Archive for the 'Berlin' Category

S-Bahn

Zehn Minuten zu fahren, erst fünf Minuten am S-Bahnhof gewartet, bereits von Ausfällen zweier Bahnen erfahren, eine Verspätung. Unbezahlbar.

Ich zeige Ihnen jetzt: Das Internet!

Klasse. Die erste Pressekonferenz der Berliner Piraten wurde von Phoenix übertragen – und die Herrschaften sind unbefangen, offen und witzig.

Piraten-Pressekonferenz

Warum ist Politik eigentlich nicht immer so, und warum sträuben sich alle eigentlich immer so gegen Basisdemokratie? Wenn das dabei rauskommt, dann bin ich dafür, auch wenn ich sie nicht gewählt habe.

Liebe Polizei,

Danke schön, dass ihr heute am ersten Schultag für die Erstklässler Präsenz zeigt und euch vor den Grundschulen postiert, jedenfalls vor der einen Grundschule, in die mein Großer geht.

Ihr wollt dort die Leute freundlich darauf hinweisen, welche Fehler sie im Straßenverkehr begehen, um die Kleinen zu schützen. Ich bin da voll bei euch, aber ich muss euch dann doch mal deutlich fragen:

HABT IHR EINEN KNALL?!

Da fahren Leute mit dem Auto über den Fußgängerüberweg vor der Schule drüber, obwohl Kinder drauf sind – keine Reaktion.

Da fahren Leute sichtbar zu schnell auf der 30er Strecke – keine Reaktion, keine Geschwindigkeitskontrolle, nicht mal mehr ein erhobener Zeigefinger.

Da laufen Leute auf der “falschen” Seite des Fußwegs – DAS ist euch eine Reaktion wert (mal abgesehen davon, dass es so etwas wie die falsche Seite auf dem Fußweg nicht gibt). Eltern bringen ihre Kinder mit dem Fahrrad – und werden von euch ermahnt, nicht auf dem Fußweg zu fahren (die Eltern fuhren zehn bis fünfzehn Meter vor dem Schuleingang auf den Fußweg).

Irgendwie setzt ihr eure Prioritäten falsch. Aber wenigstens habt ihr schöne neue blaue Uniformen.

50 Jahre Mauerbau

Jeder echte Berliner über 30 hat sie noch bewusst erlebt, die Berliner Mauer. Wie es damals zuging, als die Mauer gebaut wurde, was der Mauerbau auch globalpolitisch bedeutete, das ist heute jedoch kaum mehr vielen Menschen präsent. Ein guter Startpunkt, um sich auch diese Dinge zu vergegenwärtigen, ist dieser Artikel im Tagesspiegel, der weniger auf die individuelle Betroffenheit und mehr auf das Ganze eingeht:

http://www.tagesspiegel.de/politik/wie-berlin-den-bau-der-mauer-erlebte-/4494906.html

Lesenswert.

#Berlin: Das war es, S-Bahn!

Finale. Aus. Vorbei. Ende Gelände. Ultimo. Heute gab es im “Berliner Kurier”, einem anerkannten Wurst- und Käseblatt, die offizielle Todesanzeige für die Berliner S-Bahn.

kurier

Dem ist so gar nichts mehr hinzuzufügen. Danke, Kurier.

#Berlin: Das wird passieren, …

…wenn man Rendite und Geld über alles stellt: Nichts geht mehr. Zu sehen im Moment bei der Berliner S-Bahn, bei der derzeit die Züge der Baureihe 480 komplett aus dem Verkehr gezogen worden sind.

Der Grund für diese Maßnahme des Eisenbahnbundesamtes: Die S-Bahn ist jahrelang auf Verschleiß gefahren worden, um die Renditevorgaben des Mutterkonzerns zu erfüllen. Im August ist dies bei Probefahrten aufgefallen, erste Überprüfungen haben ergeben, das sechsundzwanzig Bremszylinder defekt sind.

Das Ergebnis dieses Verschleiß- und Gewinnmaximierungskurses: Chaotische Zustände, gesperrte Strecken, Unzufriedenheit, verletzte Fahrgäste – kurz: “DIe Hölle auf Schienen”, wie es eine Freundin heute formulierte.

Der Mutterkonzern der Berliner S-Bahn ist übrigens die Deutsche Bahn AG. Ein Staatskonzern. Noch, denn interessierte Kreise trommeln ja weiterhin dafür, die Bahn zu privatisieren. Kommen CDU und FDP an die Macht, wird dies definitiv geschehen. Dafür benötigt man keine hellseherischen Fähigkeiten.

POLITIK: ProReli gescheitert

Sie haben es nicht geschafft: Die Initiative “ProReli”, die ein Wahlpflichtfach “Religion/Ethik” durchsetzen wollte, ist gescheitert.
 
Ich persönlich habe dagegen gestimmt, weil ich finde, dass Ethik als übergreifendes Fach, das über alle relevanten Religionen und deren Inhalte aufklärt sinnvoller ist. Wer mag, kann ja zusätzlich freiwillig das weiterhin angebotene Fach “Religion” belegen.
 
Was ich aber als enorm unangenehm empfunden habe (das fand ich schon bei der Tempelhof-Abstimmung so grauenvoll), war der Versuch, den Entscheid zu einer Grundsatzentscheidung für oder gegen die Freiheit hochzustilisieren. Besonders die Springer-Presse (BILD, Morgenpost) tat sich dabei immer wieder hervor. Damit erreichen sie jedoch keine vorgebliche Stärkung der Demokratie und der Freiheit, sondern pervertieren diese Gedanken.
 
Und das ist letztlich viel schlimmer und auch wichtiger, als die Frage, ob “Religion” ein Wahlpflichtfach oder ein freiwilliges Fach sein soll.

BERLIN: Strikääääääää!

Tja, da hat der Kollege Pflüger wohl ordentlich ins Klo gegriffen. Und die versammelte Springer-Presse gleich mit, denn: Der Volksentscheid zum Weiterbetrieb des Flughafens Tempelhof ist gescheitert. Komplett. Ein für alle mal.

Irgendwie ist das insgesamt ein nettes Wochenende: Tolles Wetter und Springer eins in die Fresse gegeben.

Schön.

BERLIN: Pro Provinz!

Also, wenn ich mir dieses Bild ansehe, dann bin ich für die Provinz.

Zur Erklärung: In Berlin läuft momentan ein Volksbegehren für den Erhält von Tempelhof (der Luftbrückenflugplatz) als Flugplatz. Initiiert wurde das Begehren von in Tempelhof ansässigen Firmen und der Berliner CDU – der CDU, die es in den neunziger Jahren in Person vom damaligen Verkehrsminister Wissmann zur Bedingung für den neuen Großflughafen BBI gemacht hat, dass Tegel und Tempelhof geschlossen werden sollen.

Argumentiert wird u.a. damit, dass Berlin einen City-Flughafen benötige. Dummes Argument, denn BBI ist keine zehn Kilometer weg. Ebenfalls heißt es, dass Tempelhof ein großer Verkehrsträger sei – 600.000 Geschäftsleute im Jahr seien ja eine wichtige Größe. Doof nur, wenn man sich das auf den Tag runterrechnet – da bleiben weniger als 2.000 meist sehr zahlungskräftige Kunden übrig. Die dann für mehr als 20 Millionen Verlust pro Jahr sorgen. Nicht zu reden vom Lärm, von der Unsicherheit und von der Fläche, die schlichtweg viel sinnvoller genutzt werden könnte.

Nö, für Tempelhof spricht bis auf Clientelwirtschaft überhaupt nix. Es ist ja nicht so, dass das denkmalgeschützte Flughafengebäude abgerissen, oder die Geschichte nicht mehr erzählt werden soll. Oder das etwa ab morgen wieder eine Luftbrücke benötigt werden sollte. Es sollen lediglich nicht mehr Millionen von EUR für Superreiche verschwendet werden.

Wenn man sich darüber hinaus mal anschaut, wer da alles beim Bürgerbegehren(?) mit macht, dann wird die Zielrichtung schon klarer: CDU, FDP, Springer-Presse. Na, klingelts? Genau! Die, die den Flughafen dicht machen wollen, sind die Roten. Und die Schwarz-Braunen Gelben brauchen dringend mal wieder ein Erfolgserlebnis. Deshalb holen die jetzt die Volks- (“Alle Macht geht vom Volke aus” – nur weiß niemand, was das nun genau mit Tempelhof zu tun haben soll) und die Provinzkeule raus.

Macht sich ja sonst so doof, so auf Jahrzehnte in der Opposition, weil man nur den Diepgen Steffel Pflüger hat.

Übrigens, die 100 Gründe, die laut der B.Z. (einer Springer-Zeitung) für Tempelhof sprechen, werden hier sehr lesenswert zerpflückt.

MEDIEN: Stimmt damals wie heute

Dem muss man eigentlich nix hinzufügen:

via Hauptstadtblog.

Wenn man mich so fragt…

…dann bin ich für die Provinz.::::Zur Erklärung: In Berlin läuft momentan ein Volksbegehren für den Erhält von Tempelhof (der Luftbrückenflugplatz) als Flugplatz. Initiiert wurde das Begehren von in Tempelhof ansässigen Firmen und der Berliner CDU – der CDU, die es in den neunziger Jahren in Person vom damaligen Verkehrsminister Wissmann zurr Bedingung für den neuen Großflughafen BBI gemacht hat, dass Tegel und Tempelhof geschlossen werden sollen. Mit im Boot ist natürlich noch die FDP. Argumentiert wird u.a. damit, dass Berlin einen City-Flughafen benötige. Dummes Argument, denn BBI ist keine zehn Kilometer weg. Ebenfalls heißt es, dass Tempelhof ein großer Verkehrsträger sei – 250000 Geschäftsleute im Jahr seien ja eine wichtige Größe. Doof nur, wenn man sich das auf den Tag runterrechnet – da bleiben weniger als 700 meist sehr zahlungskräftige Kunden übrig. Die dann für mehr als 20 Millionen Verlust pro Jahr sorgen.::::Nö, für Tempelhof spricht bis auf Clientelwirtschaft überhaupt nix. Es ist ja nicht so, dass das denkmalgeschützte Flughafengebäude abgerissen, oder die Geschichte nicht mehr erzählt werden soll.::::Aus dem Grund bleibe ich dann lieber doch Provinz.::::

MEINUNG: Eigentlich müsste man es…

…wie der Kollege Lannatewitz machen. Zumal ich jetzt ein neues Fahrrad habe und man auf die Art und Weise auch noch was für die Gesundheit tut. Überlegenswert.

MEINUNG: Arsch offen (II)

So, nachdem die Lage eskaliert war, gibt es jetzt zum Glück die Entspannung: Die Herrschaften von der GDL streiken nicht. Morgen geht dann in Berlin zwar trotzdem nix, aber spätestens am Dienstag sollte es hier einigermaßen brauchbar voran gehen. Einigermaßen, denn die Verdi-Typen müssen weiterhin der starken Max markieren – sonst wechseln ja noch mehr BVG-Mitarbeiter zur GDL, die bewiesen hat, wie man Streiks führt, dabei Druck aufbaut und dennoch nicht die komplette Bevölkerung gegen sich aufbringt.

Das muss Verdi noch lernen – Stichwort “39-stündiger Warnstreik“. Ich sag ja, die haben den Hintern nicht geschlossen.

MEINUNG: Arsch offen

Unabhängig davon, ob ich die Forderungen für gerechtfertigt halte oder nicht: Die haben doch echt den Arsch offen, die Typen von der GDL und von Ver.di. Ab Morgen geht in Berlin nämlich BVG-technisch nix mehr – keine Straßenbahn, kein Bus, keine U-Bahn. Und dann ab Montag auch bei der Bahn nicht – keine Regionalbahnen, keine S-Bahn. Ach ja, und ab morgen werden auch Flughäfen bestreikt.

Jetzt mal ernsthaft: Hackt es bei denen? Sind das alles Callboys oder tun die nur so?

AHA: So sieht Arbeiten aus, BVG!

Schau mal, die S-Bahn fährt, während Du streikst:

S-Bahn

Echt, es ist ja nix gegen einen Streik einzuwenden, aber aus dem Stehgreif mal eben gut 39 Stunden Warnstreik auszurufen und – speziell Ältere und Kinder – quasi ohne Vorwarnung komplett im Regen stehen zu lassen – das ist frech.

Zwei Stunden hätten auch gereicht.

Als BVG-Mitarbeiter würde ich mir ne andere Gewerkschaft suchen. Und vor allem nicht in BVG-Klamotten durch die Gegend rennen, denn heute zählt man ganz sicher zu den unbeliebtesten Personen in der Stadt.