#Wahres Leben: Der Neue ist da

Vor zwei Wochen hat mein geliebter BMW auf der Autobahn mit einem kapitalen Motorschaden das Zeitliche gesegnet. Eine Reparatur lohnte nicht mehr wirklich (das Auto war 15 Jahre alt, nach dem Austauschmotor wäre in kürzester Zeit das Differential fällig gewesen), also habe ich mich kurz entschlossen nach einem neuen Auto umgesehen.

Dabei standen mehrere Autos zur Auswahl:

  • KIA pro’ceed, der in den Maßen und von der sportlichen Gestaltung her dem BMW recht nahe kommt
  • Ford Kuga, Hyundai ix35 und Mitsubishi ASX, die allesamt zur Gattung der kleineren SUVs gehören und Platz mit Überblick kombinieren
  • Mercedes-Benz E220 CDI T-Modell, der die klassische Familien- und Reiselimousine repräsentiert

Ich bin in den letzten Tagen alle diese Autos Probe gefahren und muss grundsätzlich festhalten: Peinlich, hässlich oder schlecht verarbeitet ist von denen keiner.

KIA pro’ceed

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Der KIA war mein ursprünglicher Favorit, weil er meinem BMW von der Art her (klein, wendig, durchaus sportlich) sehr nahe kam. Die Probefahrt ergab, dass das Auto gut verarbeitet und nicht übermäßig sportlich ist, dabei aber mehr als genug Platz für die Passagiere bietet. War klasse, aber letztlich war mir das Auto dann doch etwas zu klein (ich will mit den Kindern gelegentlich auch mal in den Urlaub fahren) und der Radstand zu kurz, dadurch litt der Komfort auf den Autobahnen. Aber ein tolles Auto, jede Probefahrt wert!

Ford Kuga, Hyundai ix35 und Mitsubishi ASX

Diese Autos gehören zur derzeit boomenden Fahrzeugklasse der kleineren SUVs – in der Regel so um 4,30-4,50 Meter lang, recht hoch und etwas muskulöser ausschauend.

Ford Kuga

kuga

Ich hatte einen Ford Kuga als Mietwagen und bin ihn etwa 1.300 Kilometer “Probe” gefahren – meine Jungs und ich waren wirklich angetan: Groß, viel Platz, tolles Panoramadach. In Testberichten steht, der Motor (140 PS Diesel) hätte mit dem Auto so seine Probleme, das konnte ich jedoch nicht verifizieren. Tolles Auto, aber in der Ausstattung, die mir vorschwebte (Automatik, etc.) deutlich zu teuer und auch als Gebrauchter kaum in meiner Wunschausstattung zu haben.

Mitsubishi ASX

asx

Den Mitsubishi ASX bin ich heute Probe gefahren und war wirklich angetan: Gute Verarbeitung, sportliches Fahrwerk, netter Dieselmotor, feines Raumgefühl. Aber: Keine Automatik derzeit lieferbar und der Kofferraum ist arg klein.

Hyundai ix35

ix35

Auch den Hyundai ix35 bin ich heute Probe gefahren – und auch das Auto könnte mir gefallen: Groß, gut verarbeitet, Platz genug, 5 Jahre Garantie, total unpeinliches und durchaus elegantes Design. Aber: Das Auto braucht dringend einen Diesel (der Benziner hat zwar 163 PS, aber wo er die lässt, erschließt sich mir nicht) und sehr straffes Fahrwerk (das macht echt Spaß, ich bezweifle aber, dass die Langstrecke so das perfekte Metier für das Auto ist).

Mercedes-Benz E220 CDI T-Modell (2007)

e220cdit

Das war das letzte Auto, das ich mir angeschaut habe. Eigentlich ist mir diese Art von Auto zu groß und zu protzig, aber der hier hat es in sich: Vergleichsweise wenig Kilometer runter (quasi gerade eingefahren), coole Farbe (dadurch wirkt das Auto kleiner), sinnvolle Ausstattung, Platz in Hülle und Fülle, ein sehr komfortables Fahrwerk, Automatik, Navi, Sitzheizung, Telefon, … – und auch noch sofort lieferbar, unfallfrei, scheckheftgepflegt, TÜV / AU neu und etwa 4.000-5.000 EUR unter dem marktüblichen Preis (ich kenne den Verkäufer, weiß also, worauf ich mich einlasse). Das war tatsächlich Liebe auf die erste Probefahrt – ich bin mit einem fetten Grinsen aus dem Auto wieder ausgestiegen.

Tja, und so kommt es, dass ich seit heute offiziell Mercedes-Benz-Fahrer bin.

#Sport: WM und der Sack Reis

Ich muss es wohl für den einen oder anderen Fussball-Freund und dessen Toleranzschwelle übertrieben haben, als ich auf Twitter meinte: “4:0. Und in China ist ein Sack Reis umgekippt”. Das tut mir auch fast leid, ich wollte Fußball-Deutschland nicht ins Verderben stürzen.

Mich stört beim Thema Fußball-WM (oder –EM oder einfach nur Länderspiel) aber noch nicht mal, das Millionen und Abermillionen von Menschen Fußball schauen oder da mitgehen oder sich dabei amüsieren. Nein, was mich stört ist, das es eine Zwangsveranstaltung wird, der man sich weder entziehen kann, noch soll oder gar darf. Da wird man über Wochen hinweg mit Werbung beballackt beballert, in der es nur noch um Fußball geht, da ist die Verletzung von Michael Ballack das wichtigste Thema über Tage hinweg, da wird in epischer Breite diskutiert, wer wie wo wann spielt, da wird es fast eine patriotische Pflicht, das toll und wunderbar und interessant zu finden.

Das Dumme ist nur: Mich interessiert das nicht. Wohl interessiert mich das Spiel (oder zumindest das Ergebnis), aber nicht das Drumherum – dieser total überzogene Nationalstolz, dieses wichtigtuerische Gerede von zig selbsternannten Fußballexperten, diese Zwangsbeschallung mit Fußball, dieser kollektive Massenwahn und dieses Gejammere über die Vuvuzelas, dieses Ausblenden von wirklich wichtigen Themen.

Aber wehe, man folgt dem Hype nicht oder hält zumindest seine Klappe: Da wird man dann beschimpft, da ist man dann ein Ignorant, da solle man mal die Kirche im Dorf lassen, da würde man unpatriotisch sein (was ich wahrscheinlich sogar bin), da ist man ein Miesepeter und überhaupt ein ganz schlechter Mensch.

Argumente, wie etwa, dass man sich dem Lärm, dem Rumgeknalle, dem Gejohle, der Werbung, dem nationalen Taumel wohl schlecht entziehen könne, weil diese eben ÜBERALL sind, kann man für diesen Zeitraum nicht anbringen. Man wird zwangsweise kollektiviert, man darf gar keine andere Meinung haben und sie erst recht nicht äußern, sonst ist man unsozial, unpatriotisch und uninteressiert.

Aber wisst ihr was? Dann bin ich eben unsozial, unpatriotisch und uninteressiert.

Ich muss euch ertragen, also ertragt mich auch: Jubelt, aber nehmt es gefälligst hin, das ich nicht mitjubele. Feiert, aber ertragt es, wenn ich nicht mitfeiere. Regt euch über die Vuvuzelas, irgendwelche Karten und Herrn Klose auf, aber lebt damit, dass ich das einfach lächerlich finde.

Und erwartet bloß nicht, dass ich meine Fresse halte, nur weil es euch nicht gefällt.

#Leben: So schnell kann es gehen…

Ich bin heute arg durch den Wind, denn heute früh durfte ich etwas beobachten, was mich sicherlich noch ein paar Tage beschäftigen und nicht sonderlich gut schlafen lassen wird: Ein Radfahrerin wurde direkt vor meinen (und Johannes) Augen angefahren.

Ein Klassiker, den man jedem Kind beibringt: Schau nach links und rechts, bevor Du über die Straße gehst oder fährst. Wir Erwachsenen halten uns oft nicht dran, schauen nur kurz und gehen davon aus, dass schon nix passieren wird. Heute früh habe ich gesehen, wie schnell sowas schief laufen kann:

Es war gegen 7.45 Uhr, ich war gerade mit dem Großen auf dem Weg zur Schule und stehe an einer kleinen Kreuzung, wollte von mir aus gesehen nach links abbiegen. Ich kam von der Nebenstraße, gegenüber war ebenfalls eine Einmündung einer Nebenstraße und auf der Hauptstraße war etwas Verkehr. Mir gegenüber wartete eine Radfahrerin, um die Straße zu überqueren. Als die Straße frei war, schaute sie – von sich aus gesehen – kurz nach links und danach geradeaus auf mich, ob ich losfahren würde. Ich wartete, sie wartete noch einen kurzen Moment und fuhr dann los. Sie hatte jedoch nicht nach rechts geschaut und das Auto, das von dort mit etwa 30-40 km/h gefahren kam, nicht gesehen. Niemand konnte so schnell reagieren – das Auto konnte nicht mehr bremsen (wäre auch sinnlos gewesen, die Straße war feucht), sie war zu erschrocken und ich konnte auch weder hupen, noch sonst wie reagieren.

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Es war wie in einem Film: Das Auto erwischte sie frontal, sie flog etwa zehn Meter durch die Luft und landete auf der Gegenfahrbahn, die zum Glück in diesem Moment leer war. Ich habe noch gesehen, dass sie offensichtlich mit dem Leben davon gekommen ist, denn sie konnte sich aufsetzen – mindestens ein paar Brüche dürfte sie aber davon getragen haben. Da sofort mehrere Personen bei ihr waren, habe ich mich um meinen Großen gekümmert, dem es aber besser als mir ging (man merkt an der Schreibe, dass ich immer noch ziemlich durch den Wind bin).

Ich nehme von dieser Sache mehrere Dinge mit:

  1. “Es” kann sehr viel schneller geschehen, als man denkt.
  2. Ein Fahrradhelm ist extrem sinnvoll (sie schlug hart mit dem Kopf auf und trug einen Helm).
  3. Die Wucht eines Autos bei 30 oder 40 Stundenkilometern ist brutal.
  4. Man sollte immer noch einmal mehr schauen, ob die Straße wirklich frei ist.

Ich wünsche der Radfahrerin, das ihr nix ernsthaftes passiert ist und mir und meinem Großen wünsche ich, das wir so etwas nie wieder erleben müssen. Ich denke, ich werde zukünftig etwas anders Auto fahren.

#Medien: Nie wieder Nicole!

Heute Abend geschah (Musik-)Historisches: Lena gewann den European Song Contest, und zwar nicht (ausschließlich) mit gesanglichem Können, sondern mit einer wahnsinnig charmanten Mischung aus Gesang und ihrer Art. Ich nehme da – neben dem Sieg von Lena – mehrere gute Nachrichten mit:

  • Nie wieder müssen wir Nicole als einzige deutsche ESC-Gewinnerin ertragen müssen
  • Raab vs. Bohlen: Uneinholbar : 0.
  • Selten hat sich Deutschland europaweit so charmant und liebenswürdig präsentiert
  • Geschichte geschieht und ich bin dabei. :-)

Hach, herrlich. :-)

#Politik: Thierse, blockier se!

Ich habe ja so meine Probleme mit Wolfgang Thierse, der bei der Internetsperren-Debatte in meinen Augen komplett daneben lag. Am 01. Mai jedoch tat Thierse (neben vielen tausend Demonstranten) genau das Richtige, auch wenn es eine seltsame Melange aus SPD, CDU und FDP nicht wahr haben möchte: Er bewies Zivilcourage.

Was war geschehen? Die Nazis wollten in Berlin vom S-Bahnhof Bornholmer Straße durch den Prenzlauer Berg demonstrieren. Mitten in Berlin, mitten im einst rotesten Teil Berlins – das alleine war schon eine Provokation. Wie viele andere Menschen auch, wollten sich das einige Politiker von SPD und Grünen nicht gefallen lassen und nahmen – mehr oder weniger spontan – an einer Sitzblockade teil. Durch diese und andere Blockaden wurde die Demonstration der Nazis letztlich aufgehalten und zur Umkehr gezwungen.

Als bekannt wurde, dass sich u.a. Wolfgang Thierse an einer der Sitzblockaden beteiligt hat, brach aus verschiedenen Seiten ein Sturm der Entrüstung los – vom Innensenator der SPD, Körting (verstehe ich, der muss von Rechts und Amts wegen dagegen sein und darf in seiner Position nix anderes sagen), über den Chef der Polizeigewerkschaft Wendt (verstehe ich auch noch irgendwo, jedoch sind Duktus und Wortwahl schlicht daneben), bis hin zu diversen Unions- und FDP-Politikern distanzierten sich die Kommentatoren von Thierses vorgehen. Neo-Nazi Christian Worch erstattete gar Anzeige gegen Wolfgang Thierse.

Meine persönliche Meinung: Wer immer auch der Meinung ist, Thierse hätte sich hier falsch verhalten (die Ausnahmen habe ich bereits genannt), möge einfach mal die Fresse halten. Der Mann hat genau das Richtige getan – dem braunen Pack sollte man so wenig wie möglich Spielraum geben. Dazu braucht man Eier in der Hose, die solche Typen Wolfgang Bosbach (CDU, “Thierse hat sich glasklar rechtswidrig verhalten”) und Björn Jotzo (FDP, “unerträgliche und rechtswidrige PR-Sitzblockade”) natürlich nicht haben. Diese geschniegelten und lackierten Politik-Karrieristen kennen das nämlich nicht, was Thierse hier an den Tag gelegt hat: Zivilcourage. Stattdessen stellen sie sich in eine Reihe mit dem Nazi-Pack.

An Wolfgang Thierse und all die vielen anderen Demonstranten: Gut gemacht! Von derartigen Aktionen muss es noch viel mehr geben, selbst wenn es dafür Geldstrafen geben sollte, wäre es das allemal wert. Wehret den Anfängen!

#iPhone: OS 4.0 – Eindrücke der Keynote

Heute Abend hat Apple das neue iPhone-OS 4 vorgestellt, eine ziemlich enttäuschende Vorstellung, wie ich finde, denn neben einigen notwendigen, begrüßenswerten und zeitgemäßen Weiterentwicklungen des Systems (eine Art Multitasking, ein deutlich verbessertes Mail-Programm), haben sich für mich zwei Aspekte ganz deutlich herauskristallisiert:

  1. Die Milchkuh iPhone soll gemolken werden – und zwar so stark es eben geht. Die beiden Mittel zum Zweck heißen “iBooks” und “iAd”. Ersteres ist die Portierung des iPad-Bookstores auf das iPhone (das finde ich nur konsequent), letzteres ist ein von Apple bereitgestelltes und fix ins iPhone-OS eingebautes Ad-Framework, das sich aufgrund eben dieser weitreichenden Integration (und der damit einhergehenden Möglichkeiten) wie ein Buschfeuer verbreiten wird. Apple teilt die Werbeeinnahmen im Verhältnis 60/40, es bleiben also 40% des Umsatzes in Cupertino hängen. Verkauft wird das Ganze als heiliger Gral der Unterhaltung und der Coolness.
  2. Apple hat Angst vor Windows Phone, das ist sehr deutlich zu erkennen – das Timing der Keynote ist doch durchaus interessant, das neu vorgestellte Social-Gaming-Konzept erinnert nicht umsonst an die XBox-Integration in Windows Phone, viele Ansätze und Ideen wirken wie eine Flucht nach vorne, um die Nase vorn zu behalten – beispielsweise das gewöhnungsbedürftige Multitasking-Konzept (Apps müssen bestimmte APIs implementieren, um überhaupt multitaskingfähig zu sein) oder die verbesserte Exchange-Integration.

Sehr enttäuscht war ich von der neuen Optik des iPhone-OS. Die gibt es nämlich nicht. Stand jetzt sieht die Oberfläche weitestgehend wie die der bisherigen Iterationen aus – und damit langsam doch ein wenig angestaubt und altbacken, wenn man es mit Oberflächen wie HTCs Sense oder dem neuen Windows Phone vergleicht.

Ich für meinen Teil habe jedenfalls die bisher schwächste und enttäuschendste iPhone-Keynote überhaupt verfolgt, denn die beiden Schwerpunkte Monetarisierung und Evolution des Systems reißen mich nicht vom Hocker. Innovativ sind – zumindest derzeit – andere Anbieter, etwa Google und Microsoft.

Nachtrag: iPhone OS 4 wird es mit vollem Funktionsumfang nur für neuere Geräte geben – Besitzer von Classic-iPhones und des iPhone 3G werdennicht alle neuen Aspekte ihres Systems sehen und nutzen können. Konsequenz wird sein, dass diese Benutzer früher oder später auf die neueren iPhone-Generationen upgraden (müssen).

Das komplette Roundup der Vorstellung findet man bei Engadget.

#Smartes Leben: Ist Multitasking lebenswichtig?

Ich weiß: Multitasking / Backgrounding ist für viele Smartphone-User DAS Feature schlechthin. Aber irgendwie bin ich mir nicht sicher: Muss eine Nicht-Musikplayer/Nicht-Foto-Upload-Applikation echt im Hintergrund weiterlaufen? Oder reichen nicht auch die verschiedenen Push-Notification-Mechanismen für 95% aller Applikationen völlig aus?

Ich sehe es immer wieder bei Windows Mobile und bei Android, wie die Systeme langsamer und langsamer werden, weil Applikationen eben nicht beendet werden. Diverse Faktoren (mangelnde Prozessorleistung, mangelnder Speicherplatz, komplett andere Nutzungsszenarien der mobilen Geräte im Vergleich mit dem Desktop und letztlich das nahezu überall verfügbare mobile Internet), legen doch eigentlich nahe, dass uneingeschränktes Multitasking und Backgrounding auf mobilen Gadgets für den Großteil der Benutzer und den Großteil der Applikationen unwichtiger und verzichtbarer wird.

Was ich mir vorstelle – und vielleicht kommt es ja eher so, als man denkt – wäre ein intelligenterer, zweigeteilter Ansatz bezogen auf Backgrounding- / Multitasking-Szenarien:

  1. Die normalen Wald-Feld-und-Wiesen-Applikationen, die kein Multitasking benötigen, bekommen auch keines. Dies sollte das Standardverhalten eines mobilen Systems sein und kann ja mit Hilfe von Push-Notifications und/oder der Auslagerung von aufwändigen Prozessen auf einen Server auch umgangen werden.
  2. Applikationen, die unbedingt auf echtes Multitasking angewiesen sind, bekommen diese Funktionalität auch zugewiesen und können somit im Background weiterlaufen – etwa Musikplayer, Browser, Upload-Tools. Im Gegenzug behält sich jedoch der Gatekeeper eine wesentlich gründlichere Überprüfung des Laufverhaltens dieser Applikationen vor – um eben die befürchteten Probleme hinsichtlich Akkuverbrauch, Performance und Skalierbarkeit der kleinen Gadgets in Grenzen zu halten.

Damit ließen sich dann eigentlich alle Probleme auf einen Schlag ausschalten – Multitasking / Backgrounding wird für Applikationen, die es benötigen, möglich und alle anderen Applikationen laufen genau so weiter (auch hinsichtlich limitierender Faktoren), wie es vom Gatekeeper, dem Benutzer und dem Entwickler erwartet wird.

#Buchempfehlung: Ein König für Deutschland

Man stelle sich folgende Situation vor: Zur Bundestagswahl 2009 gewinnt die VWM, die Volksinitiative zur Wiedereinführung der Monarchie, mit verfassungsändernder Mehrheit und beginnt damit, einen König, Simon König, zu krönen. Undenkbar?

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Andreas Eschbach beschreibt in seinem äußerst lesenswerten Buch genau diese scheinbar undenkbare Situation. Ausgelöst wird sie durch manipulierte Wahlmaschinen. Um zu beweisen, dass die Wahlmaschinen manipuliert sind, überlegen sich Simon König und seine Gefährten einen aussichtslosen, nur mit Hilfe der manipulierten Wahlmaschinen umzusetzenden Plan: Sie fordern die Wiedereinführung der Monarchie in Deutschland.

Klingt das unmöglich und undenkbar? Mag sein, aber Andreas Eschenbach zeigt auf, was so gefährlich am Einsatz von Wahlmaschinen ist und wohin uns blinder Fortschrittsglaube führen kann.

Gerade als Techie und Programmierer kann ich sämtlichen Aussagen in diesem wirklich lesenswerten Buch nur zustimmen.

Absolute Kaufempfehlung.

Erhältlich u.a. bei Amazon.de.

#Aua: “Heim-Adresse” statt “Heimat-Adresse”

Das kommt davon, wenn man zu viel Englisch denkt: Dann wird aus der “Heimat-Adresse” (Home-Address) mal eben schnell die “Heim-Adresse”….

Ich sollte vielleicht irgendwie besser Urlaub nehmen. Und dabei in jedem Fall auch meine richtige Adresse angeben: Meine Heim-Anschrift Heimat-Anschrift. :-)

#iPhone-Applikation EnergyCheck online

Gestern Abend ging im iPhone-App-Store die Applikation “EnergyCheck” für die Deutsche Energie-Agentur (dena) online. Diese implementiert einen anpassbaren Energie-Vergleich für Lampen, ein paar Energiespartricks und eine Checkliste für das Sparen von Energie.

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Umgesetzt wurde die Applikation für die schnittsteller, eine Berliner Agentur, mit der ich regelmäßig und sehr gerne zusammenarbeite.

Mal abgesehen davon, dass man den Implementierer kennen mag: Mit der Applikation kann man echt Geld sparen.

#Mobiles Leben: Windows Mobile ist tot…

…lang lebe Windows Phone 7 Series. Ich habe mich jetzt die letzte Tage aus Programmierersicht sehr intensiv mit Windows Phone 7 Series auseinandersetzen können und habe dabei zwei für mich sehr wesentliche Beobachtungen gemacht.

  1. Die neue Plattform hat tatsächlich das Potential, dem iPhone Paroli zu bieten und es in wesentlichen Punkten zu übertreffen. Wir sprechen hier nicht von Hardware, sondern von Software – die Geräte, die dann so ab Ende des Jahres erhältlich sein dürften, sollten ihr Übriges tun können, um diesen Eindruck zu untermauern. Nein, es geht um Usability, Integration von Features und letztlich natürlich auch um Optik – alles drei Bereiche, in denen die noch aktuelle Vorgängerplattform schon längere Zeit nicht mehr glänzen konnte. Hier hat Microsoft nicht einen Stein auf dem anderen gelassen, ich bin von dem, was ich sehen konnte, extrem angetan.
  2. Die Zielgruppe ist eine komplett andere als bisher. Statt Entwickler, Geschäftsleute und große Firmen, sind es nun “normale” Menschen, an die sich das Telefon richtet. Es ist ganz offensichtlich, dass Smartphones den Einzug in den Mainstream geschafft haben und das die Zukunft im mobilen Bereich liegt, denn anders als PCs sind smarte Geräte, die ständig mit dem Internet verbunden sind, immer dabei und immer zu Diensten. Das eröffnet auch als Geschäftsmodell ganz andere Möglichkeiten.

Für mich besonders wichtig: Beim Bestreben, sich neu zu erfinden und die Plattform komplett neu aufzustellen, hat Microsoft dabei die Entwickler nicht vergessen: Ich fühle mich ernst genommen, ich sehe, welche Möglichkeiten sich hier auftun und ich habe den Eindruck, dass die Firma aus Redmond diese Chance nutzen möchte, und zwar sowohl beim Endkunden, als auch beim Entwickler.

Das bedeutet dann für mich: Ich werde mich zukünftig sehr in diesem Bereich engagieren und dort meine Kenntnisse und Fähigkeiten einbringen. Entwicklungstechnisch ist Windows Mobile für mich jetzt endgültig tot, die Zukunft gehört Windows Phone.

#Tipp: Datenzugriff und Kommunikation in den USA

Wer schon mal in den USA war, kennt das Problem: Datenzugriff ist sauteuer (mehrere EUR pro MB an Daten). Die billigste Möglichkeit, mit einer deutschen SIM-Karte in den USA zu vertretbaren Kosten online zu gehen, sind die Websessions von Vodafone, die aber auch 29,95 EUR je 50 MB und Tag kosten. Also auch nicht finanzierbar. Gleiches gilt für Sprache und SMS – Minutenpreise von 1,29 EUR und mehr (meist deutlich mehr) treiben einen schneller in die Pleite, als man denkt.

Die Lösung für dieses Dilemma besteht im Kauf einer US-Prepaid-Karte. Neben dem Ausnutzen irgendwelche T-Mobile-USA-Sicherheitslücken gibt es von AT&T eine Löung, die es zumindest erschwinglich und kalkulierbar macht, in den USA online zu gehen und nach Deutschland zu telefonieren: Die GoPhone-Prepaid-Karte.

Um diese sinnvoll zu nutzen, ist folgende Vorgehensweise notwendig:

  • Man kaufe sich die Karte bei einem deutschen Zwischenhändler oder über eBay (ich habe sie über SIM-Bee gekauft, da war sie in kürzester Zeit da).
  • Man aktiviere die Karte schon von Deutschland aus (http://www.wireless.att.com/activations/)
  • Man lade ein geeignetes Guthaben auf die Karte (wenn man Daten nutzen möchte, sollten es mindestens 25$ sein), das kann man unter http://www.myprepaidrefill.com/ erledigen.
  • In den USA angekommen, kann man direkt telefonieren und SMS schreiben.
  • Möchte man online gehen, benötigt man ein Datenpaket mit 100 MB, das mit 19,99$ nicht wirklich billig, aber zumindest kalkulierbar ist. Dieses kann man unter der Kurzwahl 611 direkt von seinem Telefon aus buchen, man muss einfach den Ansagen folgen ("Buy Features" > "Data packages" > "Right" > "100 Megabytes" > "Buy it")
  • In aller Regel muss man nix mehr einstellen, es kann jedoch sein, dass der APN gesetzt werden muss. Dieser muss wap.cingular sein (oder die Auswahl "dynamisch" muss getroffen werden), damit es funktioniert.
  • WICHTIG: Wenn das MediaNet-Guthaben erschöpft ist, wird per MB abgerechnet, und zwar so lange, bis das Guthaben alle ist. Eine Warnung erfolgt nicht.

Das war es dann aber auch. Sobald der APN gesetzt ist und das Paket zur Verfügung steht, ist man in den USA per AT&T online. Bei meinem Motorola Milestone geht nur EDGE als Geschwindigkeit, aber zum Surfen, Chatten, Mailen und für die diversen sozialen Netzwerke reicht die Geschwindigkeit allemal aus.

Kleiner Tipp für alle Milestone- (und Android-) Benutzer: Unter "Einstellungen" > "Drahtlos und Netzwerke" > "Mobile Netzwerke" > "Zugangspunkte"  einen neuen Zugangspunkt anlegen, keinen APN-Namen vergeben und das Menü anschließend einfach per Home-Taste verlassen.

Geschrieben über AT&T, das Motorola Milestone, mein Thinkpad X200 Tablet und Bluetooth-Tethering aus den USA. :-)

#Apple: Akku-Skepsis

Mein MacBook Pro ist jetzt etwas mehr als  1,5 Jahre alt. Ich betreibe es mit mehreren Akkus, damit ich auch unterwegs für längere Zeit in den Genuß von Apples Hochtechnologie kommen kann.

Bedenklich finde ich allerdings, dass der Akku, den ich mit dem Gerät erworben habe, inzwischen nur mehr ungefähr 3.700 mAh Leistung hat (die Nennleistung liegt bei 5.600 mAh). Das macht in eineinhalb Jahren einen Leistungsverlust von etwa einem Drittel. Dem kann ich durch einen neuen Akku problemlos begegnen.

Aber es stimmt mich enorm nachdenklich, wenn ich an einen Nachfolger für mein MacBook Pro denke, der sicherlich in diesem oder dem nächsten Jahr zum Kauf ansteht. Ich glaube kein Stück den Werbeversprechen von “bis zu sieben Stunden” Akkulaufzeit – nicht, wenn man Entwickler ist und alle paar Minuten neu kompiliert oder eine VM ausführt. Und ich befürchte ebenfalls, dass ich mit meinem Nutzungsverhalten nicht sonderlich akkuschonend bin. Insofern kann man davon ausgehen, dass auch ein neues MacBook Pro nach etwa eineinhalb Jahren einen Gutteil seiner nominellen Akkukapazität eingebüßt haben wird. Nur kann man dann nicht einfach mal das Gerät herunterfahren und den Akku austauschen. Oder für 100,00 EUR die Laufzeit verdoppeln. Und eine Gesamtlaufzeit von vielleicht drei Stunden ist mir zu wenig, wenn ich an lange ICE-Fahrten oder Flüge denke.

Das alles stimmt mich ziemlich skeptisch, gerade weil mein nächster Rechner eigentlich wieder ein MacBook Pro sein sollte.

Hat da jemand mit den neuen Unibody-MacBooks schon Erfahrungen sammeln können?

#Virtuelles Leben: Real vs. virtuell

Mein MacBook Pro verfügt seit kurzem wieder über eine Bootcamp-Partition, die ich innerhalb von Parallels auf dem OS X auch nutze, was interessanterweise subjektiv schneller läuft, als die zuvor eingesetzte Virtuelle Maschine. Das ist aber gar nicht der interessante Punkt, sondern man sehe sich einmal die Leistungsbewertung von Bootcamp-Windows und der virtuellen Bootcamp-Parallels-VM an.

Hier die reale Maschine:

Leistungsinformationen und -tools (3)

Logisch, das ist ein MacBook Pro von 2008 mit 6 GB RAM, der sollte schon angemessen Power haben.

Dazu im Vergleich die virtuelle Maschine (die reale Bootcamp-Partition innerhalb von Parallels Desktop 5 ausgeführt):

Leistungsinformationen und -tools

Die sieht auch nicht schlecht aus, fällt aber natürlich in jedem Bereich ab.

Ähm, Stop.

Die fällt gar nicht in jedem Bereich ab: Die primäre Festplatte hat hier einen Leistungsindex von 6,3. In der realen Umgebung hat sie “lediglich” einen Leistungsindex von 5,9. Irgendwie verwirrend.

Auf der anderen Seite muss man aber auch festhalten: Für das, was ich mache (Entwicklung mit .NET und Java), ist der Unterschied in den verschiedenen Leistungsbereichen zu vernachlässigen. Klar, die VM ist definitiv etwas langsamer, aber beschweren kann man sich nicht.

Insofern bestätigt sich mal wieder die Aussage, dass bei modernen Virtualisierern und einem ausreichend gutem Systemausbau (SSD oder zumindest 7.200er Festplatte, viel RAM) auch in einer VM genügend Leistung zur Verfügung steht.

Dennoch bleiben die 6,3 gegenüber den 5,9 durchaus verwirrend.

#Wahres Leben: Meine Bank(en)…

Als Selbstständiger verfüge ich über mehrere Konten, zu denen unter anderem ein Geschäftskonto bei der Postbank und ein Privatkonto bei der Berliner Sparkasse gehören. Beide Banken haben mir in den letzten Wochen deutlich gezeigt, warum ich seit Jahren dort Kunde bin und es auch bleiben möchte.

Postbank

Es geschieht mir alle paar Jahre mal wieder, dass ich zu blöde bin, Geld ans Finanzamt korrekt zu überweisen – einmal hing eine Null zu viel dran, diesmal habe ich aus eigenem Verschulden heraus eine sehr große Summe doppelt überwiesen. Bei einer Überweisung gilt: Weg ist weg, speziell dann, wenn es sich beim Zielkonto um ein Konto bei der eigenen Bank handelt. Doof nur, wenn man das macht und anschließend das Guthaben auf dem Konto nicht mehr ausreicht, um weitere Ausgaben abbuchen zu lassen, die recht kurzfristig anstehen. Also habe ich beim Geschäftskundenservice angerufen und innerhalb von weniger als 36 Stunden hatte ich einen ordentlichen Kontokorrentkredit eingerichtet und freigeschaltet. Ebenfalls wurden die bis dahin aufgelaufenen Abbuchungen geduldet und nicht eiskalt zurück überwiesen. Sehr angenehmes Handling, inklusive des Rückrufs der Betreuerin mit der Mitteilung, das nun alles eingerichtet sei. Und sind wir mal ehrlich: Innerhalb von 36 Stunden wäre mir das Geld bei einer Überweisung von einem Konto bei einer anderen Bank in aller Regel nicht gutgeschrieben worden. Hier also ganz klar: Schnell und unbürokratisch.

Berliner Sparkasse

Das die Sparkasse in jedem Fall schnell und vor allem unbürokratisch handelt, kann man leider nicht sagen. Aber – und das ist mir ebenso wichtig – sie sind total ehrlich und gestehen Fehler ein, wenn sie passieren. So geschehen heute früh, als ich nach einer Anfrage, warum eine Kreditkarte nicht mehr funktionieren würde, die offene Mitteilung bekam, dass man sich da vertan hätte, den Fehler bedauere und die Karte nun innerhalb weniger Stunden wieder freigeschaltet sei. Keine Ausreden, kein Abwälzen der Schuld, einfach die Wahrheit. Und das ist bei der Berliner Sparkasse nicht das erste Mal, das Fehler direkt eingestanden werden. Das finde ich wiederum enorm gut (nein, nicht das Fehler passieren, aber am anderen Ende sitzen auch Menschen) und das stärkt mein Vertrauen in diese wenig glamouröse Bank, die nicht umsonst schon die Hälfte meines Lebens meine private Hausbank ist – auch, wenn die Kontoführung Geld kostet.

Aus genau diesen Gründen beteilige ich mich nicht mehr an der Hatz nach dem günstigsten Girokonto, sondern bleibe – vom Kontostand abgesehen ;-) – Traumkunde meiner Banken: Treu und positiv ihnen gegenüber eingestellt. Ich habe es bei anderen Banken (Dresdner Bank) auch schon komplett anders herum erlebt.

#Facepalm: Facebook-Hoax (#fb)

Nein, sowas gab es ja noch nieeeee, deshalb darf man da ruhig drauf reinfallen: Ein süßes kleines Hoaxchen macht die Runde, und Tausende, Hunderttausende oder Millionen leiten ihn geflissentlich weiter.

Folgender Text geht momentan um:

Facebook ist seit kurzem zu sehr überbevölkert, es gibt viele Mitglieder die darüber klagen, dass Facebook sehr langsam ist. Die Daten zeigen als Grund an, dass zu viele nicht-aktive Mitglieder auf der einen und viele neue Facebook-Mitglieder auf der anderen Seite sind.

Wir senden diese Nachricht, um zu sehen, wer die Mitglieder sind, die aktiv sind und wer nicht. Wenn Sie aktiv sind, schicken Sie bitte diese Nachricht an mindestens 15 andere Nutzer (copy + paste), um zu zeigen, dass Sie noch aktiv sind. * Diejenigen, die diese Nachricht nicht versenden, werdeninnerhalb von 2 Wochen entfernt, ohne zu zögern, um mehr Platz zu schaffen .*

Senden Sie diese Nachricht an alle ihre Freunde, um mir zu zeigen, dass Sie noch aktiv sind, und Sie werden nicht entfernt.

Gründer von Facebook,

Mark Zuckerberg

Und wer diesen Text liest, hat die offizielle Erlaubnis, seine Birne abzuschalten und selbstverständlich der Aufforderung Folge zu leisten.

Ich könnte vor soviel Blauäugigkeit manchmal einfach nur mit dem Kopf auf den Tisch schlagen – allein schon, weil Facebook inaktive (oder scheinbar inaktive) Mitglieder nicht löscht, nicht löschen will und auch nicht löschen wird, die sind schließlich Grundlage des Geschäftsmodells.

*Klatsch*

(das war der Kopf auf dem Tisch)

#Info: Tue Gutes…

…und mache es dauerhaft. Wer nicht nur einmalig, sondern andauernd mit zumindest etwas Geld helfen möchte, falls irgendwo auf der Welt Katastrophen geschehen, der sollte einen Dauerauftrag an die Organisation seines Vertrauens einrichten.

Ich habe einen monatlichen Dauerauftrag für die “Aktion Deutschland hilft” eingerichtet, die einen Zusammenschluss diverser anderer Organisationen, u.a. WorldVision, CARE, AWO, Johanniter oder auch Malteser und paritätischer Wohlfahrtsverband, darstellt.

Auf diese Art ist gewährleistet, dass auch in zukünftigen Notfällen meine Hilfe ihr Ziel schnell und zuverlässig erreichen kann. Selbstverständlich gilt dies auch für andere Hilfsorganisationen, etwa “Ärzte ohne Grenzen” oder “MISEREOR”.

Für die Selbstständigen und Firmen: Alle diese Spenden sind steuerlich absetzbar.

#Bahn: Nachbeobachtungen

Nachdem ich ja gestern das große Vergnügen einer gescheiterten Zugfahrt mit der deutschen Bahn erleben durfte, hier noch ein paar Nachbeobachtungen und Nachgedanken:

  • Anders als früher schafft es die Bahn nicht, Ersatz in Form von ICs bereit zu stellen. Die Züge fallen einfach aus.
  • Das Halbieren von ICEs entwickelt sich zum Dauerzustand – auf den Strecken von Hamburg nach Hannover und München war das sogar offiziell angekündigt worden.
  • Die ICE-Strecke München – Jena – Leipzig – Berlin – Hamburg existiert scheinbar in der Form nicht mehr. ICE-Ts fahren von Berlin nach München, ICEs fahren von Berlin nach Hamburg.
  • Die Verzweiflung muss gewaltig sein, bei der Bahn, denn inzwischen werden selbst die eigentlich eingemotteten Diesel-ICEs (unrentabel, unzuverlässig) wieder als Ersatz eingesetzt.
  • Züge von Konkurrenzunternehmen fahren um Welten zuverlässiger, als entsprechende Angebote der Bahn. Das lässt letztlich auf mangelnde Wartung durch die Bahn schließen.

Alles in allem sieht es momentan so aus, als ob sich die Zustände bei der Bahn in absehbarer Zeit nicht entspannen würden. Tolle Aussichten sind das.

#How-To: Spaß auf dem #Bahnhof haben

Manchmal denke ich mir, dass irgendwo auf dem Bahnhof jemand sitzt und seinen ganzen Menschenhass einfach mal raus lässt. Das, was ich heute in Hamburg auf dem Hauptbahnhof erleben durfte, deckt sich jedenfalls perfekt mit dieser Vorstellung.

Wenn ich Menschenhasser wäre und die Möglichkeit hätte, das auszuleben und Bahnmitarbeiter wäre, ich würde es wahrscheinlich nicht besser machen können. Hier wäre mein Rezept, für den ultimativen Bahn-Kick:

1. Die Verspätungsansage

Man nehme einen ziemlich vollen, lauten und zugigen Bahnsteig, auf dem die Fahrgäste des ICEs nach Berlin zusammen mit den Fahrgästen des eigentlich bereits 30 Minuten verspäteten ICEs nach Dresden über Berlin warten. Man mache eine kurze Durchsage, dass der ICE nach Berlin eine geringfügige Verspätung habe. Man teile den Wartenden auf den ICE nach Dresden mit, dass ihr Zug eine deutlich größere Verspätung habe.

2. Die umgekehrte Wagenreihung

In die so entstehende freudige Stimmung platziere man die Ansage, dass der ICE nach Berlin (ein ICE1, gute 400m lang) jetzt Einfahrt habe, warte kurz, bis der ICE in Sichtweite ist und teile dann den Fahrgästen mit, dass der ICE in umgekehrter Wagenreihung verkehren würde.

3. Der fehlende Zugteil

Man lasse den Zug nun einfahren, verzichte aber auf die Ansage, dass es sich beim einfahrenden Zug nicht um einen ICE1, gute 400m lang, sondern einen ICE2, gute 200m lang handele, der nicht wie gewöhnlich als Doppelzug, gute 400m lang, sondern nur als ein Zugteil, gute 200m lang, verkehrt. Man sorge ebenfalls dafür, dass der einzige verkehrende Zugteil schon ordentlich mit Fahrgästen gefüllt ist.

4. Das Einsteige- und Drängelchaos

Nun lasse man die Passagiere selbst entscheiden: Möchten sie sich in einen halben Zug drängen oder warten sie auf den im Anschluss folgenden und bereits angekündigten ICE nach Dresden über Berlin. Man unterstütze die Entscheidungsfindung durch Ansagen, die zum zügigen Einsteigen des mehr als überfüllten Zuges auffordern. Nach etwa 15 Minuten lasse man den ICE die Türen schließen – wer nicht mitkommt, kommt halt nicht mit.

5. Der Bahnsteigspaß

In das Schließen der Türen platziere man nun die Meldung, dass der ICE nach Dresden kurzfristig leider, leider von einem anderen Bahnsteig fahren würde und erfreue sich – dank der gleichzeitigen Ansage, dass dieser Zug nun Einfahrt haben würde – am ausbrechenden Wettkampf um das schnellste Erreichen des angesagten Bahnsteigs.

6. Der kurze ICE

Der ICE nach Dresden über Berlin ist ein ICE-T. Der ist etwas kürzer als ein ICE2 und viel kürzer als ein ICE1 und auch schon mehr als gut durch die eigentlichen Fahrgäste gefüllt. Einige zusätzliche Fahrgäste können noch einsteigen, die anderen bleiben leider zurück.

Ich habe mich ab Punkt #4 aus der Angelegenheit ausgeklinkt und es nur noch beobachtet. Anschließend bin ich zu SIXT gegangen, habe mir ein Auto gemietet und bin vergleichsweise entspannt zu Hause angekommen. Wesentlich teurer als Zugfahren ist es auch nicht gewesen und seine Ruhe hatte man auch.

Ich bin noch nicht mal verärgert über das Chaos, das die Bahn anrichtet. Ich nehme das alles hin, als Bahnkunde kennt man das – die Bahn ist absolut zuverlässig, was Verspätungen und Zugausfälle anbelangt, denn diese passieren ständig. Es ist die absolute Ausnahme, dass im Fernverkehr einmal ein Zug pünktlich, in der richtigen Wagenreihung und vollständig fährt. Vom pünktlichen Ankommen will man ja gar nicht mehr reden.

Nein, verärgert bin ich nicht. Ich bin fassungslos, einfach nur fassungslos, über das, was die Bahn im Fern- und Regionalverkehr (Stichwort: “S-Bahn-Berlin”) abliefert. Gnade uns allen Gott, wenn die Bahn wirklich irgendwann an die Börse geht – dann gibt es noch mehr davon, denn dann geht es nur noch ums Geld.

Fassungslos.

#Meinung: Wer hat Angst vor #Daisy

Jetzt mal ehrlich: Das, was uns da als größter Schneesturm-Blizzard-Wintereinbruch mindestens der letzten 20 Jahre angekündigt worden ist, entpuppt sich…

…als stinknormaler Schnee mit ein paar Windböen. Jedenfalls hier in Berlin. Das ist einerseits lächerlich und zeigt andererseits wieder deutlich auf, wie moderne Qualitätsjournalismus funktioniert: Größer die Schlagzeilen nie werden…

Und am Ende gibt es noch nicht mal einen – mit Verlaub – deftigen Furz, sondern nur etwas kalte Luft.

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