Manchmal muss man auch loslassen können: Der Mainstream-Support von VB6 läuft Ende März 2005 aus, und nun versuchen viele Benutzer des “klassischen” Visual Basics, dieses Produkt zu erhalten und weiterentwickeln zu lassen, meldet Golem:
Die Petition kann unter
eingesehen und unterschrieben werden.
Soweit die Tatsachen. Jetzt die Polemik: Ich finde, VB6 sollte endgültig sterben! Und zwar ein für alle Mal! Weg damit! Weder entspricht die Sprache noch dem, was heute eine moderne Programmiersprache ausmacht (Stichwort: Objektorientierung), noch ist die zugehörige IDE auf einem vernünftigen und heute noch zeitgemäßen Stand. Das einzige Feature, das beim Visual Studio 6 super war und beim VS.NET (2002 / 2003) fehlt, ist “Edit & Continue”. Aber: Dieses Feature kommt beim VS.NET 2005.
Die Vorteile auch der aktuellen VB.NET-Versionen gegenüber dem klassischen VB6 überwiegen meiner Meinung nach aber deutlich – als Stichworte seien vollständige Objekt-Orientierung, der sehr viel größere Funktionsumfang der Sprache und der Verzicht auf die DLL-Hölle und auf COM genannt. Und wer unbedingt COM-Komponenten einsetzen möchte, kann das selbstverständlich auch tun. Übrigens lassen sich COM-Komponenten (Unmanaged Code) sehr einfach mit C++ und in Grenzen mit C# erstellen. Und .NET-Komponenten, die sich aus COM-Komponenten und Standard-Applikationen heraus einbinden lassen, gehen ebenfalls. Sogar mit VB.NET! Natürlich erfordert es ein gerütteltes Maß an Umdenken, wenn man von VB6 auf VB.NET umsteigt – aber sorry Leute, das wird euch niemand abnehmen können.
Wer bisher nicht auf VB.NET (oder C# oder gar Java) umgestiegen ist, wird nun dazu gezwungen. Ich finde: Bravo Microsoft! Die Petition werde ich ganz sicher nicht unterschreiben.