Politik: Noch bessere Netzsperre

Die EU setzt unserer Filterliste noch die Krönung auf, denn sie plant eine Verordnung, die es erlaubt, das Internet in Paketen anzubieten – und was man nicht gebucht hat, sieht man nicht.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt: Zukünftig soll es möglich sein, dass Zugangsanbieter (die ja auch schon mal Kundendaten an das BKA weitergeben) das Internet portioniert anbieten können. Das klingt harmlos (wenn auch völlig sinnlos), bedeutet aber, dass man das Internet nur noch in Paketen kaufen kann. In diesen Paketen sind dann bestimmte Abrufkontingente für bestimmte Dienste drin – und wenn ich z.B. Premiere anschaue, dann weiß ich schon, wie das aussehen wird: Es wird ein Standard-Paket geben, ein Family-Paket, ein Sport-Paket, etc. In jedem dieser Pakete sind bestimmte Webseiten aktiviert, andere nicht (wird wahrscheinlich unter dem “Kinderschutz”-Label verkauft werden).

Das kann dann in der Konsequenz dazu führen, dass etwa im Standard-Paket nur noch “Meinungsführer” wie etwa SPIEGEL ONLINE, die BILD-Zeitung oder andere Vertreter vertrauenswürdiger Publikationen drin sind. Andere Webseiten wären nur eingeschränkt oder gar nicht mehr aufrufbar. Um die zu nutzen, müsste man beispielsweise das Premium-Paket buchen oder zu einem anderen Anbieter wechseln. Analoges gilt dann für FileSharing, Tunneling und andere potentiell verdächtige Dinge.

Im besten Fall führt dies zu einer Gewinnmaximierung der Provider (wofür eigentlich?), im schlechtesten Fall dazu, dass sich nur noch Besserverdiener ein wirklich freies Internet leisten können.

Mehr Informationen gibt es u.a. bei http://www.blackouteurope.eu/lang/deutsch/main.html. Fürs Protokoll: Das muss nicht passieren, aber mit der neuen Verordnung kann es geschehen.

Ach, die freie und unabhängige Presse hat darüber nicht berichtet?

Oooopsi. Warum wohl nicht?

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