R.I.P. Tungsten, welcome X30
Ich bin frustriert: Mein Tungsten T5, der erste PDA überhaupt, mit dem ich restlos glücklich war, ist kaputt. Aber nicht, weil das Gerät schlecht war, sondern weil ich so dämlich war und den Organizer so unglücklich aufs Autodach gelegt habe, daß das Display kaputt gegangen ist, als ich die Heckklappe geöffnet habe.
“Okay”, dachte ich mir, “gehst Du los und kaufst Dir den Tungsten nochmal”. Doch das erwies sich als nahezu unmöglich: Nach etwa einer Woche rumlaufen in der Stadt und dem Stöbern in allen möglichen Elektronik-Läden und Fachgeschäften, ist mir einiges klar geworden:
- Der Markt will offensichtlich keine leistungsfähigen Organizer mit Bluetooth, gutem Display und einer eingängigen Bedienung, sondern PDA-Navi-Kombinationen mit geringer Leistungsfähigkeit, Infrarot-Schnittstelle, miesem Display und schlechter Bedienbarkeit.
- Die Händler bieten zwar noch hochwertige PDAs an, aber nur zu Verteidigungspreisen. Die sind so hoch, daß man die Geräte fast auf Kredit kaufen (Tungsten T5 für 399,– EUR im MediaMarkt und für 429,– EUR im Kaufhof) muss. Die Gewinnmargen bei PDA-Navi-Kombinationen sind offensichtlich deutlich höher – und der gewöhnliche DAU schaut halt ausschließlich nach dem Funktionsumfang (und nicht danach, wie gut die einzelnen Komponenten sind).
- Die Händler listen PDAs komplett aus: Saturn bietet heute keine PDAs mehr an, selbst “alte” Acer (N50)- und Palm-Geräte (Tungsten E2, Zire 71, Tungsten T3 und Tungsten T5) sind seit dieser Woche nicht mehr erhältlich.
- Online einen preiswerten Tungsten T5 zu finden (meiner hatte neu vor sechs Monaten 289,– EUR gekostet) ist fast unmöglich: Bei eBay werden die üblichen linken Nummern gefahren (“Habe drei Stück zum Geburtstag bekommen, und die brauche ich nicht – deshalb keine Rechnung, keine Garantie, kein garnix”) oder auch deutlich höhere Preise genommen (ab cirka 329,– EUR bei einigermaßen vertrauenswürdigen Händlern) und die “gewöhnlichen” Händler sind ebenfalls sehr teuer oder eben einfach nicht vertrauenswürdig.
- Gleiches gilt für nahezu jeden anderen PDA: Entweder teuer oder aus nicht vertrauenswürdiger Quelle oder ohne Rechnung oder alles zusammen.
Nachdem ich mir also so mein Frustlevel aufgebaut habe, hat es mir heute gereicht: Ich benötige dringend einen PDA, der ein ansprechendes Display mit der Möglichkeit einer querformatigen Darstellung hat. Ebenfalls braucht das Teil Bluetooth (Mobiltelefon und Navi-System koppeln) und entweder einen SDIO-Slot oder eine eingebaute WLAN-Lösung. Preisliche Obergrenze: 300,– EUR inkl. MwSt. Das bedeutet: Es kommen nur noch Palm Tungsten T5, Acer N50 oder Dell Axim X30 WLAN / PAN in Frage. Ich habe mich aufgrund der beschriebenen Situation rund um den Online-Kauf des Tungstens schweren Herzens für einen Axim X30 mit 624 MHz, Bluetooth und WLAN entschieden, denn den gibt es derzeit bei Dell ohne Versandkosten und mit 20% Rabatt, wodurch das Teil billiger als der einfachere X30 mit weniger Power wird.
Meine Suche nach dem idealen PDA ist damit erst mal eingestellt. Vielleicht läuft mir nochmal ein preiswerter neuer Tungsten T5 (oder ein Nachfolger) über den Weg oder das Palm Lifedrive wird um 100,– EUR preiswerter. Dann bin ich wieder bei Palm. Vorläufig aber gilt auch bei PDAs: Big Evil hat mich wieder…
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