Archive for Juni 19th, 2009

#POLITIK: Eine echte Alternative…

…sind die Piraten momentan nicht. Werden sie auch niemals werden, solange sich das Profil dieser Partei nicht grundsätzlich ändert. Der Grund: Sie sind absolut monothematisch aufgestellt.

Persönlich finde ich das Thema der Piraten (wie man unschwer erkennen kann) durchaus enorm wichtig und richtig, aber ich wage zu bezweifeln, ob es auf Dauer trägt. Die Menschen wollen umfassende Antworten, wollen umfassende Konzepte und Lösungen sehen – und damit können die Piraten nicht dienen, damit wollen sie nicht dienen.

Angenommen, es soll eine Alternative her, eine Alternative zu SPD, Grünen und Linkspartei, die aus verschiedenen Gründen mehr oder weniger schwierig zu wählen sind. Eine Alternative, die sich somit im linken Spektrum ansiedeln müsste, eine, die sowohl sozial, als auch ökologisch und internetaffin ist. Über Inhalte zu sprechen verbietet sich an dieser Stelle (noch), jedoch könnte man schon einmal folgende grundsätzliche Forderungen und Ideen postulieren:

  • Transparenz in der Entscheidungsfindung und in der Meinungsbildung
  • Strikte Offenheit gegenüber Mitgliedern und Interessierten
  • Verhinderung von Zensur
  • Soziale Kompetenz
  • Starker Fokus auf Ökologie
  • Schutz der Bürger- und Freiheitsrechte

Organisatorisch (man hat es an der Debatte in den letzten Wochen gesehen) müsste eine derartige Organisation mindestens zweigeteilt sein:

  • Ein parlamentarischer Zweig (Partei), der versuchen muss, Entscheidungsgewalt und -Befähigung zu erreichen
  • Ein außerparlamentarischer Zweig (Lobby-Vereinigung, Verein), der es schaffen kann, Medien und Öffentlichkeit zu erreichen

Der Aufbau dieser Strukturen dürfte Zeit kosten, dürfte Energien verschlingen und für so manche durchgemachte Nacht sorgen. Es wird sich aber lohnen, denn damit könnten letztlich Einfluss- und Gestaltungsmöglichkeiten geschaffen werden, mit deren Hilfe sich politische Ziele durchsetzen ließen.

Es müsste nur jemand mitmachen. Ich wäre dabei.

#POLITIK: Brief an Dr. h.c. Thierse

Herr Dr. h.c. Thierse ist mein Wahlkreisabgeordneter, ich habe ihn auch 2004 gewählt. Er ist ehemaliger Bürgerrechtler in der DDR und hat beim Gesetz zur Einführung der Internetsperren für den Gesetzesvorschlag der Bundesregierung gestimmt. Ich habe ihm gerade eben eine kurze E-Mail geschrieben, erwarte jedoch – wenn ich ehrlich bin – keine brauchbare Reaktion.

Lieber Herr Dr. Thierse,

Mit größter Verwunderung musste ich am gestrigen Abend zur Kenntnis nehmen, dass Sie als mein Wahlkreisabgeordneter (und Parteigenosse) dem Gesetzesentwurf zur Einführung von Internet-Sperren Ihre Zustimmung gegeben haben.

Ich erwarte von Ihnen selbstverständlich nicht, dass Sie sich in den neuen, elektronischen Medien blind auskennen oder gar die technische Umsetzbarkeit der Vorschläge von Frau von der Leyen beurteilen können oder sich darüber hätten angemessen informieren lassen.

Ich hätte jedoch von Ihnen – gerade als ehemaliger Bürgerrechtler in der DDR – erwartet, dass Sie erkennen können, wenn Infrastrukturen und Mechanismen geschaffen werden, die der Einführung einer Zensur Vorschub leisten können und sich dagegen wenden. Ebenfalls hätte ich erwartet, dass Sie die Einwände, die die – von einigen Ihrer Parlamentarier-Kollegen abschätzig so genannte – “Internet-Community” geltend gemacht hat, die auch Ihre Parteigenossen (u.a. Thorsten Schäfer-Gümbel) vorgebracht haben, zumindest zur Kenntnis nehmen und dementsprechend eine gründlichere Untersuchung des Sachverhaltes und der gewünschten Lösungsansätze befürwortet hätten, statt sich vor den Karren der CDU und der (Springer- bzw. CDU-nahen-) Presse spannen zu lassen. Ebenfalls hätten Ihnen mehr als 134.000 Unterzeichner der Online-Petition gegen dieses Gesetzesvorhaben genügend Gründe liefern sollen, deren Belange und Einwände entsprechend zur Kenntnis zu nehmen.

Mit Entsetzen habe ich jedoch registrieren müssen, dass dies alles nicht der Fall gewesen ist. Ich bedaure dies – speziell auch als SPD-Mitglied – ganz enorm, denn letztlich zeigt es mir sehr deutlich auf, dass die SPD in der derzeitigen Verfassung schlichtweg den Kontakt zu den jüngeren Menschen verloren hat und die aktuellen Entwicklungen auch in technischer Hinsicht nicht mehr genügen widerspiegeln kann.

Somit ist es für mich auch äußerst schwer zu begreifen (geschweige denn zu vermitteln), warum ich Sie und die SPD weiterhin als meine Interessenvertreter begreifen soll. Können Sie mir diese Fragen abseits des üblichen Geschwafels (verzeihen Sie bitte diesen Ausdruck) beantworten? Können Sie mir erklären, warum ich – als Pankower, als Vater zweier Söhne, als SPD-Mitglied, als Autor, als Mitglied der “Internet-Community” – Sie am 27.09.2009 erneut wählen soll?

Für einen Dialog stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Gruessen / Best regards,

Karsten Samaschke

#POLITIK: Der war mal Bürgerrechtler…

…der hoch geschätzte Dr. h.c. Wolfgang Thierse, der mein Wahlkreisabgeordneter ist und bei der letzten Bundestagswahl auch meine Stimme bekommen hat.


Traurig, wenn man vergisst, wo man herkommt.

#AUA!: …und leider doch wahr

Wenn man die letzten zwölf, dreizehn Jahre mal Revue passieren lässt, kann man Marc-Uwe Kling letztlich nur Recht geben: Wer hat uns verraten? Sozialdemokraten!


Unwählbar.

Bleibt die Frage, wen oder was wir noch wählen können. CDU, CSU, FDP, SPD sind komplett aus dem Rennen, bei den Grünen gab es gestern 15 Enthaltungen und bei den Linken gibt es Lafontaine. Piraten? Geht auch nicht, da rein monothematisch.

via Thomas

#Witzig: Pauli? Hilton?

Man kann die beiden ja auch schon mal verwechseln, die strohdoofe nicht wirklich schöne überschätzte unsägliche Gabriele Pauli und die strohdoofe nicht wirklich schöne überschätzte unsägliche Paris Hilton. So geschehen in der heutigen TAZ


Wie gesagt, kann ja schon mal passieren… :-)

#ASP.NET-Snippet: Textdatei nicht ständig neu laden müssen

Die Aufgabenstellung: Es soll der Inhalt einer Textdatei in ein Literal eingebunden werden, um auf diese Art einen einfachen Newsticker zu realisieren.

Das Problem: Der Inhalt wird bei jedem Request neu geladen. Deshalb gibt es potentiell Performance-Probleme.

Die Lösung: Den ASP.NET-Cache verwenden. Hier können die Daten für einen gewissen Zeitraum zwischengespeichert werden und müssen somit nicht bei jedem Request neu geladen werden.

Die Umsetzung:

lock(GetType())
{
   // News aus dem Cache holen
   String content === Cache["news"] as String;
 
   // News gefunden?
   if(null == content)
   {
      // News waren nicht im Cache, also nachladen
      content = File.ReadAllText();
 
      // Unter dem Schlüssel "news" für zehn Minuten in den
      // Cache packen, danach fliegen sie automatisch wieder raus
      Cache.Insert(
         "news", content, null,
          DateTime.Now.AddMinutes(10), TimeSpan.Zero);
   }
 
   // News ausgeben
   .Text = content;
}

Wenn es sein muss, kann zusätzlich noch eine CacheDependency verwendet werden, um das Objekt sofort aus dem Cache zu nehmen, wenn sich die Datei geändert hat.

#POLITIK: Hat mein Abgeordneter für Netzsperren gestimmt?

Wer wissen will, ob sein Abgeordneter für die Netzsperren gestimmt hat, kann dies – aufgrund des Antrags für eine namentliche Abstimmung von Bündnis 90 / Die Grünen nun nachlesen.

Unter der Adresse http://www.hatmeinabgeordneterfuernetzsperrengestimmt.de/ findet sich eine kleine Datenbank mit den Namen und dem Abstimmungsverhalten aller Abgeordneten.

Am 27.09. kann man dann seine Konsequenzen daraus ziehen.