Und ab dafür!

Gerade rauscht es über den Ticker [1][2]: SiemensBenQ lässt die erst im letzten Jahr übernommene Mobiltelefonsparte von Siemens pleite gehen. Natürlich wird die Marke nicht verschwinden, nur die völlig überflüssigen deutschen Produktionsstandorte und die total überbezahlten deutschen Mitarbeiter tun es.

Wenn man nun die Ankündigungen vom letzten Jahr unter diesem Aspekt querliest, kann man Siemens zu diesem gelungenen Schachzug nur gratulieren:

  • Mobilfunksparte relativ preiswert abgestoßen (300 Mio EUR sind quasi Peanuts), Problemfeld somit aus dem Konzern genommen
  • Soziales Gewissen befriedigt, denn schließlich gab es eine Beschäftigungsgarantie für ein Jahr, die gerade ausgelaufen ist
  • BenQ erledigt die Abwicklung

Eigentlich ist man das bisher nur in kleinerem Maßstab gewöhnt – aber der Kollege Kleinfeld war ja nicht umsonst jahrelang in den USA beschäftigt. Und Leistung zählt halt letztlich.

Ich könnte mein Essen vorne wieder rausholen.

[1] http://golem.de/0609/48092.html
[2] http://www.heise.de/newsticker/meldung/78799

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3 Comments so far

  1. Hannes Preishuber on September 28th, 2006

    Schuld ist wohl nicht nur Siemens sondern auch Benq und ein wenig die Gewerkschaften und sonst wer.
    Fakt ist die 3000 Leute werden dann 3 Monate aus dem Insolvenzfond bezahlt der von den ehrlichen deutschen Firmen mit Geld gefüllt wird.
    Wieder ein netter Fall von Umverteilung.
    Ein übler Fall, aber bestandteil unsere Wirtschaftssystems.

  2. Karsten Samaschke on September 28th, 2006

    Hmm, ich denk schon, dass das ein eingefädelter Deal war. Lohnkosten machen bei Mobiltelefonen cirka 3-5% vom Preis aus (lt. Siemens) – die können also nicht die Ursache sein. Und letztlich haben doch beide Seiten profitiert: Siemens ist seine Problemsparte los und BenQ hat die Marken- und Patentrechte. Und produziert in Asien, so wie sie es von vornherein vorhatten. Die 3000 Leute können einem letztlich nur leid tun, die sind die Doofen (allein schon, weil sie geblieben sind…). Und klar: Das ist üblich – aber die Größenordnung ist schon frech.

  3. René on September 28th, 2006

    dazu kommt leider noch das einige Mitarbeiter von Siemens/BenQ beim Wechsel extra auf 30% Lohn verzichtet haben um die Job-Garantie zu erhalten …. Gerade hat sich der Siemensvorstand sein Einkommen um 30% erhöht ….. ein Schelm wer böses denkt …..