Lieber Herr #Microsoft, …

Microsoft Lumia 640 Dual SIM…echt, ich kann dich manchmal nicht verstehen: Da hast Du mit den Lumia 640- und Lumia 640 XL-Smartphones mal zwei echte Preis-Leistungs-Knaller im Portfolio, und dann bringst Du die Dinger in Deutschland nur als 3G-Dual-SIM-Versionen heraus? LTE nur bei der Single-SIM-Version? WTF?

Für die nicht ganz so technisch beschlagenen Leser: Die Lumia 640-Reihe sind mit die ersten „echten“ Microsoft-Smartphones mit Windows Phone. Sie sind echt günstig zu haben, und es gibt sie weltweit in verschiedenen Versionen (Single SIM und Dual SIM) und in zwei Netzwerk-Varianten (HSPA+, also das „normale“ Handynetz, und LTE, das „schnelle“ Handynetz). Die Lumia 640-Reihe gibt es darüber hinaus als „normale“ Version (5 Zoll, 5 MP Frontkamera, 8 MP-Kamera) und als XL-Version (5,7 Zoll, 5 MP Frontkamera, 13 MP Kamera).

Das Problem besteht darin, dass die Geräte echt günstig sind und für den Preis eine sehr gute Leistung und sehr gute Qualität bieten. Problematisch wird es, weil Microsoft in Deutschland unverständlicherweise bei den Dual-SIM-Geräten nicht die LTE-Versionen anbietet, die nicht nur günstig wären, sondern ein Alleinstellungsmerkmal hätten: Nämlich schnelles mobiles Internet in der Budget-Preisklasse. Das gibt es so nicht im Android-Umfeld, jedenfalls nicht bei den etwas besseren Anbietern.

So sehen die verschiedenen Varianten heruntergebrochen auf die Leistungsdaten aus:

  • Lumia 640 Single SIM (also eine SIM-Karte) mit LTE (4G) – in D für etwas über 140,– EUR Straßenpreis
  • Lumia 640 Dual SIM (also mit zwei SIM-Karten) mit HSPA+ (3G) – in D für etwa 180,– EUR Straßenpreis
  • Lumia 640 Dual SIM (also mit zwei SIM-Karten) mit LTE (4G) – in D nicht im Angebot, bspw. in Frankreich für etwa 175,– EUR erhältlich
  • Lumia 640 XL Single SIM (also mit einer SIM-Karte) mit LTE (4G) – in D nicht im Angebot, bspw. in Italien für etwa 220,– EUR erhältlich
  • Lumia 640 XL Dual SIM (also mit zwei SIM-Karten) mit HSPA+ (3G) – in D ab ca. 200,– EUR Straßenpreis
  • Lumia 640 XL Dual SIM (also mit zwei SIM-Karten) mit LTE (4G) – in D nicht im Angebot, bspw. in Frankreich für etwa 250,– EUR erhältlich

Wie man sieht, sind die spannenderen Versionen bei uns nicht zu bekommen. Und das finde ich – ehrlich gesagt – ziemlich unverständlich und frustrierend. Demensprechend kaufe ich mein Lumia 640 XL Dual SIM LTE demnächst in Frankreich.

Capitalize-Funktion für alle Worte einer Zeichenkette

Gerade drüber gestolpert, weil in einem Projekt benötigt:

Wenn man alle Einzelworte einer Zeichenkette, egal, ob durch Leerzeichen oder andere Trennsymbole – etwa Bindestriche – voneinander getrennt, groß schreiben möchte, muss man das Rad nicht neu erfinden, sondern kann die am CultureInfo-Objekt hängende TextInfo-Instanz verwenden.

Unter http://www.samaschke.de/blog/13-net-wie-man-alle-einzelworte-mit-grossbuchstaben-versehen-kann beschreibe ich die Verwendung dieser Funktionalität.

RESTful Services mit JAX-RS: Reguläre Ausdrücke in Path-Parametern verwenden

In JAX-RS-Diensten können mit Hilfe von Path-Parametern virtuelle Pfade definiert werden. Dabei sind neben normalen Platzhaltern auch reguläre Ausdrücke einsetzbar. Möchte man beispielsweise über die selbe Ressource und die selbe HTTP-Methode unterschiedliche Operationen in Abhängigkeit vom übergebenen Path-Parameter anstoßen, so kann dies mit Hilfe von regulären Ausdrücken auf Ebene der Service-Definition problemlos umgesetzt werden.

Unter http://www.samaschke.de/blog/12-jax-rs-regulaere-ausdruecke-in-path-annotation-verwenden zeige ich, wie dies umgesetzt werden kann.

Tja, #Facebook

…Du willst also hemmungslos meine Daten – Du checkst, welche anderen Apps ich installiert habe und Du trackst mich beim Surfen? Nur, damit Du mehr Werbung verkaufen und Deinen Profit optimieren kannst?

Alles klar.

Alle Facebook-Apps sind von allen meinen Telefonen gelöscht, ab sofort gibt es zwei Browser (die natürlich beide erstmal von allen Cookies befreit worden sind): Einen Browser, über den ich Facebook benutze (im Inkognito / Stealth / Privat-Modus) und einen, mit dem ich „normal“ surfe. Mit letzterem werde ich mich nie bei Facebook anmelden, ich werde auch nicht die Teilen- oder Kommentieren-Funktionen Richtung Facebook nutzen. Und, auch letzterer Browser läuft im Inkognito / Stealth / Privat-Modus.

Ergebnis: Facebook, Du bekommst jetzt weniger Daten von mir. Und ich selbst verbringe viel weniger Zeit auf Facebook (was eh gut ist). Und damit, liebes Facebook, verdienst Du letztlich weniger Geld mit mir.

PS: Von meiner Homepage http://www.samaschke.de und von meinem Blog werde ich die Teilen-Buttons entfernen.

Samaschke UG Homepage veröffentlicht

Logo der Samaschke UGLange, lange, LANGE hat es gedauert, aber nach zehn Jahren Selbständigkeit und als Firmeninhaber habe ich es echt mal geschafft, eine eigene Homepage für meine Firma zu erstellen. Genauer: Erstellen zu lassen. Von meinem Team (Danke dafür!).

Die Homepage der Samaschke UG ist ab sofort unter http://www.samaschke.de und http://www.ksamaschke.de zu finden.

Damit einhergehend wird sich der Charakter dieses Blogs verändern: Es wird noch sporadischer geführt werden und nur noch ein privates Blog sein. Das bedeutet, dass sich technische Inhalte zukünftig eher auf der Homepage meiner Firma wiederfinden lassen. Die existierenden Inhalte bleiben natürlich unverändert hier stehen. :-)

So long,

 

Karsten

Tschüss, WhatsApp!

Kurz gesagt: es reicht mir! Ich habe entschieden, von WhatsApp weg zu gehen, der Tropfen, der das Fass zum überlaufen gebracht hat, ist die Einführung des „Gelesen“-Häkchens.

Ja, WhatsApp und Privatssphäre waren schon in der Vergangenheit eine schwierige Kombination – die nicht änderbare Anzeige des Information, wann ich zuletzt online war, konnte ich noch ertragen und die ständige Positionsabfrage konnte man abschalten. Wenn nun aber überall angezeigt wird, wann ich eine bestimmte Nachricht gelesen habe, dann sprengt das für mich den Rahmen – das geht einfach niemanden etwas an. Zumal es auch noch irreführend ist, denn es erfasst nicht, ob ich beispielsweise die Nachricht schon in Form einer Benachrichtigung auf mein Telefon in gesehen habe.

Nein, das geht mir einfach in Summe zu weit. Ich wechsle ab sofort zu Telegram, einer kostenlosen und auf allen Plattformen vorhanden Alternative zu WhatsApp. Und natürlich bleibe ich auch über Skype erreichbar.

WhatsApp bleibt noch einige Wochen auf meinen Geräten, danach ist es für mich Geschichte.

[Reminder] CocoaPods – 0.34.4 funktioniert nicht, 0.33.1 installieren

Bei keinem meiner Entwicklungsmacs funktioniert CocoaPods 0.34.4 – einzig das Downgrade oder die frische Installation von CocoaPods 0.33.1 tut bei mir.

Wenn man manuell die Version 0.33.1 installieren will, führt man diese Anweisung auf dem Terminal aus:

sudo gem install cocoapods -v 0.33.1

Anschließend werden die Pods auch wieder gebaut.

Officehelden.com – Hilfe naht!

Officehelden - Hilfe naht!

Sie haben ein Problem mit MS Office? Dann ist unser neuer Service Officehelden.com genau das Richtige für Sie.

Ab sofort bietet Ihnen die Samaschke UG einen kompletten Service rund um Microsoft Office – für Access, Excel, Powerpoint, Word oder Outlook, und natürlich auch für Office 365. Sie können unseren Vor-Ort-Service in Berlin / Brandenburg nutzen, Sie können Schulungen buchen und auch Programmierdienstleistungen (etwa für Excel-Makros, VBA- oder VSTO-Projekte) in Anspruch nehmen.

Probieren Sie es aus – das Team steht Ihnen ab sofort zur Verfügung!

#NotMyWM

Falls es irgendwer noch nicht mitbekommen haben sollte – etwa, weil er in einer anderen Galaxie weilt, tot oder im Koma ist – nur kurz zur Erinnerung: In Brasilien findet derzeit die Fußball-WM statt. Oder anders ausgedrückt: Der totale Kommerz. Oder auch: Die vollständige Volksverdummung. Alternativ: Die komplette Zwangshysterie.

Ich bin gerne bereit, jedem Fußballfan seine Spiele, samt Vor- und Nachberichterstattung, sein Public Viewing, seine Schichtwechsel aufgrund von Spielansetzungen und gerne auch seine Begeisterung zu gönnen. Wegen mir sogar die Winke-Angie, die ja offensichtlich dazu gehört. Alles kein Ding, ich mag Fußball.

Aber, liebe Medien und liebe Fahnenschwenker, liebe Schlaaaaaaaaaand-Gröhler und Nationalfarben-Anschmierer: Bitte nehmt zur Kenntnis, dass mir eure Zwangshysterie, die ausführlichste Hofberichterstattung, das ständige Herunterzählen bis zum nächsten deutschen Spiel, eure nationale Brille und das komplette Über-Alles-Stellen-Und-Den-Verstand-Abschalten-Nur-Weil-Schlaaaaaaaaaaand-Spielt einfach nur auf den Sack geht.

Die Welt bleibt nicht stehen, weil einige Dutzend Millionäre gegeneinander kicken und ihr vor lauter Nationaltrunkenheit nicht mehr denken könnt. Und ob ihr es glaubt, oder nicht: Es gibt auch anderen Sport, es gibt brandaktuelle Politik, es gibt Armut und bewaffnete Konflikte. Auch und gerade jetzt. Und genau deshalb empfinde ich eure Zwangshysterie und das andauernde Betonen der WM als unerträglich.

Get a life.

This blog is not dead

Yet.

Umweltfreundlich? Schnell? Preisgünstig? Muhahaha!

Umweltfreundlich oder zumindest schnell reisen? Von Berlin nach München? Vergiss es!

Ich habe eben für eine kurzfristige Terminanfrage mal die üblichen Verdächtigen gechecked:

  • Bahn: Mind. 200+ EUR (zzgl. Parken am Bahnhof, zzgl. Tickets in der Stadt) und ca. 8h (inklusive An- und Abfahrt)
  • AirBerlin: Mind. 500+ EUR (zzgl. Parken am Flughafen, zzgl. Tickets), ca. 4h inklusive An- und Abfahrt, dafür wird man aber wie ein Terrorist behandelt
  • Germanwings: Mind. 400+ EUR (zzgl. Parken am Flughafen, zzgl. Tickets), ca. 4h inklusive An- und Abfahrt, dafür wird man aber wie ein Terrorist behandelt
  • Auto: Sprit ungefähr 150,00 EUR (zzgl. Parken in der Stadt, anteilige Nebenkosten vielleicht nochmal 100,00 EUR), ca. 6h von Haustür zu Haustür, und ich habe meine Ruhe.

Hmmmm.

Neosprech: Leistungsträger der Gesellschaft

„Leistungsträger der Gesellschaft“ ist eine Wortkombination, die gerne von (angeblich) liberalen und (wert-) konservativen Politikern verwendet wird. Dabei wird „Leistungsträger“ mit „besserverdienend“ übersetzt und meint letztlich niemand anderen, als eine Personengruppe, die ein hohes Einkommen erzielt.

Und das, mit Verlaub, ist widerlichster Neosprech.

Ich finde es wirklich absonderlich, Leistung mit Geld gleich zu setzen. Das weiß im Grunde jeder Freiberufler und Selbstständige, das weiß auch jeder Unternehmer und es weiß auch jeder Angestellter: Leistung und Geld sind nicht synonymisch. Noch nicht einmal verwandt.

Oder wie ist es zu verstehen, dass eine Krankenpflegerin soviel weniger Geld als ein – beispielsweise – Fachangestellter eines größeren Unternehmens erhält? Arbeitet sie weniger? Leistet sie weniger? Ist ihre Arbeit weniger wertvoll?

Wie ist das mit gleicher Arbeit bei Frauen und Männern – die müssten doch dann beide gleich viel verdienen. Machen sie aber nicht, Frauen verdienen gerne mal 1/3 weniger als Männer. Bei gleicher Arbeit. Also müssten sie – nach der Logik, wonach Leistung mit Geld gleichzusetzen wäre – 1/3 weniger leisten. Per se und grundsätzlich.

Was ist mit dem Manager eines Unternehmens, der gerne mal das zwanzig-, dreißig-, vierzig-, fünfzigfache eines einfachen Angestellten verdient. Leistet der entsprechend mehr? Arbeitet der entsprechend länger? Denkt der entsprechend schärfer? Macht der entsprechend weniger Fehler?

Auch fein: Verliere ich als Freiberufler meinen Status als „Leistungsträger der Gesellschaft“, wenn ich Überstunden mache, die ich meinem Kunden nicht in Rechnung stelle und somit mein Einkommen nicht steigere?

Noch besser: 1-Euro-Jobber. Die gehen für 1,– EUR die Stunde arbeiten. Oder Friseure, die teilweise Tarifverträge mit 4-5 EUR Stundenlohn haben. Dagegen ein Handwerksmeister oder ein Anwalt oder ein freiberuflicher Software-Entwickler, ein Steuerberater, manche Ärzte – hier fangen die Stundenlöhne mindestens mal im oberen zweistelligen Bereich an. Leisten diese Leute bis zu hundert Mal mehr, als die 1-Euro-Jobber oder die Friseure? Sind sie damit die Leistungsträger der Gesellschaft?

Natürlich nicht!

Der Begriff des „Leistungsträgers der Gesellschaft“ ist nichts anderes, als eine zynische Umschreibung von „Besserverdienender, dem das Wohl der Gesellschaft im Grunde total wumpe ist“. In diesem Kontext wird er jedenfalls gebraucht, denn herangezogen wird er stets, wenn es darum geht, höhere Abgaben zu vermeiden und die Ungerechtigkeiten des Spitzensteuersatzes zu beschreiben. Ungerechtigkeiten für die „Leistungsträger der Gesellschaft“, wohlgemerkt. Denn die Nicht-Leistungsträger kommen da nie im Leben hin.

Neosprech at its best.

Das iPhone-5C-Missverständnis

iPhone 5CAls Apple gestern seine iPhone-Modelle für die nächsten Monate veröffentlichte, war das Urteil – auch von mir – schnell gefällt: Ja, Fingerabdruckscanner und 64-Bit-Prozessor beim iPhone 5S sind durchaus cool, aber Innovationen sehen anders aus. Enttäuschend, zumal statt eines Billig-Gerätes ein Gerade-mal-100-EUR-günstiger-iPhone 5C nachgeschoben worden ist.

 

Letzteres wird – sicher nicht zu unrecht – zum Ziel des Spotts von verschiedenen Seiten – gerade Nokia hat das Farbelement in seinen Lumia-Smartphones in den letzten Jahren sehr erfolgreich betont. Insofern ist es sehr naheliegend, Apple zu unterstellen, dass ihnen die Innovationskraft und die Marktanteile ausgehen (werden).

Aber: Ist dem so?

Schauen wir uns doch mal das iPhone 5C genauer an. Das sollte – so forderten es Analysten (also Außenstehende) – den billigen Android- und WindowsPhone-Geräten Konkurrenz machen und neue Käuferschichten erschließen. Das wird es, bei einem Preis, der gerade einmal 100,– EUR unter dem des iPhone 5S liegt, ganz sicher nicht tun, jedenfalls nicht über den Preis. Und das war ja letztlich das, was die selbsternannten Experten gefordert haben.

Nur: Eigentlich hat Apple gerade eine ganze Menge richtig gemacht, denn sie sind eben nicht der Forderung, alles pauschal billig(er) zu machen, gefolgt. Weil sie wissen, dass das letztlich ihren Markenkern, nämlich hochwertige Technik zu hochwertigen Preisen anzubieten, beschädigt hätte. Ein Apple-Gerät darf einfach nicht billig sein. Es kann billiger werden, das ja, aber nicht billig. Um das Spitzenmodell nicht zu gefährden, mussten deshalb Unterscheidungsmerkmale gefunden werden – in Gehäusematerial, Design und Farbgebung geschah dies.

Damit erschließt sich Apple letztlich die geforderten (und benötigten) neuen Käuferschichten, nämlich die Leute, denen das bisherige iPhone einfach zu langweilig, zu teuer, zu angeberisch und zu piefig geworden ist. Das iPhone 5C muss nicht billig sein, es muss für Apple einfach nur anders sein, als es das iPhone 5S ist. Genau das tut es, es greift den Trend der farbigen Gehäuse auf, es macht den Einstieg in aktuelle Apple Hardware günstiger (im Grunde trägt es ja nur die Technik des iPhone 5 aus dem letzten Jahr auf), es gibt Apple die Möglichkeit, viel häufiger neue Geräte auf den Markt zu bringen (eine Frühjahrs-Kollektion, eine Sommer-Kollektion, eine Herbst-Kollektion, etc.), es erlaubt es, sich wesentlich jünger und spritziger zu präsentieren, ohne die bisherige Zielgruppe zu vernachlässigen und letztlich bringt es mehr Geld in die Kasse, denn in der Herstellung dürfte es aufgrund des einfacheren Gehäuses günstiger sein.

Nein, das iPhone 5C ist sicher kein Innovationswunder und es ist auch ganz sicher kein Einstieg ins Billigsegment – aber wenn man mal drüber nachdenkt, ist es eine sehr, sehr clevere Lösung für Apple, gleich aus mehreren Sackgassen heraus zu kommen. Und insofern ist es alles andere als ein Missverständnis.

Hallo Herr Benz,

Danke, dass Du in Form des Assistenten der Geschäftsführung der in der Nähe des IKEA befindlichen Mercedes Niederlassung im Osten Berlins, die sich übrigens nur 600m von einem sehr empfehlenswerten „Car Media“-Spezialisten befindet (http://www.acr-bb.de/Inhalt/index.php), zurückgerufen hast, um eine Lösung für meine Probleme mit der A-Klasse W176 herbei zu führen.

Wir hatten ein gutes Gespräch über die Probleme, es sind kurzfristige Problemlösungen mit Stichtag Donnerstag in Sicht. Damit ist die Grundproblematik sicherlich noch nicht ausgeräumt, aber ich habe das erste Mal seit Monaten das Gefühl, dass man mich (uns) und meine (unsere) Probleme ernst nimmt.

Lieber Herr Benz, ich halte Dich auf dem Laufenden.

Lieber Herr Benz,

Meine Kollegen und ich fahren seit Ende Dezember 2012 A-Klassen. Baureihe W176, die wir in einer ungenannten Niederlassung im Osten Berlins nicht all zu weit vom Tierpark weg und nahe des IKEAs gekauft haben. Tolles Auto, wirklich. Wir wussten, als wir das Auto bestellten, dass wir Modelle aus der ersten Serie bekämen – da kann man immer mal einen Fehler haben, da sind wir auch absolut kulant eingestellt. Gewesen.

Das Abhol-Omen

Wir haben uns für die Abholung im Werk in Rastatt entschieden, denn eine Werksführung wäre doch mal spannend gewesen und außerdem waren die Überführungskosten ziemlich hoch. Einer von uns konnte sein Fahrzeug vor Weihnachten abholen, zwei von uns (samt Kind, das sich schon tagelang auf die Werksführung freute) waren dann in der Woche nach Weihnachten an der Reihe. Leider hatte niemand dem geschulten Verkaufsmitarbeiter bei Mercedes verraten, dass die zugesagte (und schriftlich garantierte) Werksführung zwischen Weihnachten und Silvester aufgrund von Werksferien gar nicht möglich war. Lange Gesichter überall, die auch durch die drei lapprigen Brötchen und den kalten Kaffee im Abholungszentrum nicht glücklicher wurden. Erst, als wir die Autos bekamen, war der Tag, an dem wir 800km quer durchs Land kutschierten, gerettet. Und die Autos waren (und sind) toll!

Das Nach-Rechts-Zieh-Dilemma I

Anfang Januar begann das Auto eines Kollegen plötzlich nach rechts zu ziehen. Etwas später tat es das nicht mehr. Etwas später tat es das wieder. Es folgten mehrere Werkstattaufenthalte in besagter Niederlassung, am Ende stand die Aussage, dass es sich um ein Software-Problem handele und man uns informieren würde, wenn es ein Software-Update gäbe. In der Zwischenzeit müssten wir halt mit dem Problem leben. Was ja auch ging, denn es trat sporadisch, nicht dauerhaft auf.

Das HeadUnit-Problem I

Anfang Juni ging die HeadUnit für das Radio- / Navigationssystem meines Autos kaputt – kein Navi mehr, kein Bluetooth-Audio, keine Rückfahrkamera, kein Media-Interface. Fällt alles unter Kinderkrankheiten, insofern kein Problem, Mercedes wird das ja richten. Wir vereinbarten also einen Werkstatttermin, den wir gleich mit der 2.000km später fälligen Durchsicht kombinierten.

Laut Aussage des Meisters bei der Annahme des Fahrzeuges wäre alles am Abend des nächsten Tages (das wäre ein Dienstag gewesen) erledigt, deshalb könne man uns nur für Mo und Di einen Werkstattersatzwagen kostenlos zur Verfügung stellen, ab Mittwoch würden wir das Fahrzeug dann als Mietwagen bezahlen müssen. Da ich in der Woche bei einem Kunden 500km entfernt zu tun hatte, nahmen wir dieses Angebot an.

Am Samstag wollte ich mein Fahrzeug abholen und erfuhr, dass die HeadUnit nicht repariert sei, da man diese am Freitag erst bestellt habe und noch keinen Liefertermin nennen könne. Bis einschließlich Freitagabend habe man „alles mögliche probiert, um die HeadUnit wieder in Gang zu bekommen“, so die Aussage des Meisters. Auf meinen Einwand hin, dass somit die Reparatur ja am Dienstag nicht abgeschlossen gewesen sei und ich deshalb nicht einsähe, für einen Mietwagen zu bezahlen, den ich gar nicht genutzt hätte (die Reparatur war ja nicht abgeschlossen), wurde man erst etwas pampig und rang sich dann dankenswerter Weise einen Nachlass von 50% auf den Mietwagenpreis ab.

Das Nach-Rechts-Zieh-Dilemma II und das Hagel-Fiasko I

Wie gesagt, war die HeadUnit nicht repariert und ich durfte mich in Geduld üben. Während dieser Übung stand mein Auto in einem Hagelschauer (die Schäden waren wirklich heftig) und es trat das gleiche Nach-Rechts-Lenken-Problem auf, wie beim Kollegen. Wir sind also bei nächster Gelegenheit erneut zu besagter Niederlassung gefahren und haben einen Termin für die Reparatur und die Sichtung der Schäden vereinbart. Die Reparatur wurde auch durchgeführt, ein Software-Update bei meinem Fahrzeug eingespielt. Der Kollege wüsste übrigens, wenn er sich auf die Niederlassung verlassen hätte, bis heute nichts vom Software-Update für sein Fahrzeug.

Das HeadUnit-Problem II

Zum Glück traf in der folgenden Woche die HeadUnit für mein Fahrzeug ein. Ich gab mein Auto also gegen 10 Uhr ab, gegen 13 Uhr sollte ich es repariert zurück erhalten. Mercedes hielt exakt 50% der Vorhersage ein – ich erhielt mein Fahrzeug pünktlich zurück. Nur leider war die HeadUnit nicht repariert, denn aus komplett nicht ersichtlichen Gründen habe diese Probleme gehabt, mit dem Navigationssystem des Fahrzeugs zu kommunizieren. Logische Konsequenz für Mercedes: Man baut einfach das defekte Gerät wieder ein.

Das HeadUnit-Problem III und das Hagel-Fiasko II

Einige Tage später konnte Mercedes uns einen Termin für die Reparatur der Hagelschäden nennen. Wir vereinbarten bei der Gelegenheit, doch gleich die defekte HeadUnit zu tauschen. Als ich das Fahrzeug abgab, konnte das die Karosserieabteilung leider nicht beauftragen und ich durfte mich selbst noch mit dem Meister am Service-Empfang auseinandersetzen. Laut Aussage von Mercedes sollte die Reparatur der Hagelschäden in einer Spezialwerkstatt etwa zehn Tage dauern, wir vereinbarten also die anschließende Reparatur der HeadUnit und die Abholung des Fahrzeuges am Samstag nach besagtem Schätz-Termin. Ebenfalls vereinbarten wir, dass wir von der Niederlassung zeitnah auf dem Laufenden gehalten würden, wenn es denn Probleme gäbe.

Nachdem wir am Samstag nach zwei Wochen (mit kostenpflichtigem Mietwagen) bei Mercedes anriefen, erhielten wir die Auskunft, dass das Fahrzeug leider „nicht mitgekommen“ sei. Auf unsere etwas verständnislose Nachfrage, was das erstens bedeute und wann wir denn zweitens das Fahrzeug wieder nutzen könnten, erhielten wir die Auskunft, dass der Stoßfänger noch nicht repariert sei und man derzeit leider keine Aussagen über Lieferzeiten für Stoßfänger für die A-Klasse W176 tätigen könne. Auf unseren dezenten Einwand hin, dass der Stoßfänger doch nicht beschädigt gewesen sei, versicherte man uns, dass dem doch so gewesen sei und dass man den Hagelschaden am Plastikstoßfänger nur nicht hätte sehen können. Spätestens jetzt fühlten wir uns doch ein wenig verarscht und ließen unseren Unmut deutlicher durchblicken, woraufhin man uns ab diesem Zeitpunkt die Bezahlung des Mietwagens erließ.

Das HeadUnit-Problem IV und das Hagel-Fiasko III

Mittlerweile sind weitere zehn Tage ins Land gegangen. Wir haben heute von Mercedes einen Anruf erhalten, bei dem man uns mitteilte, dass das Fahrzeug nunmehr aus der Spezialwerkstatt zurück gekommen sei und auch die neuen Stoßfänger angebaut wären. Nunmehr fehlten nur noch ein paar Zierleisten und die HeadUnit müsste auch noch repariert werden. Aus mir völlig unerfindlichen Gründen war man in der Niederlassung sehr erstaunt, dass unsere Seite nicht sofort ein Denkmal für die fleißigen Mercedes-Helden erbauen wollte, sondern darauf bestand, das Auto nur vollständig repariert zurück zu nehmen.

Das Debakel

So, Herr Benz. Was Du jetzt hast, sind drei unzufriedene Mercedes-Fahrer. Nicht, weil Deine Autos schlecht wären, im Gegenteil: Ich liebe meine A-Klasse, sondern weil der Service in Deiner Niederlassung im Osten Berlins einfach komplett für den Hintern ist. Meine Kollegen tendieren aktuell zu BMW, ganz generell haben wir von Deinen Niederlassungen und ihrem Nicht-Service absolut die Nase voll (Deine Niederlassung in der Mitte Berlins hatte auf unsere Anfragen Mitte letzten Jahres noch nicht einmal reagiert). Unsere Serviceleistungen, die Du ja eh bezahlst, werden wir zukünftig bei einem kleineren Mercedes-Händler in Anspruch nehmen.

Echt, Herr Benz. Premium geht anders. Kommunikation könnt ihr nicht. Verlässlichkeit ist kein Ziel für euch. Kundenzufriedenheit interessiert euch nicht. Und weißt Du was: Du bist drauf und dran, drei eigentlich begeisterte A-Klasse-Fahrer an die Konkurrenz zu verlieren.

Schäm Dich.

Office 365: Link zur Exchange-Verwaltungskonsole

Beim aktuellen Release von Office 365 für Small Business, hat man leider den Link zur Exchange-Verwaltungskonsole vergessen. Diese wird benötigt, um beispielsweise Benutzern E-Mail-Aliase zuzuweisen.

Die Lösung ist zum Glück relativ einfach: Man melde sich an seinem Office 365 an und rufe Outlook auf. In der Addresszeile des Browsers steht nun eine Angabe a’la

https://podXYZ.outlook.com/owa/…

Diese ändere man einfach in

https://podXYZ.outlook.com/epc/

und erreicht damit – die entsprechenden Rechte vorausgesetzt – die Exchange-Verwaltungskonsole.

Muss einem ja gesagt werden…

Das Projektvermittler-Elend

Wenn man im IT-Umfeld als Freiberufler oder kleine Firma unterwegs ist, dann stellt man schnell fest, dass viele größere potentielle Kunden nur noch mit Projektvermittlungsfirmen arbeiten. Deren Aufgabe besteht darin, dem Kunden die Suche nach einem geeigneten Kandidaten für ein Projekt abzunehmen und ihm letztlich eine handverlesene Kandidatenliste vorzulegen, bei denen sicher ist, dass sie verfügbar sind und dass sie über die geeigneten Qualifikationen verfügen. Der letztlich ausgewählte Kandidat erhält einen (je nach Projekt) geringfügig bis deutlich geringeren Stundensatz, dafür aber die Gewähr, dass Stunden und Zahlungen korrekt und zeitnah abgewickelt werden, denn sein Vertragspartner ist die Projektvermittlung. Die Projektvermittlungsfirma lebt von der Differenz beim Stundensatz gegenüber Auftraggeber und Auftragnehmer. Eine durchaus komfortable Situation für alle Seiten also.

Die Probleme treten im Vorfeld vor dem Vertragsabschluss auf: Kunden beauftragen häufig mehr als eine Projektvermittlungsfirma, nach dem geeigneten Kandidaten zu suchen und die Projektvermittlungsfirmen erwarten vom potentiellen Auftragnehmer, dass der sich erstens exklusiv über die jeweilige Firma vermitteln lässt und zweitens während des Vermittlungsprozesses keine anderen Projektvermittlungen für sonstige Projekte wahr nimmt. Problematisch sind beide Dinge, da manche Kunden eine Entscheidung für oder wider einen Kandidaten vom Stundensatz abhängig machen, den die Projektvermittlung ihm gegenüber aufruft, was aber für den Kandidaten absolut intransparent ist und sich Kunden manchmal auch fünf, sechs Wochen Zeit für eine Entscheidungsfindung lassen und man – zumindest in Bezug auf Projektvermittlungen – in der Zeit letztlich unbezahlt herumsitzt und wartet, wenn man die geforderte Exklusivitätserklärung unterschrieben hat. Deshalb machen wir letzteres nicht mehr.

Das alles vorausgeschickt und erklärt, gab es gestern folgendes Szenario zu bestaunen:
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Das BILD-Problem

Als BILD-Redakteur hat man es nicht leicht, denn man muss darüber berichten, wie verdiente Fußballer des Volkes Fußballprofis von Fans angegangen werden. So wie letztes Wochenende im Fall von Timo Hildebrand, Torwart des FC Schalke 04:

Die Fan-Wut eskaliert. Im Visier immer häufiger die Spieler der eigenen Vereine. Timo Hildebrand ist nicht der erste Profi, der bei facebook attackiert wurde. (…)

Woher kommt der Hass gegen eigene Spieler?

Nun, das BILDblog hilft der BILD-Zeitung da gerne auf die Sprünge: http://www.bildblog.de/47401/woher-kommt-der-hass/.

Die Samsung-Aussage

Liebe werbetreibende Industrie:

ICH WILL KEIN SAMSUNG GERÄT HABEN!

Mich interessiert diese Marke nicht, ich finde sie zweitklassig, ich mag das Design und die Features nicht, ich stehe nicht auf Billigplastik. Ich will kein Galaxy Note, ich will kein Galaxy S4, ich will keinen Samsung-Fernseher, ich will kein Samsung Notebook, kein Samsung Tablet und keinen Samsung Staublappen.

Ich mag Firmen nicht, die Features und Designs abkupfern, statt kreativ zu sein. Ich mag Firmen nicht, die Achtkern-Prozessoren anbieten müssen, weil ihre ach so modernen Betriebssysteme sonst nicht laufen würden. Ich mag Firmen nicht, die hemmungslos zweitklassig sind und das als Erstklassigkeit verkaufen.

Ich mag Samsung einfach nicht. Also bitte, lasst mich damit in Ruhe.

Das Zypern-Exempel

Zypern ist ein Land, in dem russische Oligarchen ihre Milliarden anlegen, eine Steueroase und der Hort der Undankbarkeit in Bezug auf das ESM-Hilfsangebot. Eindeutig und klar.

Jetzt echt? Ist das so eindeutig und klar?

Ja, in Zypern legen auch (nicht nur) russische Investoren (die NachDenkSeiten analysieren einmal den Unterschied zwischen Investoren und Oligarchen) ihr Geld an. Ja, Zypern hat vulgär niedrige Firmensteuersätze (10% statt 12,5% in Irland, letzteres gilt nicht als Steueroase, jedenfalls nicht in den Medien). Ja, Zypern hat ein (gewaltiges) Liquiditätsproblem. Ja, Zypern hat einen gewaltigen Bankensektor.

Das größere Problem aber ist das ESM-Hilfsangebot.

Inhaltlich geht es darum, dass Zypern mehr als 16 Mrd. EUR benötigt, um seine Liquidität und die Liquidität seiner Banken sicher zu stellen. Die europäischen Finanzminister bieten 10 Mrd. EUR als Hilfe an, die restlichen 6 Mrd. EUR muss Zypern selbst aufbringen. Dabei ist Zypern n i c h t freigestellt, wie es das macht, sondern es muss die Kunden der Banken daran beteiligen (bis 100.000 EUR Guthaben müssen 6,75% abgeführt werden, darüber hinaus 9,9%). Das gilt für alle Kunden, so ist es jedenfalls ursprünglich gefordert worden (siehe bei der Tagesschau). Darüber hinaus muss Zypern seine Firmensteuersätze auf 12,5% erhöhen und die Leistung des Bankensektors muss auf das 3,5fache der Wirtschaftsleistung begrenzt werden (aktuell ist es das 8fache).

Das ist in der Form kein Hilfsangebot, das ist ein Exempel. Dadurch würde der Bankenplatz Zypern in die Steinzeit zurückgebombt. Aber das ist eigentlich nebensächlich, denn es geht weniger um die Größe des Bankensektors, als um eine klare Ansage. Und um die Frage, wer davon profitiert.

Die Finanzminister der Euro-Zone haben bewusst ein Exempel statuiert, bei dem der Euro-Raum (ohne Zypern) in jedem Fall der Gewinner ist. Es ist offensichtlich, dass Otto Normalsparer in Zypern einen durchaus spürbaren Teil seiner – bestenfalls – Ersparnisse abgeben soll. Was wäre denn die Reaktion der Betroffenen, wenn das so umgesetzt werden würde? Proteste? Bürgerkrieg? Irgendwas dazwischen? In jedem Fall hätte es heftigste Unruhen gegeben, denn 6,75% eines kleinen Guthabens bemerkt der Betroffene viel unmittelbarer, als 9,9% von hunderten Millionen EUR. Effektiv hätte also der Durchschnittsbürger die Zeche zu bezahlen gehabt, Großanleger hätten sich zwar geärgert, aber bis auf eine recht kurzfristige Zins-Gewinndelle eher nichts gemerkt. Das kann Politik nicht mehr vermitteln, das ist bestenfalls politischer Selbstmord.

Der Gedanke hinter den genannten Konditionen war deshalb auch nicht, ein ernstgemeintes und annehmbares Hilfsangebot zu unterbreiten (was die Reaktionen der zypriotischen Bevölkerung auch deutlich gezeigt haben), sondern es ging um ein Exempel. Zypern dient hier nur als Beispiel. Man versetze sich einmal in die Rolle eines italienischen, griechischen, spanischen oder portugiesischen Regierungschefs, der ggf. auch (oder wieder) die Hilfe des ESM in Anspruch nehmen muss – welche Optionen hat der denn zukünftig (denn wer glaubt daran, dass bei den nächsten Angeboten grundsätzlich hinter eine derart gezogene Linie zurückgegangen wird)?

Entweder er verklickert seiner Bevölkerung, dass sie um mindestens 6-10% ihres Guthabens erleichtert wird (bzw. analoge Regelungen ertragen darf), oder … er tritt freiwillig aus dem Euro-Raum aus. Denn genau das ist die Message des Hilfsangebots – enteigne Deine Bevölkerung oder tritt aus. Regierungschefs, vor so eine Wahl gestellt, würden sich wahrscheinlich für die Alternative des Austritts entscheiden, denn dann besteht wenigstens die vage Möglichkeit, irgendwie durch- und nach einiger Zeit wieder auf die Beine zu kommen.

Das ist dann letztlich eine Win-Win-Win-Situation für alle Anderen:

  • Entweder die Bedingungen des Hilfsangebots werden angenommen (Win)
  • Oder das Land tritt aus dem Euro-Raum aus, führt eine eigene Währung ein und sieht, wie es zurecht kommt (Win, denn das Problem ist kein eigenes Problem mehr, der EUR wird gestärkt)
  • In jedem Fall muss das Land hinterher wirtschaftlich wieder aufgebaut werden – dank der eigenen stärkeren Wirtschaft kann man daran partizipieren (Win)

Bevorzugt wird – das hat man ESM-Angebot an Zypern gesehen – der Austritt, denn der kommt kurzfristig billiger, beruhigt die Börsen (ja, das ist auch ein Bonbon für die Finanzindustrie) und sorgt dafür, dass die eigene Kreditwürdigkeit keinesfalls ruiniert wird. Eine Sorge weniger also. Und genau das war die Intention des ESM-Angebots.

Dazu kommt, dass man das beispielsweise in einem deutschen Wahlkampf wunderbar verwenden kann (passt aber auch auf andere europäische Länder):

  • Man hat Härte gegenüber den „Sündern“ gezeigt
  • Man hat kein gutes deutsches Geld den nichtsnutzigen Südländern hinterher geworfen
  • Die Sozis müssen entweder unsoziale Bedingungen tragen oder können als verantwortungslose Rettungsverhinderer hingestellt werden
  • Die aufkommende rechte bürgerliche und euroskeptische Konkurrenz (AfD) kann klein gehalten werden, schließlich sorgt man für Recht und Ordnung

Die anderen europäischen Länder ziehen mit, denn sie wissen, dass erstens ihre Bevölkerung kaum mehr Verständnis für einen weiteren Geldfluss gen Süden hätte und zweitens gegen Deutschland eh kaum mehr etwas läuft. Zudem ist es viel einfacher, mit dem Finger auf Deutschland zu zeigen – und unser GröFAZ (Größter Finanzminister aller Zeiten) nimmt die Rolle des harten Burschen gerne an.

Letztlich ist das dann deutscher Wahlkampf, ausgefochten auf dem Rücken der Zyprioten und mit der klaren Ansage gegenüber den anderen problembehafteten europäischen Staaten, dass sie entweder härteste Bedingungen zu ertragen hätten oder den Euro-Raum verlassen müssten.

Epic Win.

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