e)
{
   // Factory für den Business-Layer
   BusinessLayer bl = BusinessLayer.GetInstance();

   // Personen laden
   IList persons = bl.GetPersons();

   // Personen binden
   rptPersons.DataSource = persons;

   // Datenbindung
   DataBind();
}

Oh je, sieben Zeilen Code! Wie schrecklich!

Leute, seid mir nicht böse, aber von nix kommt auch nix. Sicher, ich spitze hier zu, aber Webseiten entwickeln hat eben tatsächlich was mit Entwicklung, mit Code, mit Abläufen, mit Architektur, mit Denken zu tun. Ihr müsst das nicht machen, keine Frage – aber genau so werden dann eure Ergebnisse aussehen: Zusammengestückelt, unprofessionell, langsam, nicht pflegbar. You get, what you pay for – kein Einsatz, kein Ergebnis.

Zu den Themen Paging, Sorting und Caching dann ein anderes Mal. Google hilft sicher bis dahin weiter – Stichworte: PagedDataSource, IComparer und Cache.

Update: Ihr wollt, dass man mal was über bestimmte Themen schreibt? Dann sagt es mir.

POLITIK: Dillettanten

Eigentlich müsste man sie fast wieder beleben: Die USPD, die sich 1918 von der SPD abgespalten hatte. Denn die älteste noch existierende deutsche Partei hat zwar eine rumreiche Geschichte, nur noch komplette Volldeppen an der Spitze:

  • Mal ehrlich, wie bescheuert muss man sein, um kurz vor der Hamburg-Wahl den eigenen Kandidaten komplett um seine Wahlchancen zu bringen, indem man öffentlich darüber spekuliert, dass man mit den Dunkelroten zusammen gehen könnte – obwohl man genau das vorher ausgeschlossen hat?
  • Wie bekloppt muss man sein, sich wie die Y-Frau darauf festzulegen, dass man niemals mit den Dunkelroten in irgendeiner Form zusammenarbeiten wolle, und dann kurz nach der Wahl festzustellen, dass man zwar stark mit sich gerungen habe, es jetzt aber nicht mehr anders ginge?
  • Wie dämlich muss man sein, um vor dieser Bekanntgabe nicht wenigstens alle Fraktionsmitglieder einzubeziehen?
  • Wie deppert muss man sein, um dann als “Seeheimer Kreis” in aller Öffentlichkeit gegen die hessische Landeschefin anzustinken?
  • Wie geistig verkatert muss man sein, wenn man dann als ehemaliger Finanzminister öffentlich den Rausschmiss der einen Dame, die als Einzige wenigstens sowas wie Rückrat bewiesen hat, aus der Fraktion und aus der Partei fordert?
  • Wie geistig abgestorben muss man sein, wenn man als Parteisprecher dann öffentlich verkündet, dass die hessische Kandidatin dann doch nicht Kandidatin sein wird – ohne ihr die Gelegenheit zu geben, ihr Gesicht zu wahren?
  • Wie saublöde muss man sein, um nach dem ganzen Theater den Linksschwenk dann wieder abzusagen?

Über die Ergebnisse der Politik dieser Deppen muss man sich dann auch nicht mehr unterhalten. Die sind schlicht peinlich.

Dillettanten.

NERVEND: Als ob es nix wichtigeres gäbe

Boah, wie bin ich genervt: Diese Steuersache mit dem (mittlerweile ehemaligen) Postchef Zumwinkel geht mir nur noch auf den Keks. Nein, nicht, dass er Steuern hinterzogen haben könnte (fast jeder versucht, den Staat zu bescheißen – doof nur, wer sich so dämlich anstellt und sich dann erwischen lässt), sondern das die Medien über nichts anderes mehr berichten.

Ich bin Donnerstag abend von München nach Berlin gefahren – und auf jedem Radiosender war das das Top-Thema. Echt, als ob es nichts wichtigeres gäbe. Jede Nachrichtensendung begann mit dieser Thematik, es wurden Sondersendungen noch und nöcher gebracht. Und dabei ist dieses Thema einfach nur vergleichsweise unwichtig – oder hat irgendjemand dadurch seine Meinung über Manager geändert?

Was ich viel spannender fände, wurde nicht beleuchtet: Könnte es sein, dass es einen Zusammenhang mit dem Fall Z. und den von Liechtensteiner Banken entwendeten Kunden- und Kontendaten geben? Könnte es sein, dass Z. das auch schon wusste und deshalb seinen Rücktritt zum Jahresende angekündigt hatte? Ging es hier u.U. um Erpressung? DAS wären mal interessante Fragen.

Aber eigentlich sind selbst die nicht wirklich interessant. Über Hunger, Klimawandel, Bankenaffären (Bayern -> Huber?!) u.ä. wurde – wenn überhaupt – nur am Rande berichtet. Muss man ja auch nicht – der Fall Z. verfügt über Aufregungs- und Boulevardpotential, die anderen Themen nicht. Find ich traurig.

AUA: …vs. Karsten

Ist das noch frech oder schon unverschämt von diesem Herrn?

  • Sag mal Stefan, wie ist denn die Erfahrung in Eurer Gruppe, ist es möglich mit Karsten sachlich zu reden, oder soll ich das einfach ignorieren. (hier)

Eigentlich zum Lachen, wenn es nicht so lächerlich wäre.

Wer will, kann es gerne hier diskutieren.

AUA: …vs. Java

In der C# vs. PHP-Diskussion ist erfolgreich die Java-Keule rausgeholt worden:

  • Java hat bei den Möglichkeiten “nachgeholt”, es ist wohl evtl. auch eher ein Problem, dass die Java-Entwickler ihre eigene Umgebung teilweise nicht mehr komplett verstehen/ausnutzen und so zu einem Grossteil imperformante (ich spreche gerade eher übers Web) Web-Applikationen herauskommen. (hier)

Das ist einfach nur Müll und Polemik. Muss wohl daran liegen, das Freitag ist.

AUA: Web vs. Client

Oh je, in der C#-Newsgroups gehts ab: Da hat eine gestandene Entwicklerin wohl Stress mit ihrem Chef, weil der (abgesehen davon, dass er letztlich die Weisungsbefugnis hat) eine Applikation auf Basis von Webtechnologien (egal, ob jetzt wirklich C# oder PHP, ob SQL Server, Oracle oder Postgre-SQL) erstellen lassen möchte. Sie möchte das nicht und hat dann unter dem Deckmäntelchen von “C# vs. PHP” versucht, sich argumentativ zu wappnen.

Das mag für sich durchaus zulässig sein bzw. ist schnell zu entlarven. Wenn ich mir dann aber die Kommentare der gestandenen Client-Entwickler-Fraktion (egal, ob C# oder VB) ansehe, dann bekomme ich das kalte Grausen über so viel Unwissenheit oder auch Ignoranz. Hier mal ein paar Auszüge:

  • PHP ist von der Performance her nicht konkurrenzfähig mit vorkompilierten Assemblies aus .NET. PHP selbst wird diesbzgl. sogar überholt von seinen Perl oder Pyton-Kollegen. Auch Erweiterungen wie Zend Optimizer etc. können das Loch da nicht stopfen. (hier)
  • Web-Anwendungen erfordern deutlich erhöhten Aufwand, im Gegensatz zu Windows Forms Anwendungen. (hier)
  • Um eine gewisse Usability zu erreichen, muss in Web-Anwendungen deutlich mehr Aufwand getrieben werden, als zum Beispiel in eine Windows Forms Anwendung. (hier)
  • Die ‘Usability’ sollte IMHO entscheidend sein! Heute akzeptieren leider viel zu viele Anwender noch jeden Unsinn im Web-Browser. Ich hoffe, dass sich dies bald mal bessern wird und die Programmierer+Anwender ‘reifer’ werden. (hier)
  • Heute sind zu viele ‘Kunden’ entweder (noch) inkompetent oder vom Web ‘geblendet’ (hier)
  • Bei ernsthafter Betrachtung fallen aber heute IMHO 99% aller Web-Sites schlicht durch. (hier)
  • Ein Web/Browser ist IMHO brauchbar um zB ganz rasch ein paar diverse Informationsquellen durchzusurfen/filtern. Aber überall wo man länger interaktiv & produktiv mit _arbeiten_ soll, gehören _native_ Apps hin, ohne den Browser-Quatsch drum herum. (hier)
  • Es ist ein Armutszeugins aktueller Informatik sondergleichen, wenn die Leistungsfähigkeit heutiger PCs wegen HTML/Browser usw völlig brach liegt. (hier)

Aua, das tut wirklich weh. Die Diskussion läuft übrigens noch – hier als Webversion, hier als Newsgruppen-Version und wer will kanns auch hier im Form besprechen.

BRAINDUMP: Zeilenänderungen im WindowsForms-DataGridView erkennen und speichern

Gerade eben hab ich mir nen Wolf gesucht. Situation: DataGridView in Windows-Forms-Applikation auf das Formular gezogen, per automatisch generierter Datenquelle an Datenbank gebunden – und dann der untaugliche Versuch, die Daten nach dem Editieren im DataGridView gepflegt wieder wegspeichern zu lassen. Untauglich deshalb, da es keine geeigneten Events gibt – weder auf Ebene der DataTable, noch des DataGridViews, noch der Datenquelle.

Nach ein wenig rumgooglen hab ich eine Lösung gefunden: An das PositionChanged-Ereignis der BindingSource binden und dort dann die jeweils letzte Zeile speichern. Könnte dann so aussehen:

private DataRow _lastRow;

public DataRow LastRow
{
   get { return _lastRow; }
   set { _lastRow = value; }
}

///

/// Wird aufgerufen, wenn sich die Position
/// des Cursors geändert hat
///

private void BindingSource_PositionChanged(
   object sender, EventArgs e)
{
   // Bindingsource herausfinden
   BindingSource source = ((BindingSource)sender);

   // Aktuelle Zeile herausfinden
   DataRow currentRow = ((DataRowView)source.Current).Row;

   // Mit letzter Zeile vergleichen
   if (currentRow.Equals(LastRow))
   {
      return;
   }

   // Daten aktualisieren
   if (null != LastRow)
   {
      if (LastRow.RowState == DataRowState.Modified)
      {
          // Updaten der Daten
          // …
      }
      else if (LastRow.RowState == DataRowState.Added)
      {
         // Hinzufügen der Daten
         // …
      }
   }

   // Aktuelle Spalte merken
   LastRow = currentRow;
}

Also, irgendwie nervt mich das. Ich werd wohl wieder auf das Click- bzw. DoubleClick-Ereignis des DataGridViews reagieren und dann den aktuellen Datensatz in einem neuen Fenster anzeigen und bearbeiten lassen. Macht sich alles deutlich einfacher.

OFF-TOPIC: Betroffenheitsgeseier im Fernsehen

Momentan läuft auf RTL der Spendenmarathon. Wie üblich ist das ja grundsätzlich eine gute Sache, wenn nicht dieses andauernde Betroffenheitsgeseier der versammelten A-, B-, C-, … Z-Promis wäre, die sich telegen vor irgendwelchen leidenden Kindern oder sonstigen Bedürftigen aufstellen, ein mitfühlendes Gesicht aufsetzen und uns animieren wollen, Geld zu spenden.

Total verlogen, dieses Getue: Wenn die Herrschaften wirklich helfen wollten, dann würden sie sich auch übers Jahr für Ärmere und Schwächere einsetzen.

Stattdessen wird so ein “Event” (die Begrifflichkeit muss zwingend in Anführungsstriche gesetzt werden, schließlich wird der Mist von RTL, dem offiziellen Sender für CallBoys Grimaze geistig ausgedörrte Zeitgenossen, veranstaltet) genutzt, um die eigene Fresse in die Kamera zu halten, das eigene Projekt zu promoten oder einfach den eigenen Marktwert zu steigern.

Zum Mitmeißeln: Spenden ist gut, sinnvoll, positiv, wichtig.

Der Rest ist zum Erbrechen.

APPLE: Und ich dachte, das bringt nur Microsoft…

…aber die Herrschaften aus Cupertino schaffen es auch: Gerade eben iLife ’08 installiert, und schon muss ich 200 MB an Updates herunterladen. Peinlich.

Update: …und nun will das Ding einen Neustart. War ja klar.

Update II: …und unter Windows will iTunes knapp 70 MB installieren. Und neustarten.

OFF-TOPIC: Ich hasse Halloween!

Boah, war das gestern nervend mit diesem Halloween-Mist: Den ganzen Nachmittag und Abend sieht man Callboys Viertel- und Halbwüchsige, die wirklichen alles und jeden nach Süßigkeiten anhauen. Hat man dann nix, werden sie pampig – so erlebt im SpieleMax in Pankow. Darüber kann ich aber bequem hinweg sehen – was schert mich das Elend anderer Leute.

Nervend wird es aber, wenn ich abends mit zwei total übermüdeten Kids nach Hause komme und feststellen muss, dass unsere Tür beschmiert ist. Weil wir nicht aufgemacht haben, als die Bratzen geklingelt haben. Ja, wie denn auch, wenn wir nicht da sind? War auch nicht das erste Mal – in den letzten drei Jahren ist das zwei Mal geschehen. Und da hört für mich alles, was irgendwie im entferntesten an Verständnis erinnert, auf. Total unklar, völlig plemplem, diese Baggage.

Und noch ein Wort zu Halloween an und für sich: Mich k*tzt es maximal an, dass der Handel seit einigen Jahren diesen “Feiertag” hier einführt. Dabei gibt es bei uns diese Tradition schlicht nicht. Aber das spielt ja keine Rolle – Hauptsache Kohle verdienen…

Echt, ich bin froh, dass der Mist für dieses Jahr vorbei ist.

OFF-TOPIC: Und ihr wundert euch noch über Politikverdrossenheit?

Ich habe gerade den Fehler gemacht, mal bei Maybritt Illner reinzuschauen. Thema war “Sozial ist, was Wähler schafft” – und Gäste waren unter anderem Andrea Ypsilanti (SPD), Norbert Röttgen (CDU), Klaus Ernst (Linkspartei) und Brigitte Seebacher (Ex-Ehefrau von Willy Brandt). Mal komplett abgesehen davon, dass hier mal wieder jeder an dem anderen vorbeispricht, waren einige Sachen enorm auffällig und nervend:

  • Die Witwe von Willy Brandt war nicht ein einziges Mal in der Lage, jemand anderem zuzuhören, sondern fiel ständig allen Sprechern ins Wort
  • Der Typ von der Linkspartei wurde ständig provoziert und von der Moderatorin abgewürgt. Der konnte nicht einmal einen Gedanken wirklich zu Ende bringen
  • Es kam ein Wirtschaftswissenschaftler zu Wort, der ernsthaft der Meinung war, dass eine Anhebung von Hartz IV auf irgendwas um 400 EUR die Leute dazu verleiten würde, noch weniger auf Arbeitssuche zu gehen, was an sich schonmal eine Frechheit ist, wenn man sich mal anschaut, wie weit man mit 400 EUR kommt
  • Der gleiche Wirtschaftswissenschaftler fand auch, dass 900 EUR für einen Vollzeitjob angemessen sind – rechne ich das mal auf 160 Stunden im Monat um, ergibt sich ein Stundenlohn von 5,62 EUR. Brutto, versteht sich.

Mal im Ernst: Man mag ja von den Linken und ihren Forderungen halten, was man will. Und man mag sie auch bekämpfen wollen und ihre Aussagen für nicht realisierbar halten. Völlig in Ordnung und völlig legitim.

Aber wenn man dabei vergisst, dass hinter diesen Forderungen (ebenso wie hinter den Mindestlohn-Forderungen aller möglichen Parteien) durchaus Realitäten stehen, dann ist das schon nicht mehr traurig, sondern ignorant. Und dann muss man sich auch nicht wundern, wenn die Leute die Schnauze voll haben, von Politikern, die sich mehr um parteitaktische Erwägungen scheren, als sich um die Bedürfnisse der Schwächeren zu kümmern. Und dann passiert genau das: Die Ränder werden immer stärker, weil sie als Korrektiv zu der großen trägen Mitte dienen.

Mein ganz persönlicher Eindruck ist: Die Leute sind keineswegs politikmüde. Die sind parteimüde und können die ganzen Kochs, Becks, Lafontaines, Merkels, Westerwelles, Bütikofers und deren Kollegen nicht mehr sehen. Die Meinung der großen Mehrheit auf der Straße ist doch, dass “die da oben” nur noch im eigenen Saft kochen und den Kontakt zum “einfachen Volk” schlicht verloren haben.

Und wenn ich dann solche Sendungen wie eben die Sendung vorhin sehe, kann ich das den Leuten nicht mehr verübeln – die Protagonisten haben in ihrer Ignoranz und ihrer Überheblichkeit alles getan, um diesen Eindruck zu verstärken.

Zum Heulen ist sowas.

OFF-TOPIC: Werbung im Fernsehen

Boah, was bin ich momentan pissig auf die Werbung im Fernsehen zu sprechen (gut, bin ich eigentlich immer). Besonderes Lowlight: Die Werbung für die Sparkassen-Altersvorsorge. Die mit dem Baby – wo die Ex-Freundin vor der Tür steht und dem Ex-Freund das Baby in die Hand drückt (schonmal eine Frechheit). Dann kommt die aktuelle Freundin, sieht das Baby und bekommt einen Anfall (kinderfeindlich). Dann kommt der Vermieter und kündigt die Wohnung – wegen “Verheimlichung einer Familie” (familienfeindlich). Und zuletzt furzt das Kind den Ex-Freund an (wieder kinderfeindlich).

Für mich als Vater zweier Kinder ist damit die Sparkasse in Sachen Altersvorsorge gestorben. Hat sich erledigt – ist nicht witzig und greift mich auf der ganzen Linie an.

Und ab dafür.

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