Archive for Juni, 2010

#Wahres Leben: Der Neue ist da

Vor zwei Wochen hat mein geliebter BMW auf der Autobahn mit einem kapitalen Motorschaden das Zeitliche gesegnet. Eine Reparatur lohnte nicht mehr wirklich (das Auto war 15 Jahre alt, nach dem Austauschmotor wäre in kürzester Zeit das Differential fällig gewesen), also habe ich mich kurz entschlossen nach einem neuen Auto umgesehen.

Dabei standen mehrere Autos zur Auswahl:

  • KIA pro’ceed, der in den Maßen und von der sportlichen Gestaltung her dem BMW recht nahe kommt
  • Ford Kuga, Hyundai ix35 und Mitsubishi ASX, die allesamt zur Gattung der kleineren SUVs gehören und Platz mit Überblick kombinieren
  • Mercedes-Benz E220 CDI T-Modell, der die klassische Familien- und Reiselimousine repräsentiert

Ich bin in den letzten Tagen alle diese Autos Probe gefahren und muss grundsätzlich festhalten: Peinlich, hässlich oder schlecht verarbeitet ist von denen keiner.

KIA pro’ceed

proceed

Der KIA war mein ursprünglicher Favorit, weil er meinem BMW von der Art her (klein, wendig, durchaus sportlich) sehr nahe kam. Die Probefahrt ergab, dass das Auto gut verarbeitet und nicht übermäßig sportlich ist, dabei aber mehr als genug Platz für die Passagiere bietet. War klasse, aber letztlich war mir das Auto dann doch etwas zu klein (ich will mit den Kindern gelegentlich auch mal in den Urlaub fahren) und der Radstand zu kurz, dadurch litt der Komfort auf den Autobahnen. Aber ein tolles Auto, jede Probefahrt wert!

Ford Kuga, Hyundai ix35 und Mitsubishi ASX

Diese Autos gehören zur derzeit boomenden Fahrzeugklasse der kleineren SUVs – in der Regel so um 4,30-4,50 Meter lang, recht hoch und etwas muskulöser ausschauend.

Ford Kuga

kuga

Ich hatte einen Ford Kuga als Mietwagen und bin ihn etwa 1.300 Kilometer “Probe” gefahren – meine Jungs und ich waren wirklich angetan: Groß, viel Platz, tolles Panoramadach. In Testberichten steht, der Motor (140 PS Diesel) hätte mit dem Auto so seine Probleme, das konnte ich jedoch nicht verifizieren. Tolles Auto, aber in der Ausstattung, die mir vorschwebte (Automatik, etc.) deutlich zu teuer und auch als Gebrauchter kaum in meiner Wunschausstattung zu haben.

Mitsubishi ASX

asx

Den Mitsubishi ASX bin ich heute Probe gefahren und war wirklich angetan: Gute Verarbeitung, sportliches Fahrwerk, netter Dieselmotor, feines Raumgefühl. Aber: Keine Automatik derzeit lieferbar und der Kofferraum ist arg klein.

Hyundai ix35

ix35

Auch den Hyundai ix35 bin ich heute Probe gefahren – und auch das Auto könnte mir gefallen: Groß, gut verarbeitet, Platz genug, 5 Jahre Garantie, total unpeinliches und durchaus elegantes Design. Aber: Das Auto braucht dringend einen Diesel (der Benziner hat zwar 163 PS, aber wo er die lässt, erschließt sich mir nicht) und sehr straffes Fahrwerk (das macht echt Spaß, ich bezweifle aber, dass die Langstrecke so das perfekte Metier für das Auto ist).

Mercedes-Benz E220 CDI T-Modell (2007)

e220cdit

Das war das letzte Auto, das ich mir angeschaut habe. Eigentlich ist mir diese Art von Auto zu groß und zu protzig, aber der hier hat es in sich: Vergleichsweise wenig Kilometer runter (quasi gerade eingefahren), coole Farbe (dadurch wirkt das Auto kleiner), sinnvolle Ausstattung, Platz in Hülle und Fülle, ein sehr komfortables Fahrwerk, Automatik, Navi, Sitzheizung, Telefon, … – und auch noch sofort lieferbar, unfallfrei, scheckheftgepflegt, TÜV / AU neu und etwa 4.000-5.000 EUR unter dem marktüblichen Preis (ich kenne den Verkäufer, weiß also, worauf ich mich einlasse). Das war tatsächlich Liebe auf die erste Probefahrt – ich bin mit einem fetten Grinsen aus dem Auto wieder ausgestiegen.

Tja, und so kommt es, dass ich seit heute offiziell Mercedes-Benz-Fahrer bin.

#Sport: WM und der Sack Reis

Ich muss es wohl für den einen oder anderen Fussball-Freund und dessen Toleranzschwelle übertrieben haben, als ich auf Twitter meinte: “4:0. Und in China ist ein Sack Reis umgekippt”. Das tut mir auch fast leid, ich wollte Fußball-Deutschland nicht ins Verderben stürzen.

Mich stört beim Thema Fußball-WM (oder –EM oder einfach nur Länderspiel) aber noch nicht mal, das Millionen und Abermillionen von Menschen Fußball schauen oder da mitgehen oder sich dabei amüsieren. Nein, was mich stört ist, das es eine Zwangsveranstaltung wird, der man sich weder entziehen kann, noch soll oder gar darf. Da wird man über Wochen hinweg mit Werbung beballackt beballert, in der es nur noch um Fußball geht, da ist die Verletzung von Michael Ballack das wichtigste Thema über Tage hinweg, da wird in epischer Breite diskutiert, wer wie wo wann spielt, da wird es fast eine patriotische Pflicht, das toll und wunderbar und interessant zu finden.

Das Dumme ist nur: Mich interessiert das nicht. Wohl interessiert mich das Spiel (oder zumindest das Ergebnis), aber nicht das Drumherum – dieser total überzogene Nationalstolz, dieses wichtigtuerische Gerede von zig selbsternannten Fußballexperten, diese Zwangsbeschallung mit Fußball, dieser kollektive Massenwahn und dieses Gejammere über die Vuvuzelas, dieses Ausblenden von wirklich wichtigen Themen.

Aber wehe, man folgt dem Hype nicht oder hält zumindest seine Klappe: Da wird man dann beschimpft, da ist man dann ein Ignorant, da solle man mal die Kirche im Dorf lassen, da würde man unpatriotisch sein (was ich wahrscheinlich sogar bin), da ist man ein Miesepeter und überhaupt ein ganz schlechter Mensch.

Argumente, wie etwa, dass man sich dem Lärm, dem Rumgeknalle, dem Gejohle, der Werbung, dem nationalen Taumel wohl schlecht entziehen könne, weil diese eben ÜBERALL sind, kann man für diesen Zeitraum nicht anbringen. Man wird zwangsweise kollektiviert, man darf gar keine andere Meinung haben und sie erst recht nicht äußern, sonst ist man unsozial, unpatriotisch und uninteressiert.

Aber wisst ihr was? Dann bin ich eben unsozial, unpatriotisch und uninteressiert.

Ich muss euch ertragen, also ertragt mich auch: Jubelt, aber nehmt es gefälligst hin, das ich nicht mitjubele. Feiert, aber ertragt es, wenn ich nicht mitfeiere. Regt euch über die Vuvuzelas, irgendwelche Karten und Herrn Klose auf, aber lebt damit, dass ich das einfach lächerlich finde.

Und erwartet bloß nicht, dass ich meine Fresse halte, nur weil es euch nicht gefällt.