POLITIK: Heuchler
Heute hat für den ehemaligen Postchef Zumwinkel der Prozess wegen Steuerhinterziehung begonnen. Erste Aktion: Er gestand alles und bereute.
Es sei der größte Fehler seines Lebens gewesen, Steuern zu hinterziehen, erklärte er und wirkte dabei wohl ernsthaft zerknirscht. Was Wunder: Er muss die hinterzogenen Steuern samt einer saftigen Strafe zurück zahlen. Wird ihn aber nicht arm machen, denn er verfügt über ein Vermögen von mehr als acht Millionen EUR, sowie ein Jahreseinkommen von mehr als 600.000 EUR.
Ich nehme dem Mann allerdings seine Reue nicht ab. Die wird als strategisches Mittel eingesetzt, um das Gericht positiv zu stimmen. Und die Staatsanwaltschaft hat auch entsprechend schon erkennen lassen, dass sie dies begrüße. Letztlich geht es darum, eine möglichst milde Strafe heraus zu schinden – also eine geringstmögliche Geldstrafe zu erwirken. In den Knast muss der Herr übrigens in keinem Fall, denn es werden nur die Hinterziehungen der nicht verjährten Jahre behandelt. Da die knapp unter einer Millionen liegen, bekommt er lediglich eine Bewährungsstrafe, da er ja – siehe oben – Reue gezeigt hat. Und über die Jahre vor Eintritt der Verjährung spricht niemand.
Manchmal kotzt es einen echt an.