Archive for Mai, 2009

POLITIK: Sehr clever…

Die Damen und Herren im Bundestag schießen sich immer mehr ins Abseits, was die Nutzung des Internets anbelangt. Neuester Vorschlag: Der mobile Zugang zu Twitter & Co. soll blockiert werden, da Abgeordnete während der Bundespräsidentenwahl fröhlich die Ergebnisse auf Twitter ausgeplaudert hatten.

Klingt ja soweit nicht soooo doof, diese Idee, sie hat aber einen Haken: Der mobile Zugang zu bestimmten Webseiten lässt sich nicht blockieren, ohne gleich komplett den Mobiltelefonempfang zu blockieren. Ich würde wetten, dass die Herrschaften dies noch nicht geschnallt haben.

Wie Herr Vetter so richtig anmerkt: Damit stellen sich die Abgeordneten auf eine Stufe mit Straftätern. Naja, irgendwie auch wieder passend.

POLITIK: Stasi-Hysterie

Der Fall Kurras ist momentan in den Medien eines der Top-Themen, denn Kurras war inoffizieller Mitarbeiter des Ministeriums für Staatssicherheit. Diverse Medien rufen nun nach einer umfassenden Aufarbeitung der (west-) deutschen Geschichte oder wollen diese – speziell beim Thema Studentenunruhen – gleich komplett umschreiben.

Überall herrscht aktuell eine regelrechte Stasi-Hysterie – da wird gemunkelt, dass die Stasi ja quasi Auslöser der Studentenunruhen war, da wird überlegt, ob jetzt die Geschichte neu interpretiert werden müsse, da wird überlegt, ob die Spitzelaffären bei Telekom und Bahn nicht vielleicht auch das Werk von alten Stasi-Seilschaften gewesen seien.

Diese Aufregung zeigt jedoch nur an, dass die (alte) Bundesrepublik sich nach wie vor nicht mit ihrer Vergangenheit und den Hintergründen der Studentenunruhen 1967 auseinander gesetzt hat. Sie zeigt, dass diverse Medien (aus dem Springer-Konzern vorrangig) die Gelegenheit nutzen wollen, sich quasi im Vorbeigehen dieser alten Geschichten und der eigenen Mitschuld zu entledigen. Sie zeigt, dass auch heute noch alte Sündenböcke für die eigenen Fehler und Versäumnisse herhalten müssen. Sie zeigt, wo Deutschland 2009 geistig steht.

Zum Thema “Studentenunruhen” sei angemerkt, dass sich durch die Enttarnung von Kurras als Stasi-Zuträger nichts, aber auch überhaupt nichts im Rückblick ändert: Der Muff von 1000 Jahren war dennoch da, die brutalen Polizeiübergriffe beim Schah-Besuch waren davor geschehen, das Attentat auf Rudi Dutschke wäre höchstwahrscheinlich trotzdem passiert, die Hetze der Springer-Presse (anders kann man das wohl kaum bezeichnen) lief schon, die nicht wirklich erfolgte Aufarbeitung der Geschichte geschah in den zwanzig Jahren davor ja ohnehin. Also, was hätte sich an den Studentenunruhen geändert, wäre damals bekannt geworden, das Kurras Stasi-Spitzel war? Zumal er ja dennoch Polizist gewesen ist?

Die Springer-Presse (und andere, mit dem Springer-Konzern geschäftlich oder intellektuell verbandelte Unternehmungen, zu denen auch ein ehemaliges Hamburger Nachrichtenmagazin gehört, wie man schon deutlich bei der Rechtschreibungsdebatte beobachten durfte) hat damals ihren Teil (einen gewaltigen Teil!) dazu beigetragen, das die Situation so eskaliert ist. Die Verunglimpfungen und die einseitige, voreingenommene Berichterstattung waren und sind ja Unternehmenspolitik. Die Aufdeckung, das Kurras bei der Stasi war, wird jetzt allerdings nur zu gerne genutzt, um von der eigenen Schuld und den eigenen Verstrickungen abzulenken. Gleichzeitig kann man nolens volens die Studentenbewegungen ganz in Ruhe aus ihrer glorifizierten Widerstandsecke holen – nicht der Staat hat Ohnesorg erschossen, sondern die Stasi. Also kann die Schuldfrage anders gestellt werden, also können eigene Verstrickungen bagatellisiert werden.

Besonders genial fand ich in diesem Kontext übrigens die Frage im DLF an einen ehemaligen Studentenaktivisten: Ob er jetzt nicht seine Rolle ganz anders bewerten müsse, wenn Ohnesorg von der Stasi und nicht von der Polizei erschossen wurde… So wird es zukünftig wahrscheinlich häufiger geschehen.

Und die allgemeine Stasi-Debatte hat auch ihren Zweck: Viele, viele datenschutzrechtliche Verfehlungen und viele Verstöße gegen das Gesetz werden – zumindest in der Öffentlichkeit – mit alten Stasi-Kadern begründet. Das macht es für die Unternehmen vergleichsweise einfach, denn so müssen sie sich nur dafür rechtfertigen, das sie ehemalige Stasi-Mitarbeiter eingestellt haben (kann ja auch sein, dass man das gar nicht gewusst hat, die konnten sich ja so toll tarnen). Die Verstöße sind dann immer Verstöße Einzelner, also der Stasi-Mitarbeiter. Und wir glauben es.

Ja, so erfüllt die Stasi-Hysterie ihren Zweck. Und – da sie ja nicht in Ruhe und sachlich geführt wird – man kann gleich wieder hunderttausende oder Millionen von ehemaligen DDR-Bürgern in ihre Ecke weisen: Stasi-Mitarbeiter, Verbrecher, böse Menschen. Und im Zweifelsfall muss man es noch nicht mal beweisen können, der Verdacht reicht aus. Fehlt eigentlich nur noch, dass man feststellt, dass auch die Kinderpornosache von der Stasi aufgezogen worden ist. Dann würde sich der Kreis schließen.

Widerlich.

Disclaimer: Ich möchte nicht die Verbrechen und die Unterdrückung der / durch die Stasi relativieren, ich will nur darauf hinweisen, dass die aktuelle Debatte einen gewissen Zweck erfüllen könnte oder es bereits tut. In der heutigen Medienwelt geschieht nahezu nichts mehr ohne Hintergrund oder Intention. Dementsprechend sollte man sich auch seine Meinung bilden.

DOTNET: Meine Top #3 Entwicklertools

Klassisches Me-Too-Posting, aber vielleicht doch interessant. ;-) Nach Peter, Stefan und Jürgen (und einigen anderen, wie man hier nachlesen kann), hier nun auch meine Top #3 Entwicklertools.

  • An erster Stelle kommt bei mir ganz klar ReSharper in Version 4.1 – Refactoring-Features und Ergänzungen / Erweiterungen zur IDE, die sowohl für C# als auch für VB funktionieren. Ist jeden einzelnen Cent wert.
  • An zweiter Stelle kommt in jedem Fall VisualSVN als Quellcodeverwaltungstool. Damit kann ich gegen beliebige Subversion-Repositories arbeiten und halte meine Daten versioniert und synchron über Maschinen hinweg.
  • An dritter Stelle kommt bei mir kein echtes Tool, sondern ein Framework: NHibernate. Für mich DER .NET-O/R-Mapper schlechthin. Anders als das Entity-Framework kann man es ohne Umstände auch in existierende Objekthierarchien einbinden und auch an finsterste Datenbankschemata anpassen. Schnell, flexibel und was Mappings und Handhabung anbelangt kompatibel mit dem Java-Hibernate, so dass die Dokumentation hier einfach passt und man sogar mit kompletten Hibernate-Büchern arbeiten kann.

Gäbe es die Möglichkeit, mehr als drei Tools anzugeben, fielen mir spontan noch weitere Kandidaten ein: DotTrace als Profiler, iTextSharp für die PDF-Verarbeitung, NUnit als unabhängiges Komponententestframework oder auch die DevExpress-Windows-Forms-Steuerelementebibliotheken.

KINO: StarTrek

Um es kurz zu sagen:

Oh. Mein. Gott. Ist der Film geil.


Der Rest im Kino. Hier noch einer der Trailer:


Und das Beste: Der Film ist noch viel besser als der Trailer.

Tipp: Im Original ansehen.

VIRTUELLES LEBEN: Performance bei VMWare Fusion

Ich bin ja glücklicher Mac-Benutzer (merkt man das eigentlich?), muss und möchte aber auch viel unter Windows entwickeln – allein schon, weil MonoDevelop für den Mac momentan noch eine komplett indiskutable IDE ist und es weit und breit keine Alternative gibt. Ergo: VMWare Fusion oder Parallels 4.0 zur Visualisierung verwenden. Läuft gut, klappt prima und Unity bzw. Coherence sind wirklich geile Features.

Bauchschmerzen bereitete mir allerdings immer wieder die Performance. Meine typische Entwicklungsumgebung sah so aus:

  • Windows Server 2003 32 Bit
  • 2 GByte RAM
  • Zwei IDE-Festplatten: Eine Systemplatte und eine Datenplatte
  • Visual Studio 2008
  • SQL Server 2005 Express Edition
  • Diverse Plugins für VS 2008 (ReSharper 4, DevExpress-Zeuchs, VisualSVN)

Damit konnte man recht brauchbar entwickeln, aber irgendwie war es zäh. Ich bin dann mal über ein Blogpost gestolpert und habe umgestellt:

  • Windows Server 2008 R2 RC 64 Bit
  • 2 GByte RAM
  • 2 SCSI-Festplatten
  • VS 2008, SQL 2008 Express Edition 64 Bit, diverse Plugins

Tja, was soll ich sagen: Die Performance ist um Klassen besser, obwohl ich beim W2K8 sogar die visuellen Effekte eingeschaltet habe (sieht übrigens wie Windows 7 aus, sehr angenehme Optik).

Das Geheimnis war wohl tatsächlich Kombination aus 64 Bit-OS und SCSI-Platten.

VIRTUELLES LEBEN: Newsserver

Wer wie ich häufiger in den Newsgroups unterwegs ist, benötigt einen schnellen, sicheren und zuverlässigen Newsserver, über den er dieses Kommunikationsmedium nutzen kann. Wenn es nur Microsoft-Newsgroups sein sollen, ist der einfachste Weg wohl news.microsoft.com, aber sobald es etwas außerhalb der Microsoft-Hierarchie sein soll, wird es anstrengender.

Die meisten Provider bieten eigene Newsserver-Zugänge an, allerdings schwanken Qualität und Zuverlässigkeit oft enorm. Abhilfe schaffen freie Newsserver oder kostenpflichtige Angebote.

Ich persönlich schwöre seit Jahren auf den Newsserver der TU Berlin, der allerdings nur Studenten offen steht. Allerdings gibt es ein sehr preiswertes, kostenpflichtiges Angebot unter news.individual.de – und dort sieht man dann deutlich mehr, als nur die Microsoft-Hierarchien.

Der Zugang kostet 10,00 EUR pro Jahr und ist definitiv eine Empfehlung wert.


APPLE: Tut mir leid, geht nicht

Es tut mir wirklich leid, aber ich schaffe es einfach nicht mehr, vom Mac OS wegzukommen. Ich war die letzten zwei, drei Wochen sehr in Versuchung, weil ich mir ein schickes, kleines Tablet (ein Thinkpad X61T) zugelegt habe, aber es geht einfach nicht.

Ich habe es sehr genossen, ohne Virtualisierung entwickeln zu können (das tue ich immer noch), aber die Vorteile eines nativen Windows wiegen die Nachteile, bezogen auf den Mac und das Mac OS, schlicht nicht auf: Zuverlässigkeit, Bootzeit, Einfachheit in der Bedienung, iPhone-Entwicklung, NetNewsWire.

So ist es nun so, dass das X61T das ist, als was es auch gedacht war: Der Zweitrechner. Zum Spielen (Civ IV BtS, Railroads!), zum Surfen abends auf der Couch oder auch zum schnellen, nativen .NET-Entwickeln (er hängt schließlich im Office und zu Hause an der Dockingstation und am großen Display).

Aber primäres System werden? Nein, das schafft im Moment kein Windows-System bei mir. Da kann es noch so lecker aussehen oder noch so clevere Ideen haben.

Ich bleib beim Mac.


APPLE: Weblog-Editor

Bisher habe ich ja auf den Ecto-Editor gesetzt, wenn ich vom Mac aus Weblog-Postings schreiben wollte. Der hat aber ein brutales, bisher nicht behobenes Problem mit dasBlog 2.x (und das ist dummerweise die Applikation, mit der ich dieses Blog betreibe). Also habe ich mich – eher ohne Erwartungen – nach einer Alternative umgeschaut…

…und bin ziemlich schnell auf Blogo gestoßen. Dieser Editor kommt problemlos mit meinem dasBlog klar, verfügt über einen WYSIWYG-Editor (ich habe keine Lust, ständig HTML selbst schreiben zu müssen) und tut ansonsten, was ich von ihm erwarte.


Das Layout ist eher rudimentär, aber hey, es tut – und nach einiger Gewöhnung kann man die Oberfläche durchaus schick finden. ;-)

Blogo ist Shareware und kostet als Vollversion nach 30 Tagen 25$. Bis zum 06.05. sogar nur 20$.


BRAINDUMP: Mehrere Instanzen einer Applikation im Mac OS

Wer kennt das nicht: Manchmal muss es einfach mehr sein. So zum Beispiel im Mac OS, wenn man mehr als eine laufende Instanz einer Applikation (etwa einer Entwicklungsumgebung) benötigt. Nur: So von Haus aus scheint es nicht zu funktionieren, denn die meisten Applikationen sind als Einzelinstanzen designed.

Wer es doch benötigt, kann sich mit dem Terminal behelfen:

open -n /Applications/[Applikationsname].app

Das Geheimnis ist der Schalter -n, der für “new”, also neue Instanz, steht.

open -n /Applications/eclipse/Eclipse.app

Auf diese Art wird beispielsweise eine Eclipse-Instanz geöffnet. Bei den meisten Applikationen funktioniert das dann auch völlig problemlos, nur eben leider nicht von Haus aus.


AUA: Mist, vergessen!

Mist, ich habs vergessen – es ist ja wirklich auch mein Fehler: Bestimmte Leute muss man einfach ins Killfile packen, bevor man Newsgroup-Beiträge abruft.

Damit ich es nicht wieder vergesse:



Ah. Jetzt ist Frieden.